Archive for Mai, 2006

US-Studie zum typischen Spieler

Valentina on Mai 24th 2006 11:18 am

Zur 12. E3 in diesem Jahr wurde in den USA eine neue Studie vorgestellt. Titel: „Video Games: Serious Business for America’s Economy“. Da geht es zwar vor allem um die Bedeutung von Spielen für die amerikanische Wirtschaft, aber genannt werden auch ein paar interessante Zahlen. Basis für die Statistiken sind entsprechend nur die USA. Initiator der Studie ist der Verband der amerikanischen Unterhaltungssoftware, die Entertainment Software Association (ESA). Gegründet 1994 und Veranstalter der jährliche Electronic Entertainment Expo in L.A.

Die wichtigsten Zahlen:

69 % der Amerikaner spielen Computer- und Videospiele

Der durchschnittliche Spieler ist 33 Jahre alt

Im Jahr 2005 waren 25 % aller Spieler über 50 Jahre

62% aller Spieler sind Männer, 38% Frauen

Im Durchschnitt wird seit 12 Jahren gespielt

Bei Videospielen verkaufte sich am besten das Action-Genre, mit etwa 30%. Gefolgt von Sport (rund 17%) und Rennspielen (rund 11%). Die Studie unterscheidet Actionspiele von Shootern. Letztere tauchen erst auf Platz vier auf.

Am PC sieht das anders aus: Hier liegt die Strategie mit 30% ganz vorne, vor Familien- und Kinder-Spielen (knapp 20%) und Shootern (14%)

Eltern und Spiele

Eltern sind gerade bei jüngeren Spielern gefragt. Hier heißt es hinschauen, was der Nachwuchs spielt. Und das tun in den USA erstaunlich viele:

89% der Spielzeit von Kindern sind die Eltern dabei

61% aller Eltern glauben, Spielen sei ein positiver Teil des Lebens ihrer Kinder

87% aller Kinder erhalten vor dem Kauf eines Spiels die Erlaubnis ihrer Eltern

79% der Eltern spielen mit ihren Kindern, weil sie darum gebeten werden

71% halten das für eine gute Möglichkeit, Zeit mit ihren Kindern zu verbringen

49% von spielenden Eltern sind weiblich

Besonders interessant: 73% der spielenden Eltern sind regelmäßige Wähler. Nehmen also am öffentlichen Leben teil, soll uns diese Zahl aus der Studie wohl sagen

Und was machen Spieler sonst so?

6,8 Stunden die Woche spielen die amerikanischen Zocker.

79% von ihnen geben Sport als liebste Zweit-Beschäftigung an und zwar 20 Stunden im Monat

93% lesen außerdem regelmäßig Bücher und tägliche Zeitungen

62% gehen regelmäßig zu kulturellen Veranstaltungen wie Konzerte, Theater oder Museen

Online- und drahtloses Spielen
58% der Online-Spieler sind Männer, 42% Frauen

52% aller Onlinespiele sind Puzzle-, Quiz-, oder Kartenspiele

32% aller Amerikaner spielen auf drahtlosem Gerät, wie Handys oder PDA’s. Diese Zahl stammt allerdings noch von 2002, dürfte also inzwischen weit höher liegen

Top 5 der bestverkauftesten Videospiele 2005
(1) Madden NFL 06 (PS2)

(2) Gran Turismo 4 (PS2)

(3) Madden NFL 06 (Xbox)

(4) NCAA Football 06 (PS2)

(5) Star Wars: Battlefront II (PS2)

Top 5 der meistverkauftesten Computerspiele 2005
(1) World of Warcraft
(2) The Sims 2: University Expansion Pack

(3) The Sims 2
(4) Guild Wars
(5) Roller Coaster Tycoon 3

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E3-Nachlese

Valentina on Mai 19th 2006 05:23 pm

In diesem Jahr klappt der Uebergang von einer zur anderen Zeitzone irgendwie garnicht. Der Jetlag schlaegt erbarmungslos zu, weshalb ich jetzt – 5:21 Uhr – diesen Eintrag schreibe. Steht sowieso auf der To Do-Liste…

Die letzten zwei Tage habe ich im Schnitt gesessen und versucht, aus 37 Baendern 2 x viereinhalb Minuten Best of E3 zu basteln. Das ist wie immer viel zu wenig Zeit, auch nur annaehernd zu sagen oder zu zeigen, was die gezeigten Spiele so besonders macht.

Aber da die ganze E3 eine riesengrosse Insider-Veranstaltung ist, wahrscheinlich sowieso ein unmoegliches Unterfangen. Mein Kollege vom heute journal nannte es die “wahrscheinlich groesste geschlossene Gesellschaft der Welt”.

Was habe ich eigentlich gesehen? Frage ich mich jedesmal, wenn ich zweieinhalb Tage lang ueber die Messe geschossen bin. Meist ist das, was einem am besten im Gedaechtnis bleibt, auch das (subjektiv) Interessanteste.

Nintendos neue Konsole Wii macht definitiv Spass. Schickes Gehaeuse, guter Controller und vor allem: Schoene Spielideen. Etwas laenger ausprobiert habe ich Wii Sports. Mit ein bisschen Uebung und Gefuehl fuers Timing klappt das Steuern mit der Wii Remote (so nennt BigN den neuen Controller) ganz gut.

Wii Sports ist sehr witzig uund kurzweilig. Die Frage ist nur: Wie lange fesselt das wirklich? Intensiveres Spielen geht ja eigentlich erst bei Zelda los, was ich nicht mehr anspielen konnte. Da frage ich mich nur, ob der neue Controller nicht teilweise etwas anstrengend zu nutzen ist. Speziell fuer Zelda kann man noch einen zusaetzlichen Controller nutzen, so dass man beidhaendig agieren kann. Also in der einen Hand das Schwert und in der anderen das Schild halten. Wird es dann nicht moeglicherweise etwas nervig, mit zwei Geraetschaften zu fuchteln? Das ist jetzt keine Feststellung, sondern nur die Frage, die ich mit in der Nachbetrachtung so stelle.

Trotzdem: Wii fand ich toll und wenn die Geruechte und meine Schaetzungen stimmen, koennte Wii ganz schnell auf meine Einkaufsliste rutschen. Geschaetze 250 – 300 Euro, darueber kann man reden.
Im Gegensatz zur PS3 – schlicht und ergreifend wegen des Preises von 600 Euro. Da kann der Sony-Cheffe Kutaragi hundertmal sagen, die Konsole sei eigentlich zu billig und man koenne ja auch keine Firmencafeteria mit einem Nobelrestaurant vergleichen. Kann ja sein, aber ganz ehrlich: Ich persoenlich ueberlege schon dreimal, ob ich 600 Euro hinlege, wenn ich schon 3 Konsolen zu Hause habe. Und ich bin nachweislich Konsolenfan.

Aber da auch die PS2 beim Release teuer war und sich mehr als ordentlich verkauft hat, werden sicher auch hier genuegend Leute zuschlagen.

Microsoft hat ja im Bereich neue Konsolen inzwischen ein soliden zeitlichen Vorsprung. Grafisch geben und nehmen sich PS3 und XBox 360 nicht viel, finde ich auf den ersten Blick. Es gibt hier wie da gut aussehende Titel. Gears of War auf der 360 sieht sehr, sehr gut aus. Abgesehen davon das ich das Thema eher oede finde. Klassisches Action-Endzeit-futuristische Waffen-Szenario. Der erste Spiel fuer Kids heisst Viva Pinata. Niedlich-fluffige Pinata-Tiere sind in einem Garten zu hegen und pflegen. Erinnert an Nintendos Animal Crossing. Dazu ist auch eine Trickfilm-Serie in Planung. Das Spiel macht einen netten Eindruck und ist sicher etwas, was bisher auf der 360 fehlt. Aber das Portfolio fuer die neue XBox war allgemein bisher (noch) ueberschaubar.

Auf dem PC hat definitiv Will Wrights Spore Lust auf mehr gemacht. Ich bin erwiesenermaßen eine Niete in allem, was mit Aufbau und/oder Simulation zu tun hat. Meine Sim City Staedte waren regelmaessig Grossbraenden ausgesetzt und meine Black & White-Kreatur hat vorranig die Dorfbewohner gefressen. Und entsprechend selten komme ich uebers anspielen hinaus.

Spore scheint aber ein gelungener Mix zu sein. Bisschen Aufbau, bisschen kaempfen, bisschen kreativ sein. Der sogenannte Creature-Editor, in dem man seinen Einzeller zum Super-Wesen heranzuechtet, sieht sehr unterhaltsam aus. Meine Schoepfung wird Punkte bekommen. Und grosse Ohren. Plueschohren!!
Crysis sieht toll aus, aber als Spieler weiss ich nicht, ob mich das locken wird. Half Life und Half Live 2 fand ich toll, das hatte eine gewisse Intensitaet und ich wollte wissen, wie es ausgeht. Bei dem kurzen Eindruck von Crysis ist das schwer zu beurteilen. Die Story klingt eher banal. Aber moeglicherweise zieht einen die Handlung dann doch rein, wenn man es intensiver anspielt.

Mit Mega-Grafik alleine kann man mich nicht locken. Was darueberhinaus zieht, ist eine fesselnde Atmossphaere. Da lockt mich Assasin’s Creed. Tolle Grafik, fesselndes Mittelalter plus Helden & Schwerter-Feeling. Ein bisschen hat es mich an die opulent inszenierten Martial Arts Maerchen wie Tiger & Dragon oder Hero erinnert. Irgendwie befuerchte ich nur, dass es schwierig zu spielen sein wird. Lionheads Fable beispielsweise fand ich vor dem Release total faszinierend, aber als ich es zu Hause laenger gespielt habe, fand ich es irgendwann nur noch frustig. Selbst meine in diesem Punkt viel geduldiger Freundin Judy, bessere Haelfte meines WoW-Buddys Ernie, hat da irgendwann aufgegeben.

Apropos: Natuerlich habe ich ein bisschen mehr Zeit bei Blizzard verbracht. Und stundenlang Ingame aufs Tape gebannt, wie erwaehnt. Die Schaetze muss ich noch ordentlich verarbeiten, denn im E3-Beitrag hat es nur fuer einen Schnispel gereicht. Daher haben wir auch das Interview mit WoW-Producer Carlos Guerrero extra fuer online komplett gestreamt. Unbedingt angucken! Runterscrollen und rechts gucken: Da gibts einen Kasten mit dem Web-TV. Da gibts auch Infos zur neues-Sendung rund um die E3 plus Sendezeiten.

Heute vormittag haben wir aufgezeichnet und deshalb sass ich erst nachmittags einem Onliner gegenueber, der jedes Mal gemault hat, wenn er keine Tastatur klappern gehoert hat. “Los, weiter, es fehlen noch 3 Spiele-Artikel!”

So und jetzt reichts. Ich geh’ heim!

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E3-Tagebuch, Tag 5: Das Spiel ist aus!

Valentina on Mai 13th 2006 11:56 am

Ich verzichtet auf das Kaesewuerfel-Fruehstueck und werfe mich ins Taxi. Ausnahmsweise ist nicht so viel Verkehr und ich habe noch die Chance auf einen Happen. Ein Bagel mit Cremecheese, das Beste, was ich seit Tagen gefruehstueckt habe. Wenn ueberhaupt. Es geht aufwaerts. Dann rollen Kameramann Rene und Assi Ben ein und wir werfen uns wieder in die Schlacht.
Letzter Tag und wir haben noch ordentlich Programm.

9:15 Uhr. Wir starten mit einem Dreh des wunderschoenen Anno 1701. Assi Ben ist voellig hingerissen, nachdem ihm tagelang nur ein muedes Laecheln trotz aller Herrlichkeiten zu entlocken war. Spielen ist eben eine enorm subjektive Angelegenheit.

10:30 Uhr. Das zeigt sich wieder beim naechsten Dreh, wo Ben die Grafik voellig unzeitgemaess findet. Dabei ist es das ganz klar beste Spiel der Welt: World of Warcraft. Voellig objektiv gesehen, versteht sich ;-)

Wir haben einen Drehtermin bei Blizzard und bannen Ingame aus dem kommenden Addon “The Burning Crusade” aufs Tape.

Endlich ist es raus: Die neue Rasse auf Allianzseite sind die Draenei, die als NPCs auch jetzt schon in WoW mit dabei sind. Die spielbaren Draenei sehen aber ein bisschen anders aus. Die behuften, spitzohrigen Gesellen sind echte Good Guys mit Heilerfaehigkeiten. Die mit einem breiten Schweif top ausbalancierten Kloepse sind vielseitig: Paladine liegen nahe, ansonsten voraussichtlich Jaeger, Schurken, Krieger und Magier.

Die Blutelfen wurden ja schon laenger als neue Horden-Rasse enthuellt. Auch, weil anscheinend deutlich mehr Spieler die optisch – naja – sagen wir etwas netteren Allianz-Charaktere bevorzugten. Das sollte sich mit den Bloodelfs aendern. Die sind nun wirklich ansprechend geraten. Auch deren Staedte und Bauten sehen sehr gut aus und fuegen der WoW-Optik ein paar neue Elemente zu.

Als neuen Beruf gibt es bekanntlich das “Schmuck-Business”. Man kann jede Menge huebsches Zubehoer erstellen, beispielsweise Halsketten. Aber auch andere Gegenstaende, mit denen man die neuen gesockelten Items verbessern kann.

Toll auch die gefluegelten Reittiere, die im Addon dazu kommen. Die Netherdrake sind zwar auch am Boden einsetzbar, wo sie mit gemutlichem Trott unterwegs sind. In der Luft wirds natuerlich erst richtig interessant. Man kann frei durch die Gegend fliegen und so Punkte erkunden, wo man sonst nie hinkaeme.

Im Oktober gehts los!

13:00 Uhr. Wir schaffen tatsaechlich eine kurze Pause zur Haeppchen-Einnahme. Danach gehts zu Electronic Arts. “Spore” habe ich schon erwaehnt; heute drehen wir noch “Crysis”. Das ist der neue Titel der FarCry-Macher. In drei Akten wird eine klassische Actionstory erzaehlt, mit allem was dazu gehoert: Idyllische, aber gefaehrliche Insel, Hightech-Waffen, eine Alien-Invasion und drei misstrauische Supermaechte. Klingt zwar eher althergebracht, der Ersteindruck ist aber positiv. Grafisch setzt Crysis mal wieder die Latte ganz nach oben, so wie schon Far Cry. Da es aber auch mal wieder sensationell knackig zur Sache geht, wohl eher ein 18er-Kandidat. Trotzdem folgt Crysis dem allgemeinem Trend, zunehmend sehr fordernde und komplexe Action-Titel zu entwickeln. Der Spieler soll es mit einer sehr cleveren KI zu tun bekommen, so dass einfach durchballern nicht in Frage kommt. Die extrem realistische Umgebung muss vorausschauend genutzt werden, genauso wie es auch die Gegner tun. Wer zum Beispiel durch den Dschungel walzt und jeden Busch niedertrampelt, sorgt bald fuer unangenehme Gesellschaft. Man kann mit der Umgebung stark interagieren.

14:00 Uhr. Bei Ubisoft werfen wir noch einen Blick auf das grafisch ebenfalls sehr beeindruckende Dark Messiah, aus der Might & Magic-Serie. Dark Messiah traegt das Gewand eines Rollenspiels, ist aber mehr Action-Abenteuer mit Rollenspiel-Elementen. Auch hier gilt es, die Umgebung clever zu nutzen, also beispielsweise Bruecken zu zerstoeren, um Gegner auszuschalten oder Verstecke taktisch zu nutzen.

15:30 Uhr. Langsam wird es knapp, um 16 Uhr wird normalerweise erbarmungslos Feierabend gemacht, am letzten Messetag. Wir fallen bei 10Tacle ein, um schnell noch mit einem Producer zu sprechen und ein paar Bilder des Elben-Abenteures zu drehen. Natur, Burgen und Schloesser sehen fantastisch aus. Sehr kuenstlerisch, fast wie ein Gemaelde, aber trotzdem sehr lebendig. Wogende Baeume und Graeser oder Rinde an Baeumen, die sehr echt wirkt. Auch die Charaktere sind hervoragend animiert. Zwar sehen wir eine Tech-Demo, also keine wirklichen Spielszenen, aber alles ist in Echtzeit gerechnet, also sehr beeindruckend. Zur Games Convention soll es Spielbares geben.

16:00 Uhr, Zapfenstreich. Trompetenklaenge reissen uns aus dem Elbenreich. Wir werden gewissermassen rauskehrt. Als wir unser Equipment zusammenpacken, reissen die ersten Arbeiter schon den Teppichboden aus der Halle.

Unfassbar, sie ist schon wieder um, die E3.

Und wenn ich jetzt nicht sofort in den Sleep-Modus gehe, falle ich vom Stuhl. Gute Nacht!

Die letzten E3-Fotos sind wie immer im Flickr-Album zu bewundern.

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E3-Tagebuch, Tag 4: Ruhe bitte, wir drehen!

Valentina on Mai 12th 2006 09:52 am

Bevor ich mich auf die Messe in den Dreh stuerze, wird erstmal gefruehstueckt. Frueh, versteht sich. Ich verzeihe den Amerikanern fast alles, bis auf ihr lausiges Verstaendnis von Fruehstueck. Donats und Marmelade sind KEIN Fruehstueck! Europaer erkennt man daran, dass sie versuchen, die angebotenen Kaesewuerfel von den Zahnstochern herunter in Scheiben zu schneiden. Wenn man 10 Kaesewuerfel teilt, bekommt man den Toast voll…

Genug vom Fruehstueck.

8:00 Uhr. Fahrt zur Messe und Treffpunkt bei der US-Army vor der Halle. Die machen hier traditionell Werbung fuer ihren hauseigenen Shooter. “The only game ABOUT the Army FROM the Army”, wie der freundliche Announcer mit der Lautstaerke einer 747 per Mikro mitteilt.

Eine Tatsache, die Traenen in die Augen europaeischer Journalisten treibt ;-)

9:15 Dreh bei CDV, Bilder ihres gemuetlichen Aufbauspiels mit Lateinkursus (siehe Tag 3). Wir haetten gerne ein Interview mit dem freundliche Entwickler Achim gemacht. Der hat jedoch in anderthalb Tagen Dauerpraesentation die Stimme verloren. Gute Besserung!

10:00 Uhr, Nintendo. Am Stand von Big N geht die Schlange mittlerweile zweimal drumherum. Die angekuendigte Wartezeit von einer Stunde ist laengst uebrschritten. Ein geduldiger Wii-Neuigieriger hat geschlagene 5 Stunden angestanden. Das sei nicht so schlimm, sagt er, er haette ja seinen DS dabei gehabt…

Gott sei Dank, wir haben einen Termin und werden direkt an den Ort des Geschehens geleitet. Um fuer die Kamera probezuspielen entscheide ich mich fuer den amerikansichen Nationalsport Baseball. Ich bekomme eine kleine Einweisung in die Wii-Remote (wie Nintendo den Controller nennt). Dann gehts los und ich bekleckere mich, gelinde gesagt, nicht mit Ruhm. Entweder schlage ich zu frueh oder zu spaet und treffe in keinem Fall den Ball. Alles zum Glueck eine Frage des Timings und nach ein paar Uebungsschlaegen klappts tatsaechlich mit einem Homerun. Na also!

11:00 Microsoft-Stand. Hier drehen wir ein paar Bilder “behind closed Doors” zu “Crackdown”. Sieht schwer nach GTA aus, ist aber wirklich voellig uebertrieben. Ganz klar ein Spiel fuer Jungs: Dicke Schlitten und Wummen, plus Anrichten vom ordentlich Chaos. Sollte wohl in Richtung eines 16er-Titels gehen. Wobei das aberwitzige Herumschleudern von beispielsweise Autos derart uebertrieben ist, dass es kaum zur Nachahmung reizt. Das funktioniert ja noch nicht mal mit einem smart!

11:30 Lucas Arts. Was waere Lucas Arts ohne Indy? Indiana Jones darf ab 2007 auf der XBox 360 herumturnen. Wo Harrison Ford immer aelter wird, sieht er auf der Konsole immer juenger aus.Das kurze Demolevel zeigt schicke Grafik und actionreiche Kaempfe auf Cabelcars in San Fran. Es soll aber auch der Indy-typische Humor nicht fehlen, verspricht Entwickler Matt Shell.

Nebenan wird ebenfalls gekaempft, allerdings mit Lichtschwertern. Klar, ohne Star Wars geht nichts. Wir werfen einen Blick auf Lego Star Wars. Die Kloetzchen-Maenner haben ihr Debut in HD auf der XBox 360. Niedlich…

12:30 THQ. Dreh mit Brian Sullivan und Titan Quest. Das Action-Rollenspiel sieht hervorragend aus. Interessantes Detail: Die Story stammt vom Bravehart-Autor; es wurde also ein professioneller Schreiber fuer die Hintergrund-Geschichte verpflichtet. So gibt es immerhin kein Fantasy-Setting sondern huebsches Allerlei aus der griechischen Mythologie. Ansonsten ist spielerisch recht deutlich Diablo das Vorbild.
13:30 Uhr, Activision. Tony Hawk war leider nur Mittwochs im Hause, um einen neuen Teil der Reihe mit seinem Namen zu praesentieren. Leider war das NextGen-Debut noch nicht spielbar. Aber der Trailer fuer die PS3-Version sorgte allenthalben fuer offene Muender. Weshalb ich ausnahmsweise mal “nur” einen Trailer zeigen werde. Normalerweise unsinnig, weil die knapp geschnittenen Schnipsel meist kaum zu verarbeiten sind und selten eine vernuenftigen Einblick gewaehren. Tony Hawk’s Project 8 sieht aber schon im Trailer so faszinierend aus, dass da eine Ausnahme drin ist.

Bei Activision gibts massig Filmlizenzen wie der neue Dreamworks-Film “Over The Hedge”, der in Deutschland unter “Ab durch die Hecke” laufen wird.

14:00 Uhr, Vivendi. Die fast schon betagte Reihe Ceasar IV ist ein Leckerli fuer die Fans des Aufbau-Titels. Roemer, die hatten wir lange nicht mehr… Scherz beiseite, auch wenn die Roemer gerade schwer im Trend sind, Ceasar IV macht einen guten Eindruck. Es ist komplexe als beispielsweise CDV’s Roemer und macht keine Experimente. Solide Kost fuer Fans.

15:00 Uhr, Sony. Uwe Bassendowski, Managing Director Sony Deutschland gibt uns ein bestens gelauntes Interview, ausschnittsweise am kommenden Samstag zu hoeren. Welcher Konsolenkampf? Irgendwie sind sie alle Gewinner, die drei Kombattaten. Wahrscheinlich ist, dass am Ende jede Konsole ihre Fans und Anhaenger finden wird.

16:00 Uhr, Microsoft. Nochmal zurueck zum MS-Stand. Wir treffen Shane Kim, den General Manager der MS Game Studios. Welcher Konsolenkampf? Man ist mehr als zufrieden und sieht sich geruestet, fuer alles, was nach der 360 kommt.

Im Anschluss toben Kameramann Rene und ich noch fuer ein paar schoene Messebilder durch die Hallen. Um uns dann gegen 17:30 Richtung Parkaus zu schleppen. Weil Assi Ben schon nach Hause ist, trage ich die Kamera. An dieser Stelle Hut ab vor Rene und Kollegen. Ich weiss zwar, dass die Dinger schwer sind und ich habe sie nur 500 Meter getragen. Sollte trotzdem mal gesagt werden.
19:00 Uhr, Mar Vista. Cutter Johannes schneidet seit 3 Tagen E3 und kann sie nicht mehr sehen. Schneidet aber selbstredend trotzdem mit mir noch einen kurzen Beitrag fuer die Samstags-Sndung zusammen. Um 22:00 Uhr sind wir durch, vertonen und ab mit dem Band zur Ueberspielung.

22:30 Uhr, Taxi!! In L.A. ein Taxi zu bekommen ist so schwierig wie die vielzitierte Audienz beim Papst. Unternehmen eins weiss nicht, wo der Stadtteil Mar Vista ist (in L.A….). Unternehmen 2 weiss es, hat aber keine Lizenz fuer Mar Vista. Unternehmen 3 laesst mich 10 Minuten Warteschleifen-Musik anhoeren und wirft mich dann aus der Leitung. Erst beim zweiten Mal schaffe ich den Durchbruch. Ab nach Hause.

Morgen gehts weiter. Frueh. Habe ich schon mal erwaehnt, dass FRUEH bloed ist?

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E3-Tagebuch, Teil 3: Spiele, Spiele, Spiele

Valentina on Mai 11th 2006 07:33 am

Ausbeute des Tages: Jede Menge Strategie und Fantasy plus zwei Oreokekse und eine Handvoll Chips. Letzteres ist die Ration, die man so durchscnittlich an einem E3-Tag zu sich nimmt. Essen ist was fuer Anfaenger, ich habe dafuer jede Menge Spiele besichtigt und nun die Qual der Wahl, welche vorstellenswert sind.

7:00 Uhr Fahrt zur Messe durech die morgendliche Rush Hour. Wie gestern schon geuebt.

8:00 Eroeffnungspressekonferenz zur E3 durch Doug Lowenstein, Kopf der ESA, des Verbandes der amerikanischen Spieleindustrie. Da gab es ein paar interessante Zahlen, aus einer frischen Studie zum Spielen. Danach spielen fast 70 Prozent der Amerikaner Computer- und Videospiele. Der Durchschnittspieler ist 33 Jahre alt und die meisteverkauftesten Spiele 2005 waren die “Sims” und “World of Warcraft”.

Genug der Zahlen, ab in die Hallen voller Spiele und zum ersten Termin.

9:30 Electronic Arts. Hier, wie schon angekuendigt, lockt Will Wrights neuster Streich namens “Spore”. ich quetsche mich in einen dunklen Vorfruehrraum, wo der Meister persoenlich seine Ursuppen-Siumulation vorstellt. Manbeginnt mit einem einzelligen Organismus, dem “Spore” eben. Den kann man nach und nach modifizieren nach Lust und Laune. Fuesse mit Saugknoepfen, Krallen, Federn oder Schuppen, Streifen oder einfarbig. Die eigene Spezies darf sich natuerlich auch vermehren und sich mit zunehmender Entwicklung den Planeten untertan machen. Das geht soweit, dass man ein Raumfahrtzeitalter erreichen kann, bei dem man dann per UFO andere Planeten entdecken kann. Und, falls vorhanden, mit dessen Bewohner handeln kann oder auch einen handfesten Streit anfangen.

Das ganze sieht witzig aus und ist liebevoll grafisch umgesetzt.

Auserdem werfen wir einen Blick auf Crysis, den neuen Titel der Far Cry Macher. Ein absolutes Grafik-Highlight mit eher simpel klingender Story um eine Alien-Invasion. Wie haeufig bei Spielen klingt das erstmal oede, spielt sich aber wohl recht intensiv. In jedem Fall ist die Grafik State of the Art. Wogende Palmen und enorme realistische Physik.

10:30 THQ. Hier treffen wir auf Brian Sullivan, den Titan Quest-Entwickler. Der ist gerade so tief in seinem eigenen Spiel, dass er kaum loszueisen ist. Das Actionrollenspiel fuer den PC bedient sich bei der griechischen und aegyptischen Mythologie und sieht extrem gut aus.

11:00 i-Play. Der Publisher fuer Handy-Games hat einige grosse Lizenzen im Angebot, zum Beispiel das Handy-Spiel zu “24″ oder “The Fast And The Furious”. Ganz nett sieht “My Dog” aus. Eine Art Nintendogs-Klon fuers Handy.

11:30 Midway. Bei Midway denkt man sofort an das guten alten Mortal Kombat Beat’m Up, was einfach nicht totzukriegen ist. Aber hier gibts noch maher. Actionfilm-Profi John Woo veruscht sich auch an Spielen. Sein Erstling ist eine Umsetzung seines alten Action-Klassikers “Hard Boiled”. Grafisch sieht das sehr gut aus. Harte Kost, bei der kein Stein auf dem anderen bleibt. Absolut familienfreundlich dagegen “AntBully”, die Umsetzung eines Kinderbuchs, das auch verfilmt wurde. In Deutschland wird das ganze unter dem Titel “Lukas, der Ameisenschreck” laufen. Ein kleiner Junge wird auf die Groesse einer Ameise geschrumpft und muss allerhand Abenteuer bestehen.

12:00 CDV. Der Karlsrueher Publisher hat einen huebschen Strategietitel im Gepaeck, namens “Glory of the Roman Empire”. Hier duerfen nach Herzenslust Staedte gebaut und entwickelt werden. Schoene Grafik, leibevolle Details und einfache Steuerung zeichen diesen Titel aus. Netter Gag: Wer seine Lateinkenntnisse auffrischen will, kann auf eben diese Sprache umschalten. DAS Spiel fuer den lebendigen Lateinunterricht, gewissermassen.

12:30 Frogster Interactive. Und noch ein deutscher Publisher. Interessantester Titel ist hier “In Memoriam”. Das ganze ist ein sehr ungewoehnliches Spiel. Hier wird keine typische Szenerie aufgefahren, sondern in dem Mystery-Thriller muss der Spieler unter Einbindung von realen Internetseiten und Diensten wie Email oder Google Maps Raetsel loesen, um einen Entfuehrungsfall aufzuloesen. Dazu ishet man kurze Filmchen mit realen Schauspielern. Die Filme sind kurz und knapp und oft verfremdet. Teilweise etwas verstoerend, aber nicht brutal. Eine ungewoehnliche Produktion eines franzoesischen Machers namens “Lexis-Numerique”.

13:00 Uhr, Sunflowers. Hier steht natuerlich der neue Anno-teril auf dem Plan. Anno 1701 sieht erwartungsgemaess sehr gut aus und soll mehr breitere Spielergruppen anziehen. Anno war immer betont anspruchsvoll und teilweise fuer Ungeuebte recht happig. Das soll anders werden, ohne die Fans der Reihe zu vergraetzen.

14:00 Uhr, Vivendi. “Eragon” war in Amerika wochenlang auf den Bestseller-Listen. Nun ist das Fantasy-Epos verfilmt worden und natuerlich darf auch ein Spiel dazu nicht fehlen. Das sieht unglaublich gut aus, nur leider duerfen wir davon nichts filmen.

Daneben ist “Ceasar IV” ein vorstellenswerter Titel. Klassische Aufbaustrategie mit langer Tradition fuer den PC.

14:40, Ubisoft. Hier beeindruckt “Assasins Creed” auf der PS3 mit spannendem Setting und toller Optik. Auch hier duerfen wir leider nicht viel filmen, was eine Vorstellung etwas behindert, ums mal vorsichtig auszudruecken. Dabei muss sich das Action-Abenteuer nauch in der fruehen Version nicht verstecken. Man sieht deutlich die Handschrift der Prince of Persia-Macher. Die Story spielt vor dem Hintergrund der Kreuzfahrer-Zeit.

15:30 Uhr, 10Tactle. Noch ein deutscher Publisher, der mit wenigen, aber hochkaraetigen Spielen auf sich aufmerksam macht. “Elveon” wird von einem slovakischen Studio entwickelt und sieht ausnehmend gut aus. Das Fantasy-Abenteuer legt einen deutlichen Fokus auf Action, will aber auch eine fesselnde Geschichte erzaehlen. Naemlich die des edlen Naturvolkes der Elben. Die Grafik ist spektakulaer: Wogende Baeume, Licht und Schatten, Oberflaechen, alles vom Feinsten. Entwicklet wird es fuer PC und XBox 360.

16:00 Uhr, 2k Games. Sid Meier ist die E3 zu stressig, er schickt lieber seine Mitarbeiter. Mit einem Remake seines Klassikers “Railroad Tycoon”. Sid Meier’s Raildroads heisst es. Aehnluch wie bei Pirates schrieben die Fans nach einer Fortsetzung, die nun endlich in der Mache ist. Eisenbahn-Fans werden sich freuen.

“Bioshock” schaue ich mir ebenfalls an, behind closed doors. EinShooter, aber ein eher ungewoehnlicher. Schon die Story klingt ein bisschen nach Jules Verne. Ein reicher Russe baut sich eine Unterwasserstadt im Art Deco-Stil und schottet sich dort mit seinem eigenen kleinen Reich ab. So entsteht eine Art Parallel-Welt, in der seltsame und gefaehrliche Forschung betrieben wird. Genetische Manipulationen beispielsweise. Einiges gehts schief, Konflikte brechen auf und die kleine, abgeschlossen Gesellschaft kollabiert. Hier kommt der Spieler dazu, der zufaellig die Unterwasserstadt entdeckt. Und die seltsamen Vorgaenge aufdroeselt und ueberleben muss. Denn hier passiert merkwuerdiges. Das Spiel ist noch nicht ganz so weit und soll erst 2007 erscheinen.

So und jetzt ist Feierabend, die Tippfehler nehmen zu. Letztere bitte dem Jetlag und einer gewissen Erschoepfung zuschreiben und ignorieren.

Morgen wird gedreht und abends geschnitten. Also wieder ein langer Tag und eine kurze Nacht.

So long und Bilder hier anschauen: http://www.flickr.com/photos/valentinacarola/

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E3-Tagebuch, Tag 2: Presserummel

Valentina on Mai 10th 2006 07:09 am

Der Tag vor der E3 ist traditionell der Press Briefing Tag. Und da wird in der Spielebranche ja gerne ganz gross aufgefahren. Hollywood ist der Ort des Geschehens, sowohl fuer Microsoft als auch Nintendo. Big N machte den Anfang.

7:45 Uhr: Ich quaele mich im Taxi durch die Rush Hour, immer den Blick auf das unaufhaltsam kletternde Taxameter.

8:30, Kodak Theatre, Hollywood. Nintendo lud zur Pressekoferenz. Menschentrauben vor dem Eingang, lange Schlangen an den Check-In Countern fuer die Journalisten aus unterschiedlichen Laendern. Fuer die grossen Pressekonferenzen muss man naemlich einchecken. Da ist nix mit hinkommen, Visitenkarte auf den Tresen schmeissen und hinsetzen. Bei den Menschenmassen waere das Chaos programmiert.

Kameramann Thomas und Assistent Andy bekommen ein Schildchen um den Hals und eine Eskorte zum Dreh-Ort. Auf einer Empore koennen sich Kamerateams an den Ton stoepseln und bekommen ein gutes Bild auf die Buehne. Wir sind nicht die einzigen, wie man auf den Bildern zum Tagebuch sehen kann.

Der Saal sieht aus, als wuerde hier die Nasa neue Raumfahrtprogramme zum Mars ankuendigen oder das das Weisse Haus Bushs Ruecktritt verkuenden. Unzaehlige Kameras werden justiert, Lichter flammen auf und jungee, dynamische Reporter machen schnell noch einen Aufsager vor der Kamera.
10:30 gehts los. Licht aus, buntes Licht an. Auftritt Shigeru Miyamoto, Nintendo-Legende und Vater der beruehmtesten Nintendo Knuddel-Charaktere. Miyamoto traegt einen Frack und dirigiert via Controller ein Orchester auf Wii. Sehr gelungen und irgendwie echt Miyamoto. Der Mann ist auch schon mit einem Holzschwert und Schild als Link verkleidet auf die Buehne gehuepft.

Die grossen Konkurrenten Sony und Microsoft klotzen bekanntlich mit Hightech-Konsolen und Mega-Grafik. Nintendo versucht eine andere Strategie. Das Rad neu zu erfinden ist nicht drin und das weiss man im Hause N. Darauf wies schon der bereits seit einigen Monaten bekannte untypische Controller hin. Den kann man mit einer Hand bedienen, wie eine Fernbedienung. An eine solche erinnert er auch deutlich. Das soll spielen einfach machen und so auch Menschen an die Konsole locken, die Spielen entweder als Kinderkram zur Seite gelegt oder ueberhaupt noch nie gespielt haben.

Wii Sports ist so ein Titel, der schnellen Einstieg bietet. Tennis, Golf und Baseball kann man hier spielen. Einfach den Controller schnappen und einen Ball ueber das Netz dreschen. Der Controller wird zum Tenni-, Baseball- oder Golfschlaeger und wird auch so bewegt. Ohne erstmal den Controller zu studieren und sich erklaeren zu lassen, welche Knoepfe gedrueckt werden muessen. Denn der von Nintendo “Wii Remote” genannte Controller besitzt einen Sensor, der die Bewegungen an die Konsole uebertraegt.

Je nach Spiel wird der Controller zum Schwert, Bogen oder eben zu den genannten Sportgeraeten. Da sind natuerlich noch jede Menge Ideen drin, wie und fuer welche Spiele man so ein Steuergeraet noch einsetzen kann.

27 Titel kann man ab Mittwoch auf der Messe selbst ausprobieren. Ein heissersehnter Titel soll zum Launch der Konsole zu haben sein. Naemlich der neue Zelda-Titel “Twilight Princess”.

Ueber Geld wurde uebrigens nicht gesprochen, also wie teuer Wii sein wird. Einzige Auskunft des Nintendo-Sprechers lautete, man sei fuer ein solides Preis-Leistungs-Verhaeltnis bekannt. Man darf vermuten, dass der Preis unter dem der PS3 liegen wird, da hier nicht ganz so verschwenderisch mit HD oder aehnlichem umgegangen wird.

11:30. Weiter zu Microsoft. Die haben ja nun keine neue Konsole zum raushauen, also wurde im Vorfeld schon ein bisschen spekuliert, was es wohl zu hoeren und sehen gaebe. Wie vermutet wurde einiges an Hardware fuer die XBox360 angekuendigt. Dazu zaehlen eine Kamera, drahtloses Headset und ein ebenfalls kabelloses Lenkrad fuer die Konsole. Zu haben ab Herbst. Und ein HD DVD Player fuer die 360 plus jeder Menge Filme. Der High Def Player soll ab Ende September dieses Jahres zu haben sein.

Fuer XBox Live wurden weitere alte Klassiker angekuendigt und unabhaengige Entwickler, die Neues liefern sollen.

Fable 2 wurde angekuendigt, ebenso wie Forza Motorsport 2 und natuerlich Halo 3. Bis hierhin wenig ueberraschend.

Dann allerdings kam ein schmaler Typ mit Brille auf die Buehne. Bill Gates persoenlich. Damit hatte wohl tatsaechlich keiner gerechnet. Denn auf der Spielemesse hatte sich Mr. Windows bisher noch nicht blicken lassen. Gates legte dar, wie die Zukunft digitaler Unterhaltung nach Microsoft aussehen soll.

Dazu zaehlt “Live Anywhere”, eine gemeinsame Kommunikationsplattform fuer XBox360, Windows-PCs und mobile Endgeraete wie Handys. Das heisst, die von XBox Live bekannte Buddylist oder der Marketplace lassen sich auch ueber den PC oder das Handy nutzen. Das gezeigte Beispiel aus der Praxis sah so aus: Spieler 1 zockt “Shadowrun” auf der XBox360. Ueber der Live-Sevice bekommt er die Meldung, Spieler 2 spielt Shadowrun am PC. Jetzt kann man sich auf ein gemeinsames Spielchen treffen. Gekoppelt ist das ganze an das Erscheinen von Windows Vista und dem angesprochenen Spiel Shadowrun, einem Actionspiel mit Fantasy-Touch.
Vom Handy aus kann man ebenfalls sehen, wer gerade was macht. Eben das Spieler 1 & 2 Shadowrun spielen. Oder sich die sogenannten Gamertags ansehen, also die Visistenkarte der XBox Live Spieler.

Es geht darum, dass man immer die gleiche Spieleridentitaet nutzen kann, mit Freundesliste, seinem persoenlichen Highscore plus der Moeglichkeit zu direkter Sprachkommunikation.

Im Anschluss an die PK gab es noch die Moeglichkeit, einige Spiel etwas naeher zu betrachten. Dazu gings ins nah gelegene Roosevelt-Hotel. Hier wurde es dann etwas stressig. Die Journalistenstroeme werden gelenkt wie bei einer Evakuierungsuebung. Kamerateams links rum, der Rest bitte rechts rum. Da lassen die bulligen Sicherheitsleute keine Ausnahmen zu.

Also gut, ich trenne mich vom Team, gehe andersum rein und treffe dann das Team wieder.

Neben den genannten Fortsetzungen von Erfolgsspielen klang auf der PK “Viva Pinata” gut. Das ganze erinnert etwas an die Bauernhof-Simulation “Animal Corssing” von Nintendo. Es gilt, einen Garten zu kreieren, in dem sich nach und nach bunten Pinata-Tiere versammeln. Das klingt gut und weil es hier trotz allem noch entspannter zugeht, als auf der Messe, wirft Thomas die Kamera an. Unser Dreh im gemuetlichen Kabuff der Entwickler wird nach 15 Minuten unsanft unterbrochen. Ein weiterer bulliger Sicherheitsmann reisst die Tuer auf und verlangt die Ausweise aller Anwesenden. Ich habe zwar natuerlich einen, aber auf einmal nicht den richtigen. Den hat nur mein Kamerateam. Kopfschuettelnd packen wir zusammen, waehrend sich die ebenfalls verdatterten Entwickler mehrfach entschuldigen. Die sind auch Europaer und immer wieder mal ueberrascht ueber das manchmal seltsame Gehabe im Rahmen der E3.

Macht ja nichts, die tollen Tage auf der Messe werden noch weiter lustige und schraege Erlebnisse bringen. Mittlerweile ist es spaeter nachmittag und wir kaempfen uns durch den hoellischen Stadtverkehr wieder zurueck. Es muessen noch Texte geschrieben und Bilder hochgeladen werden.

Und morgen gehts erst richtig los. Und ratet mal wann? FRUEH!

Bilder zum E3-Tagebuch gibts uebrigens hier:


http://www.flickr.com/photos/valentinacarola/

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E3-Tagebuch, Tag 1: Nachtrag

Valentina on Mai 9th 2006 05:15 am

Und schnell noch ein paar Schlagzeilen, bevor der Jetlag seinen Tribut fordert (deswegen bitte moegliche Tippfehler mit Nachsicht behandeln). Gerade flatterten die Neuigkeiten von der Sony-Pressekonferenz ein. Die wichtigste Meldung sind drei Zahlen: 499. Euro…

Am 17. November wird die PS3 in “clear black” in den Laeden stehen. Fuer die genannten 499 Euro gibts die Playstation 3 mit Blu-Ray und 20 GB-Festplatte. Fuer 100 Euro mehr sind es dann 60 GB. Wer bereits feststellen musste, wie schnell sich die 20GB-Platte der XBox360 fuellte, kann schon mal sparen.

Am 17. November kommen uebrigens diesmal alle Konsolen-Enthusiasten gleichzeitig in den Genuss einer Konsole. Es muss also nicht mehr neidisch ueber grosse und kleine Teiche geschielt werden, wie zuletzt bei der PSP.

Die Spezifikationen duerften hinlaenglich bekannt sein. Fuer Stats-Fetischisten hier nochmal der Ueberblick:

CPU: Cell Processor

GPU: RSX

Sound: Dolby 5.1ch, DTS, LPCM, etc. (Cell-based processing)

Memory: 256MB XDR Main RAM, 256MB GDDR3 VRAM

HDD: 2.5” Serial ATA 20GB/60GB

I/O: USB 2.0 (x4)

MemoryStick /SD/CompactFlash
Communication: Ethernet (x1 / 10BASE-T, 100BASE-TX, 1000BASE-T)

IEEE 802.11 b/g
Bluetooth 2.0 (EDR)
Wireless controller (Bluetooth)
AV Output: Screen size 480i, 480p, 720p, 1080i, 1080p

HDMI OUT – (x1 / HDMI NextGen)

AV MULTI OUT (x1)

DIGITAL OUT (OPTICAL) (x1)

BD/DVD/CD Drive (Read Only): Maximum Read Speed BD 2x (BD-ROM)

DVD 8x (DVD-ROM)

CD 24x (CD-ROM)

SACD 2x

Dimensions: Approximately 325mm (W) x 98mm (H) x 274mm (D)

Weight: Approximately 5 kg

Soviel aber nun endgueltig fuer heute. Gute Nacht!

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E3-Tagebuch, Tag 1: Über den Wolken

Valentina on Mai 8th 2006 06:33 pm

Unfassbar und Wunder des Fortschritts: Ich bin gerade ueber Groenland und verfasse dabei diesen ersten Tagebucheintrag. Weil, bei Hansens an Board kann man jetzt surfen. Zu Preisen wie im alten Rom, aber einen echten Nerd kann das nicht schrecken.

Deshalb dreht sich dieser Eintrag streng genommen noch nicht wirklich viel um die E3, denn ich bin ja noch gar nicht da.

Ebensowenig wie die Kollegen von Ubisoft Deutschland, die auch an Board sind. Ich treffe sie im Warteraum am Gate. Und nachdem geklaert ist, dass man an Board surfen kann, kommt irgendwer auf die schoene Vorstellung, man koenne 10 Stunden und dreissig Minuten lang WoW ueber den Wolken spielen…

Norman von Ubisoft macht sich berechtigte Sorgen, was passiert, wenn man mitten in einer Instanz vor dem Endboss steht und es kommt die Ansage, man moege alle elektronischen Geraete ausstellen, der Landeanflug beginnt. Das waere natuerlich fuerchterlich.

Da mein alterschwaches iBook sowieso nicht mehr WoW-tauglich ist, stellt sich die Frage nicht. Hm, vielleicht haette ich mit dem Druiden Machdirnix, aka meinem Kollegen HP tauschen sollen. DER spielt naemlich allen Ernstes auf seinem iBook. Ist ein bisschen frischer im Herstellungsdatum.

Naja, ich werde mich wohl mit einer Runde Mahjong begnuegen muessen. Grafisch eine eher statische Angelegenheit.

Bevor ich mich diesem Vergnuegen widme, aber erstmal eine kleine Ubersicht, was die naechsten Tage zu erwarten ist.

Kurz nach der Landung beginnt erst mal die Sony-Pressekonferenz. Die ich vermutlich nicht mehr schaffen werden. Aber ich habe vorgesorgt und Augen und Ohren ueberall.

Morgen frueh um 8:30 Uhr gehts zu Nintendo. Vielleicht findet man, die meisten Journalisten sind sowieso Jetlag-geschaedigt und frueh wach. Aber Wii muss ich mir natuerlich gleich anschauen. Wii bitte?
Ueber den frisch enthuellten Namen der bisher unter “Revolution” betitelten neuen Nintendo-Konsole wurde viel gespoettelt. Er laedt eben einfach zu netten Wortspielen ein. Aber trotzdem bin ich gespannt, was Wii zu bieten hat. Allein der Controller, der wie eine Fernbedienung aussieht, laesst schraege Spiel-Ideen vermuten.

Gleich im Anschluss gehts zu Microsoft. Die ja bekanntlich im Konsolen-Kampf bereits vorgelegt haben. Zu vermuten ist, dass es bei den Redmondern Zubehoer fuer die XBox 360 vorgestellt wird. Eine Kamera ist da sicher nicht unwahrscheinlich. Spiele-seitig gehts sicher unter anderem um Halo 3. Windows Vista hat zuletzt Negativ-Schlagzeilen gemacht, weil es in verwirrend vielen Versionen auf den Markt kommen soll. Zum Thema Windows Vista und Spiele wird es ebenfalls etwas zu sagen geben. In jedem Fall steht fuer mich dazu ein Termin an.

Mittwoch beginnt die E3 offiziell und wann? Natuerlich frueh. Und ich bin an sich mehr ein Nachtelf (tut mir Leid, ich kann mir diese WoW-Anspielungen einfach nicht verkneifen).

Um 8 Uhr gibts ein erstes Presse-Briefing, bevor wir uns in die Hallen stuerzen duerfen. Donnerstag und Freitag wird mich dabei ein Nahkampf erprobtes Kamerateam begleiten, damit es hinterher auch was zu sehen gibt. Einen ersten kurzen Bericht gibts dann am Samstag, den 13. Mai, um 17 Uhr in 3sat.

Die volle Breitseite Spiele gibts dann am 20. Mai. Gleicher Sender, gleiche Zeit.

So, meine gebuchte Internet – Zeit laeuft langsam ab und deshalb wars das fuers erste.

Hauptsache, die Eintracht ist nicht abgestiegen, die Kickers sind auch “dringeblibbe” und wir werden Weltmeister. Das hat jetzt ueberhaupt nix mit der E3 zu tun, lag mir aber auf der Seele.

Bis bald!

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WoW-Tagebuch 33: Kloster-Besuch unter Kamera-Beobachtung…

Valentina on Mai 4th 2006 10:48 am

Faszination MMORPGs im Allgemeinen und WoW im Besonderen. neues, das grossartigste Computer-Magazin der Welt, wird demnaechst (mal wieder) einen Beitrag darueber bringen. Da bekanntlich der ein oder andere im Hause privat ebenfalls WoW spielt, lag eine Statistenrolle nahe. So wurden gestern bei “Voodoovince” Strippen gezogen, Lampen aufgestellt, Ton-Ein- und ausgaenge gesucht und und Stative gerueckt.

Machdirnix wird samt iBook in die Kueche gesetzt, ich beziehe mit meinem MacMini das Wohnzimmer und Chef-Ideologe Voodoovince zockt im Arbeitszimmer am Windowsrechner. Druide Nr.2, Traveller, spielt am Redaktions-Rechner. Normalerweise sind wir natuerlich oertlich etwas anders aufgeteilt, aber bei einem Dreh mit 4 Kameras muss man Kompromisse machen.

Fuer die Session haben wir uns das Kloster ausgesucht, weil es einigermassen ueberschaubar und nicht allzuschwer ist. Trotzdem sorgt Team-Leader Ernie sicherheitshalber fuer kompetente Unterstuetzung und beruft Pala Yeiden ins Team. Das der ausgerechnet im roten Dress auflaeuft, ist fuers scharlachrote Kloster nicht ganz ungefaehrlich… ;-)

Waehrend der Ton-Assistent noch am Sound schraubt, spielen wir uns in der Vorhalle des Klosters ein bisschen ein. Ein wagemutiger Hordler faengt eine Schlaegerei an und wir mischen mit. Die wueste Keilerei endet mit 2 ehrenhaften Siegen, wobei man bei unserer Uebermacht eigentlich nicht wirklich von ehrenhaft sprechen kann. Ich finde diesen Duell-Quatsch eigentlich eh bloed, aber Ernie schreit: Angriff! Und Krieger werden nicht fuers Nachdenken bezahlt…

Endlich kommt dann ein “Alles klar” von Ton und Kamera und wir stuerzen uns ins eigentliche Gefecht. Ernie hat statt seinem Druiden den Krieger “Wicked” mitgebracht und gibt die Aufgabenverteilung vor. Machdirnix heilt, Wicked und ich tanken im Verbund mit Yeiden und Traveller spielt Katze fuer alles.

Am liebsten sind mir Anweisungen wie diese: “So, alle herhoeren. Da vorne steht der Boss. Die Taktik heisst, auf ihn mit Gebruell!”

Mit vollbeladenen Taschen wanken wir aus dem Kloster wieder in die Vorhalle. Jetzt noch schnell aufstellen fuers Gruppenfoto und dann rausbeamen. Die Session heute war kurz, wird aber wohl wiederholt werden. Nur ohne Kameras.

Den Beitrag gibts voraussichtlich am 20. Mai in 3sat. Hier fuer den neues – Newsletter eintragen. Und hier fuer Infos klicken: 3sat/neues

Und Bilder vom Dreh und Kloster-Besuch: Hier

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