Valentina on Feb 28th 2006 01:11 pm
WoW-Spieler sind kreativ und mitteilunsgbedürftig. Nicht nur ich… Da gibt es diesen – zurecht berühmt gewordenen – Film eine amerikanischen Gilde namens “Pals for Life”. Der junge Mann, der unter dem Nick Leeroy Jenkins mit dabei ist, müsste eigentlich seine Gilde bereits in den vollkommenen Wahnsinn getrieben haben.
Zu sehen ist die Truppe, während sie eine kurze Teambesprechung via Voicechat abhält. Leeroy Jenkins sitzt etwas abseits, über seinem Kopf leuchtet “AFK”, für “Away from keyboard”. Währenddessen bespricht der Rest, mit welcher Taktik man die nächste Höhle voller Dracheneier überleben könnte. Nach 5-minütigem Palaver hört man ein kurzes Kruscheln, das entsteht, wenn jemand sein Headset wieder aufsetzt. Wer immer gerade spricht, wird unterbrochen: “OK Jungs, ich bin zurück, los gehts…!” Sprichts und rast mit dem Schlachtruf “Leeroy Jeeeenkins” auf den Lippen in die Höhle.
Es folgen 1 bis 2 Sekunden Totenstille. Dann “Oh mein Gott, er ist einfach reingerannt!”
Statt aber zu warten und Leeroy seinem unvermeidlichen Schicksal zu überlassen, rasen nach den vergangenen Schrecksekunden alle hinterher und “all hell breaks loose”, wie der Amerikaner zu sagen pflegt.
Drinnen blitzt und zischt es vor Kampfgetümmel, alles schreit wirr durcheinander, während unzählige frischgeschlüpfte Jungdrachen der Truppe den Garaus machen. Gegen Ende des unrühmliches Feldzugs hört man noch Leeroy “It wasn’t my fault” maulen und jemanden aus der Gruppe “Leeroy, you’re stupid as hell” aufstöhnen.
Ebenso herzlich gelacht wie fast alle, hat auch mein guter Freund Ernie. Sein Kommentar dazu analysiert ganz hervorragend:
“Ja, das ist echt zum schießen, nicht nur dass der typ einfach reinrennt,
sondern
- die quatschen voll den blödsinn
- vereinbaren eine schwachsinnige taktik
- rechnen ihre überlebenschancen aus (!) ergebnis: 33%, kommentar des eaders: das ist ja mehr als sonst LOL
- nach dem wipe fragt der leader nach einem seelenstein (der kann aber nur von hexern gesetzt werden, in der gruppe ist keiner)”Also sehr spassig und zu recht berühmt.”
Film unbedingt abchecken!
Auch sehr grossartig und mit 15.000 Downloads ebenfalls zu einer gewissen Berühmtheit gelangt: Die WoW-Songs der “Grandmasters”. Diese Gilde auf Seiten der Horde hat ein paar Songs zum Spiel aufgenommen und zum Download auf ihre Seite gestellt. Mein Favorite ist der “Tribute to WoW”. Zitat: “Was ist das beste auf der Welt/Neben Real Life, Frau und Geld/Jeder weiss es/World of Warcraft heisst es.”
Unbedingt ansehen & anhoeren (siehe Links)!
Viel Spass sagt Valli, a.k.a. Nusspli, a.k.a. mein-richtiger-Name tut-nichts-zur-Sache…
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Valentina on Feb 26th 2006 11:37 pm
Teil 24, Ein freundlicher Schurke
In Duskwood ist es immer dunkel. Auch tagsüber. Und durchfegen könnte man auch mal wieder. Überall Spinnweben. Kein Wunder das sich hier haufenweise Untote wohlfühlen. Schön, wenn man da ein bisschen Unterstützung hat.
Ich eiere auf einem absolut nicht lauschigen Friedhof herum und sammle Einzelteile von Untoten, Skeletten und ähnlichem Gesindel. Man sollte meinen, die wären sowieso schon am Auseinanderfallen und man müsste ihnen nur noch mit einem aufgehaltenen Sack hinterherlaufen. Ist natürlich nicht so, wie sollte es anders sein.
Während ich also haue und steche spricht mich ein freundlicher Schurke namens Ishnu an. „Kann ich helfen?“ Klar kann er. Mit Level 58 kann er natürlich so was von helfen. Am Rockzipfel des schnellen Schurken falle ich durch Katakomben und Wälder. Ab und zu bin ich auch mal nah genug dran, um mein Käsemesser mal irgendjemand zwischen die Rippen zu piecksen. Natürlich merkt auch Ishnu, dass meine Ausstattung nicht gerade das gelbe vom Ei ist. Wer das Tagebuch verfolgt, wird es wissen. Irgendwie bin ich nicht so der Stratege, was das Kümmern um eine solide Ausrüstung betrifft. Ishnu referiert kurz über ein Schwert, das als Questbelohnung aussteht. Ich kriege es nicht mehr im Detail zusammen, aber es waren viele Zahlen und Abkürzungen drin… Ein gerade in unsere Party eingestiegener Zwerg sagt trocken: „Du kennst Dich echt aus, was?“ Ich haetts nicht besser ausdrücken koennen. Ich merke mal wieder: Ich muss ganz dringend mal in solide Levelgefilde vorstossen, meine Kampftechnik optimieren, mich um Ausruestung und Skills kuemmern und mal wieder Urlaub machen. Ach nein, das gehoert jetzt nicht hierher.
Während sich dank der Durchschlagskraft des freundliche Schurken meine Geldbörse füllt, macht sich erste Erschöpfung breit. Ich überblicke schon gar nicht mehr, welche Quest durch sind, so rasant rasen wir durch Duskwood. So verabreden wir uns für die nächsten Tage und ich logge aus. Einfach toll, so ein Schurke!
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Valentina on Feb 26th 2006 08:11 pm
Teil 23, Machdirnix, Hersteller und ich
Blizzard macht das ja ganz geschickt: Da will man einfach nur planlos vor sich hin zocken, aber die erziehen einen unauffällig zum strategischen Gemeinschaftsspiel. Zumindest geben sie sich alle Mühe…
Weder mein Kollege HP in Gestalt seines Druiden Machdirnix noch meine Wenigkeit samt Kriegerin Valli denken viel über Spielzüge nach. Ist alleine auch ziemlich wurscht, wenn man da nicht so viel Ehrgeiz hat. Da man aber spätestens ab Level 20 alleine höchstens noch solide auf die Nuss bekommt, muss man Sozialphobien und Minderwertigkeitskomplexe ueberwinden und gemeinsam questen. Sicherheitshalber leisten wir uns zusammen mit dem Hexenmeister Herrsteller, also known as „Ernie“, einen uns persoenlich bekannten Mitspieler. Der Machdirnix und ich.
Wir versammeln uns zum froehlichen questen im lauschigen Redridge-Gebirge. Dort tummeln sich ausser Spinnen und kleinen Drachen zottelfellige Blackrocks. Die gilt es zu vermoebeln. Da wir keinen Voicechat benutzen und ich nur sehr begrenzt multitaskingfaehig bin, gucke ich nicht aufs Chatfenster und mache das, was Druide Machdirnix und ich immer machen. Wir fallen ueber den naechstbesten Gegner her, der uns vor die Fueße laeuft. Als wir auf dem Friedhof wieder zu uns kommen, sehen wir im Chatfenster „Valli, warte…“.
Herrsteller, bzw. Ernie straeuben sich die Haare und wir bekommen eine klare Ansage: „Haltet euch zurueck und macht, was ich sage!“
Wir trotteln also brav hinter dem Hexenmeister-Gnom her und warten auf die Ansage. Bei der naechsten Truppe Blackrocks, die in einem Turm rumsteht, wird also ein Schlachtplan dargelegt: „Machdirnix, Du bist Druide. Also bleibst Du im Hintergrund und heilst nur, verstanden? Valli, schnapp Dir den in der Mitte, aber zieh ihn raus, draussen kaempfen!“ Derart zurechtgestutzt werfen uns HP und ich ins naechste Gefecht. Oh Wunder, es klappt. Damit wir uns auch mal ein bisschen gut fuehlen, gibt’s von Ernie aber auch Lob: „Das war gut so. Das machen wir jetzt noch mal gaaanz genauso!“
Nicht lange danach erreichte mich eine Mail meines Bruders. Zitat: „Traf Ernie überraschend. Er sagte dann, das er heute noch WoW spielen wolle, weil du online bist. Das wäre immer witzig. Du würdest genauso wow spielen, wie du damals bei so einem Geiselrettungsspiel mit zwei Blendgranaten in 5 sekunden alle Geiselnehmer inklusive Geiseln niedergemäht hast… also immer ordentlich druff
Wer weiss, welches das Geiselrettungsspiel war, kriegt einen Preis. Oder auch nicht.
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Valentina on Feb 26th 2006 06:19 pm
Teil 21, Nur keine Hektik!
Können Sie irgendetwas konzentriert durchführen, wenn jemand hinter Ihnen steht und Tipps gibt? Nein? Gut, ich auch nicht. Das ist wie der mitbremsende Beifahrer; klappt auch nie.
Neulich, bei Meisterzockers daheim. Ich präsentiere Kumpel Ernie meine schnuckelige Magierin Nusspli und stürze mich in einen Quest, zu Demonstrationszwecken… Ganz blöde Idee, ich bekam nämlich die angesprochenen Tipps. Nicht, dass die unnütz waren, aber im Eifer des Gefechts hats nicht viel gebracht. Magier sind bekanntlich nicht gerade die Klitschkos unter den WoW-Charakteren. Sie können zwar austeilen, aber nix einstecken. Wahrscheinlich sind die mir deshalb symphatisch… Aber das tut hier nichts zu Sache.
Ich also angetreten gegen fiese, böse, ja garstige Murlocs. Fleissig ausgeteilt habe ich. Ich war jedenfalls der Meinung. Irgendwo hinter meiner linke Schulter aber hüpft etwas auf und ab und kräht: „Was machst du denn da? Festfrieren, festfrieren! Teleportier Dich doch weg – nee, nicht in die Richtung. Vorsicht, ein Mob…!“ Usw und so fort. Mit schweißnassen Fingern und hochrotem Kopf rutschte ich auf dem Stuhl herum und Nusspli landete ruckzuck auf dem nächsten Friedhof. Ich könnte ja jetzt sagen, „ich kann so nicht arbeiten“. Wenn ich es mehr hessisch ausspreche, wissen alle Landsleute bestimmt, wers mal gesagt hat. Aber egal, ich schweife schon wieder ab.
Sie werden jetzt sagen: Klar, die Frau kann einfach nicht ordentlich spielen! Ja – und wissen Sie was? Ich hab’ Riesen-Spaß dabei!!
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Valentina on Feb 26th 2006 06:18 pm
Teil 20, Winterkaelte, Weihnachten und die „Magischen Streitkraefte“
Ja, ich weiss, laenger gabs keinen Eintrag im WoW-Diary. Zu viel zu tun in der Redaktion und daheim eine kalte Wohnung. Aus Gründen, die sich mir entziehen, schafft es die Heizung meiner Dachwohnung nicht, die 24 Grad, die unten im Keller eingestellt sind, bis in den zweiten Stock zu transportieren. Gemuetliche, ja wahrhaft fruehlingshafte 15 Grad sind die Folge. Was das mit dem Zocken zu tun hat? Ganz einfach, die Finger an der Tastatur werden kalt…
Aber man muss ja auch mal weiterkommen. Also dick angezogen, eine Thermoskanne Pfefferminztee auf dem Schreibtisch und es kann losgehen, mit einem kleinen Abenteuer. Ich checke kurz die beiden Server, auf denen ich Charaktere habe und bin enttäuscht. Sonntagabend und kein bekanntes Gesicht online. Ich schicke kurz eine SMS mit einer Beschwerde an Harald, dessen Druide Machdirnix auch nirgendwo zu sehen ist.
Na gut, dann ziehe ich eben alleine los. Zeit, meiner lang vernachlässigten Magierin Nusspli wieder etwas Auslauf zu gönnen. Da bietet sich der Quest an, bei dem ich 20 Köpfe schuppiger Meereskrieger namens „Rächerflossen“ anschleppen soll. Das ist schnell erledigt, weil ich 4 Stufen über ihnen stehe. Ha, wer hat da jetzt „unfair“ geschrien? Als zart-berüsteter Magier muss man sehen, wo man bleibt.
Als das erledigt ist und alle anderen offenen Quests sich nicht als „One Woman Show“ durchziehen lassen, entschließe ich mich zu einem Ausflug nach Ironforge. In den großen Städten von Azeroth ist nämlich die Vorweihnachtszeit eingekehrt und ein bisschen Flair muss sein.
Nachdem ich mit gebührend „Oh’s“ und „Ah’s“ die schön geschmückten Weihnachtsbäume in den Hallen bewundert habe, finde ich vor den Toren einen Spaßvogel, bei dem es Weihnachtskostüme gibt. Da hat doch irgendein Wichtel eine Maschine gebaut, die auf Knopfdruck aus jedem stattlichen Krieger einen Gnom im Weihnachtskostüm macht. Das muss ich auch haben und ein Gnom bin ich ja sowieso schon.
Schwupps und Nusspli trägt ein knappes, grünes Weihnachtsmann-Kostüm. Ich bin sprachlos vor Begeisterung. Vor lauten Staunen nehme ich die vermeintliche Gruppeneinladung eines weiteren Weihnachtsmann-Gnoms flott an. Und bekomme auf einmal lauter nachrichten in grüner Schrift: Herzlich willkommen bei den „Magischen Streitkräfte“! Ich stelle fest, dass ich nun Gilden-Mitglied bin… Oha, das war ein Versehen und die haben, fürchte ich, einen der planlosesten Magier eingekauft, die in Azeroth zu haben sind.
„Keine Sorge,“ beruhigt mich Zocker-Freund Ernie: „Halt Dich im Hintergrund und verwandel so viele Gegner zu Schafen, wie möglich. Das macht immer einen guten Eindruck…“
Naja, dann: Fröhliche Weihnachten!
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Valentina on Feb 26th 2006 06:16 pm
Teil 19, Das Auge kämpft mit
Alle zwei Level gibt’s ordentlich was dazuzulernen, neue Fähigkeiten vor allem. Das kostet einen meistens eine Großteil des Ersparten und dann bin ich immer so geschockt, dass ich mit meinen restlichen Groschen immer ganz schnell wieder losziehe. Ein Fehler, wie mir mein bester Freund Ernie mir kürzlich klarmachte…
Ernie, in diesem Fall unterwegs mit seinem Hexenmeister Herrsteller, mosert meistens irgendwann über mein Outfit. Das bin ich schon gewohnt.
Das geht ungefaehr so: “Was ist denn das für eine Rüstung, uhä, und dieses Schild. Du brauchst ganz dringend ein ordentliches Schwert,” und so weiter.
Hersteller, wie der Name unschwer erkennen lässt, kann Dinge herstellen und praktischerweise auch verbessern. Bei meinen Gegenständen war das wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Naja, aber kaum war ich Level 20, gabs haargenaue Anweisungen von Herrsteller, a.k.a. Ernie:
So, Du gehst jetzt Du zur Kriegerlehrerin, und jetzt legst Du den Dolch nach links und das Schwert in die Mitte.
Und jetzt drück mal ein paar Mal „Y“, ich mach’ ein paar Fotos…
Ich kam mir ja schon ein bisschen rumgeschubst vor.
Kauf dies, zieh das an und jetzt bitte recht freundlich. Aber was solls. Valli sieht jetzt top aus und ein paar Fotos für das Tagebuch gabs auch.
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WoW19.mp3
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Valentina on Feb 26th 2006 06:16 pm
Teil 17, Trau Dich doch!
Wer das Tagebuch regelmäßig verfolgt, weiß, dass in der 3sat-Redaktion „neues“ auch der reizender Kollege Harald dem WoW-Wahn verfallen ist. Mittlerweile hat er erkannt, dass es mit mehreren Charakteren noch mehr Spaß macht. Nun tummelt sich in seinem Ensemble nicht nur ein Nachtelf-Krieger, sonder auch noch ein Zwerg. Er hört auf den Namen „TrauDichDoch“…
Nun darf ich ja angenehmerweise dienstlich spielen, aber ab und an bin ich doch mal mit anderen Themen beschäftigt. Dann kommt Harald und zockt an meinem Testrechner. Er arbeitet derzeit eifrig an den Fähigkeiten von Traudichdoch. Zwergen-Benchmarking, oder so…
Er fand es einfach toll, dass die Spezies Jäger ein Tier haben kann und spielte verbissen auf das große Ziel hin. Denn auch ein Jäger fängt nicht mit einem Hamster in der Hosentasche an, dass Tier muss man sich erspielen. Man glaubt kaum, was zwischen Kopierer und Büro so alles passieren kann. Als ich rausging hatte der kleine Traudichdoch gerade das Tiere zähmen gelernt. Ich komme zurück und Harald hält sich mit zusammengebissen Zähnen an der Maus fest, während sein Zwerg Traudichdoch einen Klippeneber mit Liebe überschüttet. Zwar leuchten viele Herzchen über dem Eber, aber er verpasst Traudichdoch auch ein paar Hiebe. Schließlich ist es vollbracht und Harald kehrt mit dem gezähmten Klippeneber zurück. Und ist ziemlich enttäuscht, als man ihm sagt, dass sei doch nicht wirklich ein angemessener Begleiter. Also zog er wieder los, um weitere seltsame Viecher aufzugabeln. Bevor ich das Büro verließ, hatte er sich zu einem Eisklauenbär vorgearbeitet. Er nannte ihn… Klaus! Und wenn Sie nicht gestorben sind, dann sind Traudichdoch und Klaus sicher auch heute noch ein schönes Paar!
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WoW18.mp3
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Valentina on Feb 26th 2006 06:16 pm
Teil 17, Viel hilft viel…
So langsam kommen auch solche Soziophobiker wie ich in Level-Gefilde, bei denen die Quests meistens nicht mehr alleine zu bestreiten sind. Mit Fremden spielen kann aber anstrengend sein, man weiss nie, mit wem man da durch die Lande zieht. Daher kommt mir mein bester Freund und WoW-Meisterzocker Ernie gerade recht.
Gestern Abend ging wieder mal eine ausgedehnte gemeinsame Abenteuerreise recht erfolgreich zu Ende.
Schön war dabei nicht nur, dass mal wieder ein Level mehr heraussprang, nein, ich habe auch wieder unglaublich viel gelernt. Meine Kriegerin Valli diskutiert ja nun nicht gerne sondern ist für schlagkräftige Argumente bekannt. Ich fand ja, dass das immer ganz gut funktionierte. Gestern stürzten wir uns zu zweit fröhlich in ein ausgedehntes Gefecht gegen Nagas, das ist eine Mischung aus einem großen Seepferd und Nepomuk dem Drachen, mit einem veritablen Prügel in den Flossen.
In einer Atempause fragt er mich:
“Sag’ mal, was machst Du da eigentlich beim Kämpfen? Das ruckelt so bei Dir und macht so komische Pausen…”
“Wieso? Ich hau’ immer wild auf die Schwerttaste…”
“Ähm, stell Dich einfach vor den Gegner, drück EINMAL die Kampftaste und streu ab und an mal einen Special Move ein. Das reicht.”
“Echt?”
“Ja!!”
Da sieht mal eben, dass ich lange nur an der Konsole gespielt habe. Typisches Controller-Verhalten: So schnell wie möglich und so viel wie möglich auf die passenden Buttons hauen. Getreu dem Motto, viel hilft viel. Nun ja, ich weiß jetzt, dass man World of Warcraft NICHT wie Tekken zockt.
Tagebuch-Eintrag anhören:
WoW Diary Teil 17.doc
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Valentina on Feb 26th 2006 06:14 pm
Teil 16, Süßes oder Saures? Happy Halloween!
Soll noch mal einer behaupten, Online-Rollenspieler würden von der realen Welt nix mitkriegen. Von wegen! Die rührigen WoW-Entwickler kümmern sich doch um so was.
Derzeit steht bekanntlich Halloween vor der Tür. Das Kürbis-Schnitzen ist mittlerweile auch hierzulande nette Sitte geworden. Und in Azeroth ist ebenfalls Halloween-Zeit.
Wo gestern noch nüchterne Gasthaus-Atmosphäre in meiner derzeitigen Stammkneipe in Darkshore herrschte, hängen heute Halloween-Masken, blinken Lichterketten und sind Dachbalken liebevoll mit Skeletten dekoriert. Ein Augenschmaus und wirklich liebevoll gemacht.
Für solcherlei Genüsse hat man natürlich wenig Zeit, also geht’s nach kurzem „AH“ und „OH“ auf zur nächsten Mission. Auf meiner Questliste stehen 8 Ohrringe der finsteren Grell-Dämonen, das Reparieren einer seltsamen Maschine namens „Dröhnkiste“ und die Auslöschung von 20 tollwütigen Distelbären im Dienste der Forstwirtschaft.
Letzteres bestreite ich zusammen mit Kollege Harald, a.k.a. „Schnauff“. Schnauff ist zarte Level 10 und daher besonders schutzbedürftig. Ich kümmere mich, so gut es geht. Geht nicht immer. Manchmal sind auch die Distelbären schneller. Schließlich habe wirs aber geschafft und fallen wieder im Gasthaus ein.
Die Gastwirtin spricht man normalerweise an, wenn man ein Heimat-Gasthaus sucht oder das ein oder andere wissen will. Seit heute gibt’s etwas ganz besonderes. Ist schließlich Halloween und daher darf man am Tresen „Süßes oder Saures“ spielen. Keine Ahnung, was dann passiert, aber ich bin ja für nicht lange nachdenken berüchtigt, also draufgeklickt. Sekunden später bin ich stolzer Träger eines Skelettkostüms…
Lachkrämpfe seitens „Schnauff“ bzw. Harald ignoriere ich stoisch. Spaßbremse… Später bekam ich noch einen Schlotterbeutel. Dabei stand: Schnell draufklicken, wenn Du Dich ausloggst, ist er weg! Klar, schnell draufklicken, eine meiner leichtesten Übungen!! Ich erhalte… eine Gnomenmaske. Weitere Lachsalven meines Mitspielers ertrage ich nicht. Zum Ausgleich versucht es jetzt Harald und ist 2 Sekunden später ein Piraten-Gnom!
Ich liebe Halloween!
Tagebuch-Eintrag anhören:
WoW Diary Teil 16.mp3
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Valentina on Feb 26th 2006 06:14 pm
Teil 15, Kann ich Euch helfen?
Mein entzückender Kollege HP ist jetzt auch aufgesprungen, auf den Zug namens WoW. Er hat nun einen Krieger namens Schnauf und lernt die Welt von Azeroth kennen. Nicht ganz ohne Schwierigkeiten…
Am Wochenende bekam ich zum Beispiel eine SMS:
„Sag’ mal, wie kriege ich einen Quest?“.
„Naja, diese Heinis mit den gelben Ausrufezeichen ansprechen…”
„Und wie geht das?“
„Rechtsklicken“.
„Aber der fragt immer nur, ob er mir helfen könnte.“
„Bist Du sicher, dass der ein gelbes Ausrufezeichen über der Rübe hat?“
„Ja. Ist Gelb.“
An der Stelle habe ich das simsen aufgegeben und mich stattdessen eingeloggt. Und statt Teamspeak das Handy benutzt. Mit chatten kommen wir hier auch nicht weiter.
„Harald, wo bist Du denn?“
„In Shadowglen.“
„Ich bin in Darnassus, Moment, ich laufe zu Dir.“
Erst mal habe ich den Krieger namens Schnauf in eine Gruppe aufgenommen, damit ich ihn besser finde. Währendessen klickt HP den armen NPC an, bis der langsam leicht genervt ist. Ich muss mich beeilen, sonst wird HP’s Krieger noch wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses festgenommen. Eine Funktion, die es bei WoW glücklicherweise nicht gibt. Aber womöglich steckt so was ja mal im nächsten Patch…
Endlich angekommen, muss ich HP übers Handy anschreien, bis er mich virtuell wahrnimmt.
„Harald! Ich bin hier!!“
„Wo, wo denn?“
„Dreh Dich um, hinter Dir. Ich bin die, die so hüpft!!“
Endlich haben wir uns gefunden und das mit dem Rechtsklick und einen Quest bekommen, hat er dann auch noch hinbekommen. Alles wird gut…
Tagebuch-Eintrag als MP3:
WoW Diary Teil 15.mp3
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