Archive for September, 2006

X06: Spielen in Barcelona

Valentina on Sep 30th 2006 12:28 am

So, nachdem unser Sichtgerät derzeit im Eimer ist und ich mein Roh-Material aus Barcelona nicht checken kann, kann ich stattdessen doch gleich mal den angekündigten Bericht anfangen. Los geht’s: Klassenfahrt der Spiele-Journalisten…

Mittwoch früh gings nach Barcelona und am Gate treffe ich auch gleich die „üblichen Verdächtigen“. In diesem Fall sind es Andreas von RTLII und Peter vom Loop Magazin. Diese Reisen zu Presse-Events haben immer so was von einer Klassenfahrt. Man trifft nette Kollegen, redet über seine Lieblingsspiele oder über Unsinn und das in jeder freien Minute. Wovon es aufgrund straffer Zeitpläne immer zu wenig gibt. In Barcelona angekommen haben wir aber tatsächlich noch knapp 3 Stunden Zeit bis zur Pressekonferenz und beschließen einen kleinen Strandausflug. Als Deutscher muss man Ende September glücklich sein um jeden Sonnenstrahl. Also traben ausser den Genannten noch zwei Kollegen von Giga Games mit. Wir landen in einem überteuerten Touristen-Strandcafé und müssen uns dann auch noch beeilen, wieder rechtzeitig zurückzukommen. Ich übernehme die Führung unseres kleinen Klassenausflugs. Allerdings nur, weil ich als einzige im Besitz eines Stadtplans bin. Die spielen alle nicht mit mir WoW und vertrauen mir…
Wir kommen nach einem halbstündigen Gewaltmarsch tatsächlich pünktlich an und fahren dann ins Nationaltheater zur Pressekonferenz. Und jetzt geht’s richtig los, mit wichtigen Infos:

One next thing: Die Pressekonferenz
Im Nationaltheater sitzen geschätzte 800 Journalisten in einem Riesen-Auditorium. Was folgt sind jede Menge Reden diverser Köpfe, angefangen mit Chris Lewis. Der kündigt unter anderem neue Arcade-Titel an. Darunter Sensible Soccer und Doom.
Es wurde natürlich viel geredet, angekündigt und mit Trailern um sich geworfen. Ich werde mir aber erlauben, hier nur das (subjektiv) Wichtigste zu erwähnen.
Das grafisch herausragende Gears of War soll am 17. November in Europa erscheinen. Von Deutschland ist nicht die Rede, aber da wird es wohl sicher nicht in der gesehen Version erscheinen. Würde mich zumindest wundern. Bei diesem Spiel bin ich gespalten: Ja, gut, sieht super aus, hat auch einen geiwssen Witz. Zwar wird in der Pressemeldung von einer „tiefschürfenden und verstörenden“ Story gesprochen, aber tapfere Menschlein gegen fiese Außerirdische, das klingt in meinen Ohren nach allem, aber tiefschürfend ist wohl eher die eingesetzte Kettensäge an der Wumme. Ich persönlich habe damit nicht unbedingt ein moralisches Problem, das ganze ist teilweise auch so arg übertrieben, dass man es nicht unbedingt ernst nimmt. Ich finde es eher langweilig…

Der HD DVD Player ist ja schon einige Zeit angekündigt, nun gabs endlich mal Preis und Verfügbarkeit. 199 Euro, zu haben ab November – das ist zu dem Zeitpunkt, zu dem eigentlich diese andere Konsole erscheinen sollte ;-)

Man ist ja nun nach E3 und Games Convention ein wenig übersättigt und hat das meiste schon mal gesehen oder gehört. Aber als Herr der Ringe-Regisseur Peter Jackson auf die Bühne kam, waren doch alle begeistert. Im letzten Jahr wurde in Amsterdam der Halo-Film von Peter Jackson angekündigt, er selbst aber nur per Video zugespielt. Diesmal kam er leibhaftig und kündigte mit Vice President Peter Moore ein neues Studio namens WingNut Interactive an. WingNut Films ist bekanntlich Jacksons Filmproduktionsfirma. Der Regisseur wird an der Entwicklung neuer Kapitel für das Halo-Universum beteiligt sein. Peter Jackson ist ein erfolgreicher Regisseur und erfolgreichen Leuten sieht man ja verschwurbelte Aussagen gern nach. Jedenfalls erzählte der Gute etwas von einer völlig neuen Erfahrung, die kein Spiel, aber auch kein Film sein würde. Es war ein wenig schwer, sich darunter etwas vorzustellen. Wohl auch für Microsofts Peter Moore. Doch winkt im Gespräch später ab: Soll er mal machen, der Jackson, wir werden ja sehen. Mit anderen Worten, hat er’s auch nicht so genau verstanden, aber einem Oscar-Regisseur redet man einfach nicht rein. Der Halo-Film soll übrigens 2008 ins Kino kommen.

X06/Tag 2: Spielen und Fragen
Tag zwei dieser Xbox-Events ist traditionell für Entwickler-Präsentationen und Interviews vorgesehen.

Erster Entwickler-Termin ist Alone in the Dark, wo wir mal wieder nicht filmen dürfen. Was auf der 360 zu sehen ist, ist durchaus beeindruckend und von daher hätte ich es gerne gezeigt, im Beitrag. Die altehrwürdige Serie (1992) wird auf der 360 weg vom ursprünglichen Adventure-Charakter, hin zu mehr Action gehen. In den Worten von Producerin Nour Polloni heißt es „Action Survival Game“ statt wie bisher „Survival Horror Game“.
Schauplatz ist der Central Park in New York und Held der gute alte Edward Carnby. Der Central Park bietet jede Menge unterschiedliche Schauplätze auf einen Haufen: Alte Häuser, dunkle Waldstücke, einen Zoo und ungemütliche Tunnelsysteme. In der gezeigten Szenerie befindet sich Carnby in einem Haus am Rande des Parks, das mit viel Dramatik und Effekt auseinander bricht. Unbekannte Mächte reißen Wände ein, ziehen ihm den Boden weg und werfen ihm Mauerbrücken um die Ohren. Es blitzt und kracht und Carnby klettert und rennt um sein Leben. Dabei legt Entwickler Eden Games viel Wert auf Realismus. Beispiel: Selbstredend ist es in einem Grusel-Spiel gerne mal dunkel. Wenn Edward sich eine Stehlampe schnappt, um in eine finstere Ecke zu leuchten, geht der Lichtkegel eben nur so weit wie das Kabel der Lampe reicht.
Die Struktur des neuen Alone in the Darks lehnen die Macher an TV-Serien wie Lost, CSI oder 24 an. Es sind also einzelne Episoden, die am Anfang immer eine Zusammenfassung des bisher Geschehenen zeigen. Ähnliches haben die Macher von Max Payne bereits vor 5 Jahren gemacht und wo sind die gelandet? Auf dem Index. Aber dazu komme ich später.
Hoffentlich bleibt bei all dem Gerummse im 5. Teil nicht das Rätseln auf der Strecke, nur alles wegschnetzeln ist auf Dauer öde. Wie sich das ganze also spielt, wird man sehen. Vorerst gabs noch nicht allzu viele Infos zum Gameplay und das Spiel erscheint erst 2007.

Nächster Termin: CliffyB’s Gears of War. Ein Spiel, das schon im Vorfeld mit Auszeichnungen überhäuft wurde und sehnlichst erwartet wird. Ich habe es nur mal angespielt, da lässt sich zugegebenermaßen kein komplettes Bild vermitteln. Aber ganz subjektiv ist das nicht mein Spiel, glaube ich. Siehe oben…
CliffyB alias Cliff Bleszinski ist ein spaßiges Kerlchen, der vor Publikum zu Höchstform aufläuft. Niemand kann sich so schön über Kettensägen und optimale Kettensägen-Sounds freuen, wie Cliff. Die unvermeidliche Frage nach der Gewaltdarstellung in der Präsentation sieht er wie die meisten Amerikaner eher gelassen. Man könne ja auch Viva Pinata spielen…

Gute Idee, das mach’ ich doch gleich mal. Die Zeit bis zum nächsten Termin nutze ich, um endlich mal reinzuspielen. Ich habe mir Rare’s Viva Pinata schon ein paar Mal angesehen, kam aber nie dazu, selbst rein zu spielen. Also nehme ich die Schippe in die Hand und bearbeite meinen Garten. Der zufällig vorbeikommende Kollege von Giga Games ist etwas verwirrt: „Sag’ mal, was um Himmels willen machst Du da?“ Man darf aber, ob der Actionspiel-Dichte, gerne etwas verwirrt sein: Entweder hat man halt bei einem Videospiel eine Waffe in der Hand oder ein Lenkrad. Aber selten Spaten. Es sei denn, man haut sie jemanden über die Rübe. Wenige Minuten später habe ich zwei ständige Bewohner in meinem frisch ergrünten Schrebergärtchen: Zwei Würmchen, die ich Brutus und Cäsar nenne. Komm schon Cliffy, warum kann man in deinem Spiel nicht seine Lieblings-Gegner benennen? Oder die Waffe? Meine beiden Schnellfeuer-Gewehre Hanni und Hanni…

Nächster Termin: Bioshock
Aaalso, ich weiß nicht. Ich habe es auf der E3 schon gesehen, in Barcelona gabs neues Futter. Großartige Grafik, im Ansatz gute Hintergrundgeschichte, aber die neue Demo namens „Hunting the Big Daddy“ ist schon ziemlich schräg. Der Spieler landet in einer verlassenen Unterwasserstadt, voll gestopft mit altmodisch erscheinender Technik und 60er Jahre Mobiliar und Optik. Dass hier unten etwas nicht stimmt, merkt der Spieler auch ziemlich schnell. Es liegen einfach zu viele Leichen herum. Außerdem trifft man auf seltsame kleine Mädchen, die immer einen hartgesottenen Beschützer bei sich haben: Big Daddy. Die Stadt namens Rapture hat ein exzentrischer und ziemlich reicher Mensch als Refugium gebaut. Doch irgendwas ist schiefgelaufen: Die meisten Bewohner sind solide mutiert zu Unaussprechlichem. Ein Grund dafür heisst „Adam“. Adam ist eine aus Seeschnecken gewonnen Substanz, die es ermöglicht, die menschliche Zellenstruktur zu verändern. Doping, gewissermaßen, denn Adam macht leistungsfähiger. Allerdings werden in Rapture keine Radrennen gewonnen sondern mit Adam eher richtige Superkräfte generiert. Offensichtlich sind die Seeschnecken rar geworden, denn um die Substanz ist ein erbitterter Kampf ausgebrochen.
Klar möchte man hie einfach nur weg, aber erst mal bitte schön überleben. Ganz klar wurde nicht, ob das kleine Mädchen – Litte Sister – eines von vielen ist und ob es sich um Gegner handelt. Big Daddy ist jedenfalls einer und einer ziemlich harter. In der Demo wurde gezeigt, wie man Überwachunsgroboter modifiziert, um gegen den Klops anzutreten. Mit so etwas ähnlichem wie Jedi Mindtricks kann man ihm zusätzlich einiges an greifbarem Mobiliar um die Ohren werfen. Nachdem Big Daddy erledigt war, versteckt sich Little Sister und man sieht nur noch zwei Hände mit einem Metallrohr. Dann: Schwarzblende. Mein Tipp: Keinen Jugendfreigabe bzw. keine Alterkennzeichnung… dann schon eher für Gears of War – ohne Kettensäge.

Letzter Termin: Alan Wake
Erstmal treffe ich das ziemlich vergrätzte Kamerateam vor dem Raum von Remedy, dem man mal wieder das Filmen verboten hat. Mit strengem Blick wird mir dann noch vom „Wachhund“ mitgeteilt, ich sei 6 Minuten zu spät und könne jetzt nicht mehr in die Präsentation. Ich zähle langsam bis drei, und warte auf die nächste Demo, 15 Minuten später.
Abgesehen vom unfreundlichen Türsteher hat sich der Besuch gelohnt. Alan Wake kommt von den gleichen Publishern wie Max Payne, was auch am Wortspiel schon ablesbar ist. Alan Wake ist ein erfolgreicher Horrorschriftsteller, der erstens unter einer Schreibblockade, zweitens unter Alpträumen und drittens unter dem Verschwinden seiner Freundin leidet. Das ist nicht nur ein Menge Unerfreuliches, sondern erinnert stark an ein klassisches Stephen King Setting. Das geben die Entwickler nicht nur freimütig zu, sie bezeichnen King auch als wichtige Inspiration. Auch David Lynch ist eine sichtbare Inspiration. Twin Peaks ist nicht weit weg. Die Nächte dauern immer länger und Wakes Feind ist die Dunkelheit. Auch Alan Wake ist eine gebrochene Figur, wie Max Payne. Und auch hier wird in Episoden erzählt. Alone in the Dark hat wie erwähnt ähnliches vor, Max Payne hat das bereits 2001 gemacht. Wegen dem persönlichen Rachfeldzug des Protagonisten Max wurde das Spiel später indiziert. Heute würde das vermutlich nicht mehr passieren, es gibt ganz andere Spiele, vom Brutalitätsgehalt her. Aber vor fünf Jahren war die szenische Aufbereitung, die verstörenden Sequenzen, in denen der Polizist seine ermordete Familie findet und in einer Traumsequenz sein Baby weinen hört, offensichtlich regelrecht unerhört. Teil 2 bekam dann eine 18er Einstufung.
Die etwa 15minütige Präsentation war beeindruckend, das Spiel verspricht eine ähnlich fesselnde Atmosphäre wie Max Payne, soll aber weniger auf blutige Action setzen, sagte mir Remedy’s Sam Lake. Dafür wohl jede Menge Suspense und Grusel.
Ich bin jedenfalls sehr gespannt. Zum Release ließ sich Remedy kein Wort entlocken, aber Ende 2007 scheint mir reell.

Damit ist X06 auch schon wieder rum und es heißt nur noch Zeit totschlagen, bis zum Rückflug. Die Konsolen wurden nämlich schneller wieder abgebaut, als wir gucken konnten. In ähnlicher Zusammensetzung wie beim Strandausflug, vertreiben wir uns die Zeit durch möglichst viel Unsinn reden. Schon alleine, weil wir über dieses Event ja total ernsthaft berichten werden. Christian von Golem hat die erste Nachtsession schon hinter sich und ist entsprechend angeschlagen. Ich habe es vergleichsweise bequem, meinen Bericht gibt’s erst nächste Woche. Also den in bewegten Bildern, versteht sich.

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Morgengrauen in Barcelona

Valentina on Sep 29th 2006 09:52 pm

Schon mal zur Einstimmung: Morgengrauen in Barcelona. Der Bericht von X06 folgt…

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Buenos Tardes… X06.

Valentina on Sep 29th 2006 09:53 am

Jaha, tardes wars gestern, also spät, bis ich zu hause war. Und spät wurde es natürlich auch in Barcelona, auf der X06. Nicht nur deswegen gibts noch keinen Bericht. Im Hotelzimmer gabs Internetanschluss allen Ernstes NUR via Glotze. Und das ist so dermaßen unsteuerbar und nicht-funktionabel, dass es kracht. Nachdem ich versucht habe mit dem dämlichen Trackpad auf die Adressleiste zu kommen und seltsame spanische Fehlermeldungen beim einloggen bekam, habe ich aufgegeben. Und trotzdem 9 Euro für “Audiovisuales” bezahlt.

Deshalb wird der X06-Bericht baldigst nachgereicht. Aber ich bin ja nicht die Einzige, die technische Probleme hatte ;-)

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Bloggen im All

Valentina on Sep 26th 2006 04:07 pm

Na gut, warum auch nicht: Andere fuehren schliesslich auch Reisetagebuecher von der Australien-Tour oder der Malle-Rundreise. Warum nicht auch, wenn man fuer 20 Mio mal eben ein Ticket ins All geloest hat?

Trotzdem faszinierend, dass Frau Ansari aus der ISS bloggt. Nachzulesen hier und beim Spiegel.

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Diese Woche: Bericht vom XBox360 Event, X06 in Barcelona

Valentina on Sep 25th 2006 02:04 pm

Diese Woche ist es mal wieder soweit: Microsoft lädt zum jährlichen XBox-Event. Im letzten Jahr war das vor allem deshalb spannend, weil die XBox360 noch nicht erschienen war.. Und in diesem Jahr? Dürften mal wieder die Spiele selbst im Mittelpunkt stehen. Als da an Highlights wären: Gears of War, Viva Pinata, Crackdown, Alan Wake, Fable II & Forza II. Mich persönlich lockt am meisten Alan Wake. Macher sind die gleichen wie für Max Payne und das ist eines meiner absoluten Lieblingsspiele. Zu Gears of War treffe ich CliffyB von Epic Games.

Fable II ist natürlich auch höchst spannend. Der erste Teil war zwar wegweisend, aber dann doch nicht ganz konsequent. Jedenfalls ist es immer ein Genuss, dem eloquenten Molyneux zuzuhören, der persönlich die Fortsetzung von Fable kommentieren wird.

Der Event zieht sich über anderthalb Tage: Pressekonferenz am Abend und am Folgetag Präsentation verschiedener Entwicklerstudios plus Zeit zum Probespielen und für Interviews. In diesem jahr ist Barcelona der Schauplatz und los gehts am Mittwoch.

Also: reinklicken, Bericht und Bilder gibts spätestens ab Donnerstag (*räusper*, voraussichtlich).

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WoW-Tagebuch, Teil 40: Maus(e)tot

Valentina on Sep 24th 2006 06:00 pm

Ich hasse es: Da ist man mitten im Gefecht und die Mouse schmiert ab. Nichts geht mehr. Hektisches Schubladen-Gewühle, nur eine dämliche Notebook-Mouse greifbar, aber egal. Aber auch damit ist nichts wie es sich gehört…

Die Kriegerin Amera, alias Moagrim, und ich wollten eigentlich nur mal eben in der Schattenfeste aufräumen. Und jetzt hänge ich hier und fluche. Und zwar lautstark, wie der gute Traveller moniert.
Erst ist meine Maus praktisch tot. Mit der kleinen Notfallmaus habe ich zwar wieder einen Mauszeiger, aber das Teil reagiert nicht richtig. Ich laufe normalerweise nicht via W,S,A,D, sondern mit Druck auf beide Maustasten. Anders kann ich’s auch leider nicht mehr, es geht einfach nicht. Weil die Maustasten offensichtlich verstellt scheinen, gehe ich ins Interface-Menü. Sieht aber alles normal aus, es lässt sich nichts ändern, was den ursprünglichen Zustand wiederherstellt. Ich fluche also lautstark weiter, während Traveller Moagrim anfleht, mich zu beruhigen.
Für diesen Abend muss ich mich zurückziehen, so wird das nix.
Ich muss mir also dringend heute noch eine ordentliche Mouse kaufen. Sonst ist das Spiel-Wochenende hin. Der Maus-Kauf ist im Bereich Gaming gar nicht so leicht. Da gibt’s spezielle Mäuse ohne Ende und Preise bis zu 100 Euro, das will gut überlegt sein.
Vor allem will ich keine Kabel und das wird erst recht schwierig. Für Spiele setzten die meisten performancemässig auf Kabel. Spontanes googlen findet Logitechs G7.

Eine Stunde später: Gerade werde ich von zwei Leuten beschimpft, ob ich sie noch alle hätte: 90 Euro für eine Maus! Ich weiss, völlig bekloppt. Aber die 20-Euro Speedlink-Maus konnte nur 800 dpi bieten und auf der Logitech-Packung stand was von 2000 dpi. Ich bin da leicht zu beeindrucken…
Wenns schnell gehen soll, bleibt ja nur der nächstgelegene Elektronikmarkt. Das ist in meinem Fall der mit der „Sparen ist toll“-Werbung. Nichts könnte verräterischer sein. Denn wer geizt, geht besser auf keinen Fall dorthin. Im Schnitt, grade bei „Kleinkram“, sind die 10 bis 20 Euro teurer. Ging mir so bei einem schnöden Autoladekabel fürs Handy und jetzt bei der Maus. Die gleiche hätte bei Amazon 72 Euro gekostet, beim Elektronikmarkt 89…
Aber wie gesagt: Bestellen dauert länger und ich muss doch endlich mal Level 60 werden.
Abends gleich mal ausprobiert – mit gemischten Gefühlen. Ersteindruck: Sehr gut. Einstöpseln und loslegen (na gut: wie immer, am Mac…). Der Empfänger ist gleichzeitig auch Ladestation für den mitgelieferten Zweit-Akku. Es gibt eine fünfstufige Batterieanzeigen und überhaupt ist die Maus so toll wie einst Lothar Matthäus: Schiesst rechts wie links.
Im Spiel macht mich die „ultra-schnelle 2,4-Ghz-Technologie mit 2000-dpi-Laser-Engine” irgendwie ferdisch: Ich drehe mich so schnell, dass ich laufend den Überblick verliere. Hilfe, wo bin ich und wo sind die anderen? Zur Belustigung meines Mitstreiters Moagrim. Weniger lustig in Instanzen. Heiler hat Aggro: Mooooment, ich komme…
Naja, wir werden uns schon noch einspielen, G7 und ich.

Bilder wie immer im Flickr-Album zum Tagebuch.

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Valli at Lvl 56

Valentina on Sep 24th 2006 05:59 pm

Ich und meine Lieblingsschwerter: Hauklinge & Bezwingerschwert ;-)

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Nintendo-Pressekonferenz in London: Wii kommt am 8. Dezember

Valentina on Sep 16th 2006 12:09 am

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Pünktlich um 8:25 gings los nach London, pünktlich wurde in Heathrow gelandet. Statt dem üblichen „auf Wiedersehen“ aus dem Cockpit gabs eine etwas schockierende Ansage: „Meine Damen und Herren, Sie haben sich sicher über die seltsamen Geräusche gewundert. Eines unserer Triebwerke hat sich verschluckt, deshalb haben wir es abgeschaltet. Und deshalb wurden wir auch von der Feuerwehr empfangen. Aber es besteht kein Grund zur Sorge.“
Grossartig, ein Fest für latente Flug-Feiglinge wie mich. Schön aber, dass mir nichts von alledem aufgefallen war. Weder Geräusche, noch Feuerwehr. Aber ich habe ja schon mal erwähnt, dass ich morgens etwas verpennt bin…
Dann ging es aber Gott sei Dank ohne Pannen weiter. Am Gepäckband traf ich auf Nintendo-Pressesprecher Stefan Gundelach und Bernd Fakesch. Das war deswegen fein, weil ich mich elegant in deren Shuttle in die Docklands werfen konnte, statt öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Zwar hatte mein Londoner Kameramann Richard mir einen kleinen Rieseplan gemailt, aber der hätte 3 Mal umsteigen bedeutet. Schneller war zwar auch der Bus nicht, aber auf jeden Fall bequemer.

Pressekonferenzen der Spielebranche sind gerne etwas aufwändiger. Da muss es schon richtig dicke Lichteffekte, Sound-Gedöns und viel Trommelwirbel geben. Rund 700 Journalisten waren zum Probespielen und zur Pressekonferenz in die Londoner Docklands gekommen.
Auch der Chef persönlich. Das Präsident Iwata aus Japan kam, ist durchaus nicht unbedeutend. Es zeigt, wie wichtig es Nintendo ist, im so genannten „Konsolenkampf“ vorne mitmischen. Ausserdem hatte gerade erst in Japan das Briefing für die dortigen Medien stattgefunden. Aber wer Konsolen verkaufen will, muss reisen. Oder so ähnlich.
Neue Zielgruppen müssen her. Das Nintendo das ganz gut hinkriegen kann, zeigt ja schon der DS, der offensichtlich viele bisherige Nichtspieler gewonnen hat. Das funktionieren irgendwie mit einer Rolle rückwärts. Statt hochauflösenden Bilder und Highend-Grafik plus mordsmässig Wumms gibt’s hier mehr pfiffige Spiele-Ideen. Spielen soll wieder einfacher und zugänglicher werden. Finde ich durchaus begrüßenswert. Ich persönlich will mir weder ständig die Zähne ausbeissen noch halte ich alles unter 4o Stunden Gameplay für öde.
Auf der Bühne zeigten die beiden Top-Tennispieler Tim Henman und Greg Rusedski, wie simples, aber innovatives Spielen funktionieren soll. Sie griffen zum Controller statt zum Schläger, um sich höflicherweise in einem Match gegen Sony-Chef Iwata und seinen Europa-Kollegen Laurent Fischer schlagen zu lassen.
Dank Bewegungssensor im Controller muss man halt Spiele-Neulingen nicht lange erklären, wie Tennis mit Wii funktioniert. Die sehr aktive Spielweise mit Wii könnte sich allerdings nicht für alle Wohnzimmer geeignet zeigen. In meiner engen Dachwohnung, mit einem in die Ecke gequetschten Fernseher dürfte das ein Riesenspaß werden.

Den meisten Anwesenden dürften viele Features von Wii nicht neu gewesen sein. Und alle Karten legte Nintendo immer noch nicht auf den Tisch. Zur Online-Strategie zeigt man, was mit Wii grundsätzlich möglich ist.
Das Menü von Wii ist recht gelungen. Nintendo nennt das ganze Channels, in Anlehnung an die Tatsache, dass man ja am TV sitzt. Das Channel Menü begrüßt einen als erstes. Die Channels versteht Nintendo als eine Art Gateway zu den verschiedenen Möglichkeiten von Wii. Sie sind, vergleichbar vielleicht mit AOL, eine Art eigene Umgebung von Nintendo. Über sie wählt man Spiele, den Empfang von News und Wetterberichten, Fotos ansehen oder versenden und ein kleiner Editor namens „Mii“. Letztere Möglichkeit entstand offenbar erst in jüngster Zeit. Der Mii-Editor dient dazu, selbst Charakterköpfe, seinen eigenen Avatar, zu entwerfen, die man in manchen Spiele einsetzen kann.
Neben den Info-Channels kann man aber auch im „richtigen“ Internet surfen, dank Opera Browser. Zur weiteren Online-Strategie wurde die „virtuelle Konsole“ genannt. Wii kann alte Spiele-Konsolen emulieren und so kann man verschiedene Klassiker für NES, N64 und andere herunterladen. Außerdem soll es die Möglichkeit geben, weitere Channels zu erwerben. Zur Preisen und weiteren Details des Services wurde nichts Genaueres enthüllt.

Ein bereits angekündigtes Feature ist WiiConnect24. Die Konsole wird nicht mehr abgestellt. Man kann zwar einen Off-Knopf dazu drücken, aber Wii geht dann nur in einen Standby-Modus. Eine Verbindung zum Internet kann bestehen bleiben und so zum Beispiel ein gerade gestarteter Download bequem beendet werden, ohne die Konsole angeschaltet lassen zu müssen. Trotzdem soll Wii dann nicht mehr Strom verbrauchen als eine kleine Glühbirne.
Über WiiConnect24 läuft auch ein Message Board, für Kurz-Nachrichten an andere Wii-User oder zum Austausch von Bildern. Auch einen Kalender gibt es an Board, der auch mit den Spielen zusammen funktioniert. So können zum Beispiel für manche Spiele mit Onlinefeatures Event-Informationen angezeigt werden.
249 Euro kostet Wii, das ist etwas teurer, als spekuliert wurde. Dafür ist im Paket auch ein Spiel dabei und zwar Wii Sports. Wie generell üblich gibt’s nur für einen Spieler Controller, bestehend aus der Wii Remote und dem zusätzlichen Nunchuck-Controller.
Dabei sind außerdem alle nötigen Kabel und Sensoren fürs TV-Gerät im Karton. An die 20 Spiele sollen zum Verkaufsstart zu haben sein, unter anderem auch der lang erwartete neue Zelda-Teil. Rund 100 Spiele seien derzeit in Entwicklung, so Nintendo.

Ich hatte eher auf 200 Euro gehofft, dass wäre psychologisch für mich das Argument zum „Sofort-Kauf“ gewesen. Schaun mer mal… was das Konto im Dezember sagt.

Direkt vom Dreh gings dann in Schnitt, wo ich mit dem Australier und Spassvogel Andy aus drei Bändern von knapp 1,5 Stunden zwei Minuten und 50 Sekunden zusammengestrickt habe. Schon lustig, O-Töne zusammen zu schneiden, mit jemandem, der kein deutsch spricht. Und so ein australischer Akzent ist auch nicht zu verachten. Da musste ich schon ab und an mal ein diskretes „Excuse me?“ nachsetzen.

Jetzt halte ich mich mit dem „Pretzel Mix“ aus der Minibar über Wasser, um noch flott der Aufforderung nachzukommen, endlich einen Text abzuliefern…

Bilder gibts wie immer hier.

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Wii promise…

Valentina on Sep 12th 2006 11:04 am

Nun isses raus: Die PS3 ist verschoben, Antigames weiss, was man mit den gesparten 600 Euro noch so machen kann und die Xbox360 ist ja schon lange da.

Fehlt ja nur noch der Konsolen-Hersteller mit dem Latzhosen-Helden.

Und der lädt für diesen Freitag zum Presse-Event nach London. Da haben wir doch flugs einen günstigen Flug gebucht und unseren Londoner Lieblings-Kameramann engagiert. Immerhin versprach die Presseagentur, die versammelte europäische Fachpresse nicht nur mit ein paar Häppchen und etwas Probespielen erheitern zu wollen.

Also erwarten uns endlich Fakten, vermutlich in Form von Zahlen. Release-Datum und Preis wären ja immerhin mal ganz interessant zu wissen, Gerüchte gab und gibt es ja genug.

Ich bin dabei, drehe Freitags, renne direkt vom Event (nix Häppchen!) in den Schnitt, texte, vertone und um 23 Uhr wird der Beitrag ueberspielt. Zu sehen dann am Sonntag in neues.

 


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