Archive for Februar, 2007

WoW-Diary 42: Entschuldige bitte…

Valentina on Feb 23rd 2007 04:59 pm

Es wird Zeit, endlich mal wieder einen Tagebuch-Eintrag zum Onlineleben zu verfassen, wenigstens einen kurzen. Gut 5 Wochen ist TBC jetzt draussen und, NEIN, ich bin noch nicht Level 70. Dafür aber ein Teil meiner (winzigen) Gilde, das muss fürs erste reichen. Außerdem ist dafür Sorgen zu tragen, dass unser geschätzter Hauptheiler Machdirnix, der aus unakzeptablen Gründen zuletzt wenig online war, endlich BC-kompatibel wird.

Also durchs Portal in Shattrath gehüpft, von IF nach Menethil geflogen und für den Schiffstransport am Steg aufgestellt. Da poppt die typische rosa Whisper-Schriftfarbe auf:

“Entschuldigung, kann ich an Dir mal eben meine Skillung testen?”

“Äh, wie bitte?”

“Hab’ umgeskillt von holy. Nur ein kleines Duell”

Ich weise daraufhin, dass ich ein schlechtes Beispiel bin. Ich verliere immer. Lediglich gegen den unseren Druiden Machdirnix habe ich mal gewonnen. Und das war knapp. Ich hasse Duelle. Der Pala namens Kleinobelix war im übrigen Level 70, ich bin 64. Na gut, gutmütig, wie ich bin, lasse ich mir eben die Platte verdellern, auf dem Schiff nach Auberdine. Ich glaube, ich habe ihm vielleicht sogar mal am Bart gezogen…

Kleinobelix bedankt sich höflich und bemerkt: “Das war klar, bei dem Level-Unterschied, sonst hätte ich verloren.”

Danke, ich fühle mich schon viel besser… Wie jedes Mal schwöre ich mir, mich einfach nie wieder auf ein Duell einzulassen. Also die Dellen aus der Rüssi geklopft und endlich Machdirnix, alias mein Kollege Harald , im Teufelswald eingesammelt. Damit der Kerl endlich durchs dunkle Portal darf, machen wir das strategisch: Keine Gruppe, Machdirnix sorgt für ein schönes Gewitter über möglichst viele gehörnte Jadefeuer-was-auch-immer. Ich mache die Drecksarbeit. Das ist nicht sehr elegant, aber wirkungsvoll.

Später gesellt sich noch ein Level 70 Druide dazu und wir beschließen einen BRT-Besuch. Diesmal allerdings als Gruppe. In den alten Instanzen klappt das mit der Aggro-halten wesentlich besser, muss ich ja sagen. In der Scherbenwelt ist tanken, als hätte man den vielzitierten Sack Flöhe an der Backe. Ein Feuerball vom Mage und man rennt den Mobs wieder hinterher.

Für Machdirnix lohnt sich der BRT-Trip: Einige Level gut gemacht und diverse blaue Items.

WoW Screen

Filed in WoW-Tagebuch | Comments (0)

Making of, Teil 4: Inside Blizzard

Valentina on Feb 17th 2007 07:28 am


Shane Dabiri & Frank Pearce…

Heute wurde es ernst, wir sind mit Tonnen an Equipment bei Blizzard vorgefahren. Etwas, das nicht häufig passiert. Trotz vieler Anfragen dürfen nicht allzu viele im Mutterschiff in Irvine drehen. Wir haben angenehmerweise einen gewissen Vertrauensvorschuss und trugen daher heute Lampen, Stativ, Kamera, Kabel und jede Menge Kleinkram in die Blizzard-Büros.

Der GM-Bereich ist noch ein bisschen größer, als in Paris. Hier tippen in verschiedenen Schichten rund um die Uhr GMs um die Wette. Im zweiten Stock eines der überall gleich aussehenden Bürogebäude werden all die Tickets bearbeitet, die ständig anfallen. Von „wo-kriege-ich-einen-Quest?“ bis zu „Endboss-XY-rückt-meine-Schlappen-nicht-raus“-Tickets.
Für die Interviews mit Frank Pearce, einem der Blizzard Co-Gründer, und Lead Producer Shane Dabiri, räumen wir den kompletten Konferenz-Raum um. Kameramann Peter hätte gerne etwas anderes als eine sandfarbene Wand im Hintergrund. Also schieben wir Thrall in die Ecke und rücken diverse Deko zurecht. Hilfsbereite Blizzards schieben Stühle und bringen Figuren aus Vitrinen.
Mike Morhaime, der zweite der Blizzard-Urväter, ist leider krank geworden. Ohne Stimme spricht es sich schlecht, daher übernimmt Frank Mikes Part mit. Frank ist ein eher ruhiger Typ, der nicht gerne friert. Er war kürzlich zu den Warcraft-Finals in Köln und ist mit einer soliden Bronchitis zurückgekommen. Leider hatte Frank das Pech, ein paar der wenigen kalten Tage dieses Winters zu erwischen. Aber den Kölner Dom fand er trotzdem super.
Im Interview erzählt Frank ein bisschen von früher, als man in einem kleinen Büros logierte und enthusiastisch bereits um 7:30 Uhr loslegte. Heute, 16 Jahre später, darfs gerne ein bisschen später sein. Es ging natürlich im Interview nicht nur um alte Zeiten, aber das ganze Interview schaffe ich hier nicht wiederzugeben. Sobald ich zu Hause zum sichten und übersetzen komme, gibt’s mehr Info.
Im Anschluss rücken wir wieder ein bisschen Lampen und Stühle hin und her, um für Shane Dabiri einzurichten. Ein sehr entspannter Typ, der gerne erzählt. Zum Beispiel, dass einige Spieler so tolle Machinima-Filme gemacht hätten, dass sie inzwischen bei Blizzard arbeiten. So kanns gehen.
Auch dieses Interview werde ich zu Hause in Ruhe sichten und übersetzen. Interviews sauber zu transkribieren, so wie ich es schon mit Franks letztem Interview im Januar gemacht habe, ist ziemlich viel Arbeit. Aber letztlich verwendet man doch nur einen kleinen Teil und das ist schade. Von daher versuche ich auf jeden Fall, alles zu transkribieren.
Wir drehen im Anschluss noch ein bisschen mit Shane und Frank, und im Gebäude, soweit wir dürfen. Das Blizzard HQ ist ein Ort voller geheimster Geheimnisse, die neugierigen Kameras verborgen bleiben müssen. Schließlich wird hier auch noch an anderen Spielen geschraubt, zu denen es noch keine Ankündigungen gab.
Auch zum WoW-Kinofilm war den Herrschaften nichts zu entlocken. Nicht mal, ob das ganze nun ein voll animierter Film oder eher in Richtung Jacksons Herr der Ringe gehen wird. Nun sind Kinofilme auf Basis von Spielen ein heikles Unterfangen. Da Blizzard aber bekannt dafür ist, geradezu manisch über die Qualität aller ihrer Projekte zu wachen, würde es mich wundern, wenn der Film in die Hosen geht. Wahrscheinlich würden sie ihn eher gar nicht erst rausbringen.
So langsam wird es dunkel in Irvine und wir machen uns auf die Socken. Nachdem wir den Blizzard-Konferenzraum wieder halbwegs in den vorherigen Zustand versetzt haben.
Ab in den Feierabend-Verkehr und zurück nach L.A. Die Tapes mit dem Roh-Material werde ich mindestens so sorgsam hüten, wie Blizzard seine Betriebsgeheimnisse. Und am Sonntag im Handgepäck nach Frankfurt fliegen. Nicht auszudenken, wenn mein Koffer versehentlich nach Timbuktu fliegt.

Filed in Making of...,Redaktionsgeschichten | Comments (0)

Making of, Teil 3: Willkommen in Irvine

Valentina on Feb 16th 2007 06:43 am

Fast 6 Monate nach der ersten Anfrage bin ich tatsächlich angekommen, in Irvine. Hier, rund 50 Meilen südöstlich von L.A. logiert Blizzard Entertainment. In einem unscheinbaren sandfarbenen Bürogebäude nahe der UCLA, der University of California. Kein Schild außen weist auf eine der weltweit erfolgreichsten Spieleschmieden hin. Kameramann Peter und ich sind heute zur Vorbesichtung hier, im Fernseh-Slang kurz „VB“ genannt.

Sinn und Zweck einer VB ist, sich die möglichen Drehorte anzusehen, zu schauen wo Interviews stattfinden sollen, wie viel Lampen man benötigt, welche Kamera-Objektive für die geplanten Aufnahmen sinnvoll sind, etc.
In der Lobby warten wir erstmal auf PR-Frau Julia, die bei praktisch allen Dingen, die europäische Medien betreffen, dabei ist. In der Lobby mannshohe Deko: Rechts aus Starcraft Ghost, das inzwischen entwicklungstechnisch auf Eis liegt. Eine Figur, die wir (vielleicht deshalb) nicht drehen dürfen, wie wir später erfahren. Links findet sich ein Zwerg aus WoW, ein WoW-Schriftzug in der Größe eines Mittelklassewagens prangt an der Wand. Rein kommt nur, wer eine Codekarte besitzt. Oder wer von Julia begleitet wird. Sie sammelt uns mit einem amerikanischen Kollegen namens Shon ein und wir brechen auf zur VB.
Die Interviews sollen in einem Konferenzraum stattfinden. Hier ist es zwar schön ruhig, aber bildtechnisch auch ziemlich öde. Peter überkommt das kalte Grausen und er bittet um ein wenig bunteres Ambiente. Wir sprechen verschiedene Möglichkeiten durch, schauen uns ein wenig außerhalb der Konferenzraumes um, aber enden doch wieder hier. Zwar gibt es einige Büros, die optisch einen netten Hintergrund bilden würden, aber zum einen arbeiten hier Menschen, die ein halbstündiges Interview plus genauso langem aufbauen und einrichten von Kamera und Lampen unwesentlich stören würde. Und zum anderen ist es Blizzard doch zu heikel, uns in Marketing- oder PR-Büros drehen zu lassen. Am Ende einigen wir uns darauf, ein wenig WoW-Deko in den nüchternen Konferenzsaal zu schaffen, um so etwas Kulisse zu schaffen. Wem das nach unheimlich viel Aufwand nur für einen Interview-Hintergrund erscheint: Es ist so, dass vor einer kahlen, ockerfarbenen Wand automatisch auch jeder Interviewte ockerfarben aussieht. Und Fernsehen macht dann mehr Laune, wenn neben Inhalten auch das Bild ganz ordentlich aussieht.
Was wir ohne weiteres drehen dürfen: Eine Vitrine mit diversen Preisen und jeder Menge schräger Merchandise-Produkte. Da gibt es Cola-Dosen mit WoW-Werbung aus China, Turnschuhe mit Starcraft-Logo aus Korea oder Nokia-Handy-Cover mit WoW-Aufdruck. Made in Germany übrigens.
Im Konferenzraum hängt auch die berühmte Starcraft-CD, die 1999 mit dem Discovery-Shuttle um den Orbit reiste. Ein Computerspiel im Weltall und zwar erstmals im doppelten Sinne.
Danach schauen wir noch bei den GMs vorbei. Die sitzen in einem riesigen Raum im Halbdunklen. Man erzählt mir, dass Licht anschalten zu lautstarken Schmähungen führt. Das klingt zwar nach klassischem Nerd-Verhalten, liegt aber wohl eher daran, dass sich die grelle kalifornische Sonne und TFT-Bilschirme nicht besonders gut vertragen. Will sagen: Man sieht nix auf den Bildschirmen.
Wir drehen auch hier eine Runde, in der Peter versucht, möglichst viele Motive zu verhandeln. Hier liegen die Beschränkungen natürlich nahe. Wie in Paris in der GM-Area müssen Accountdaten und andere sensible Infos geschützt werden.
Nach zweieinhalb Stunden sind wir durch und wissen, was wir an Equipment brauchen und was uns erwartet.
Die Zeit für den morgigen Dreh könnte trotzdem eng werden, denn Blizzard hat nicht unendlich viel Zeit für anstrengende TV-Teams. In halbstündigem Abstand werde ich mit zwei der Blizzard-Gründer sprechen, außerdem mit dem Lead-Producer.
Und dann verspreche ich auch ein paar Fotos. Heute war dafür praktisch keine Zeit.
Nach der VB müssen wir dringend etwas essen und Kameramann Peter, da ein “Local”, weiß, wo man das sehr gut tun kann. Auf dem Rückweg kehren wir in Hermosa Beach ein. Das ist weniger hip und überlaufen als Venice Beach oder Santa Monica. Aber schön, siehe oben…

Filed in Making of...,Redaktionsgeschichten | Comments (0)

Making of, Teil 2: Zu Besuch bei Blizzard

Valentina on Feb 15th 2007 04:37 am

Interview mit Community-Manager Vaneck im Blizzard Europa Headquarter nahe Paris

Zu Besuch bei Blizzard Europa. Da Blizzard zum französischen Vivendi-Konzern gehört, logiert das europäische Team in Paris. Allerdings nicht mit Blick auf den Eifelturm, sondern eher unromantisch in einem Industriegebiet von Vélizy. Trotzdem ist ein Besuch in den unscheinbaren Bürogebäuden sehr spannend.

700 Menschen aus 24 Nationen wuseln durch das mehrstöckige Hochhaus, in dem konstant weitere Räumlichkeiten angemietet werden mussten, seit man hier 2004 einzog. Und da wo die meisten Blizzard-Mitarbeiter wohnen, gibt es bereits Happy Hours speziell für sie. Üblicherweise unterhält man sich hier englisch, allerdings gibt es sogar einen Französisch-Lehrer für den, der will.
Julia, die PR-Dame, führt mich durch die Räumlichkeiten. Die Konferenzräume tragen hübsche Namen wie „Naxxramas“ oder „Outlands“.
In einer großen, aufgeräumten Gemeinschaftsküche gibt’s ein Sofa, plus Xbox 360 und Wii. Wii Sports scheint auch hier, genau wie in der neues-Redaktion, ziemlich gut anzukommen.
Alles drehen dürfen wir nicht, aber Büro-Räume sind natürlich auch nicht unbedingt spannend. Spannend ist aber, was in manchen passiert. Bei den Gamemastern zum Beispiel (wo wir dann auch drehen können). Hier sitzen eine Menge Leute die wild auf ihrer Tastatur herumhacken. Hier arbeitet die geheime Macht von WoW, die Gamemaster. Es ist Nachmittag, etwa 16 Uhr, jetzt arbeiten hier am meisten Leute. Die Spieler kommen langsam von der Arbeit, der Schule, der Uni und loggen sich ein.
Mit einem Tool können die Jungs (Mädels gibt’s nur wenige) auf alles Wichtige zugreifen, die Tickets lesen und beantworten und – natürlich – durchs Spiel wandeln. Die Gamemaster sind zwar praktisch immer unsichtbar, aber es könnte vorkommen, dass man einen GM sieht. Der trägt dann eine Robe in auffällig leuchtenden blau-schwarz. Sollte zum Beispiel jemand neben einer Leiche auf den Rückkehrer warten, um ihn jedes Mal direkt wieder ins digitale Nirvana zu befördern, könnte dieser Jemand Ärger bekommen. Und einen Gamemaster treffen. Es scheint aber recht selten zu sein, dass direkt sichtbar ins Spiel eingegriffen wird, zumeist geschieht das unsichtbar im Hintergrund. Und auch nur der betroffene Spieler sieht den GM.
Das soll auch so sein, erzählt Community Manager Marc Olbertz, besser bekannt als Vaneck, im Interview. „Die GMs sollen den Spielern bei Problemen helfen, aber sie sind nicht Teil des Spiels.“
Auf einer der Monitore flitzt ein GM durch eine Instanz. Flitzen trifft es in Etwa, denn er bewegt sich zwar zu Fuß, aber in einer Art „Fast Motion“. Die Monster lässt er links liegen und sie ihn: Auch für die NPCs ist der GM unsichtbar.
Die Oberhoheit über die etwa 50-60 GMs hat an diesem Nachmittag Erin. „Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen sich benehmen“, grinst sie, „ich hoffe, es fängt keiner plötzlich an zu kichern.“
Da kann sie beruhigt sein, es bleibt friedlich, während Kameramann Didier mit der Kamera zwischen den Tischen entlang wandelt. Immer von wachsamen Augen verfolgt, denn was auf den Monitoren zu sehen ist, dürfen wir nicht filmen. Schließlich sind hier auch Accountdaten und ähnliches zu sehen, was nicht für Kameras bestimmt ist.
Währenddessen halten wir uns im Hintergrund, wir sollen schließlich nicht im Bild zu sehen sein. Das sieht immer etwas dämlich aus, herumstehende Redakteure oder Kamera-Stative haben im Bild nix zu suchen. Ich nutze die Gelegenheit zu einem Schwätzchen mit Ober-GM Erin und erzähle von meinem einzigen Ticket, dass ich je geschrieben habe. Ich bin nämlich mal als Irrwisch über den Rand von Teldrasil gestolpert und Rund um Runde um die Insel geschlichen, ohne mich wiederbeleben zu können. Erin lunzt wissend über ihre Brille: „Am Wasserfall?“ Öhm, jup… Ich bin also immerhin nicht der einzige Trottel, dem das schon mal passiert ist.
Kameramann Didiers Sohn spielt ebenfalls WoW, wie sich herausstellt. In seinem charmant-französisch gefärbten Englisch meint er augenrollend: „’e is an addict!“. Mit gespieltem Entsetzen zucken alle anwesenden Blizzards zusammen: „Don’t say the word!“
Ups, jetzt bloß keinen Fettnapf erwischen. Zum Glück versteht man hier aber Spaß.
Der Dreh bei Blizzard in Paris ist gegen 18 Uhr vorbei, ich mache mich auf den Weg ins Hotel. Am nächsten Tag geht’s zurück.

Der nächste Bericht wird dann aus L.A. kommen. Hier dürfen wir ins Blizzard-Mutterschiff, in Irvine. Darauf freue ich mich besonders, denn ich kann mit zwei der drei Gründer sprechen: Frank Pearce und Mike Morhaime. Außerdem mit WoW Lead-Producer Shane Dabiri.
Watch out…

Filed in Making of...,Redaktionsgeschichten | Comments (1)

Making Of, Teil 1: Das zweite Ich

Valentina on Feb 13th 2007 12:49 pm

Am schönsten ist der Job, wenn man privates Vergnügen ausufernd dienstlich genießen darf. Von daher ist es für mich natürlich – neben sauviel Arbeit – ein unendliches Vergnügen, eine Dokumentation über Online-Rollenspiele zu machen. Und welches ist das zur Zeit weltweit erfolgreichste? Genau!

Titel der Doku wird „Das zweite Ich“. Es geht um die Faszination, die inzwischen 8 Millionen Menschen dazu bringt, sich in virtuelle Stoffroben und Plattenrüstungen zu werfen und zu grinden, leveln und questen, was das Zeug hält. In Grundzügen beschrieben, will ich Macher und Spieler erzählen lassen, was ihre ganz persönliche Faszination ist. Dazu sollen außergewöhnliche Fanprojekte vorkommen, Spieler, Gilden, andere Entwickler, die Macher und diverse Menschen, die dazu etwas zu sagen haben.

Angefangen mit den Recherchen zur Doku habe ich im September 2006. Heisst: Mal bei Vivendi, bzw. Blizzard vorstellig werden. Schließlich würde ich gerne mal ins Allerheiligste in Irvine reinschauen. Das hat ein wenig gedauert: Seit September habe ich jede Menge korrespondiert, ein englisches Exposé verfasst (da steht drin, was in der Doku zu sehen sein soll), mögliche Fragen an gewünschte Interviewpartner durchgegeben, über Termine, Drehorte und Personen gesprochen, immer wieder Rückfragen beantwortet und selbst gestellt und inzwischen auch endlich einen Termin. Mitte Februar geht’s erst nach Paris, zu Blizzard Europe und kurz danach nach Irvine, Blizzard USA.

Acht Drehtage sind vorgesehen, normaler Durchschnitt für eine halbstündige Doku. Das wird schnell eng, es lassen sich nicht immer alle gewünschten Dinge passgenau unter einen Hut bekommen.

Inzwischen ist bereits die Hälfte aller Drehtage rum, los gings im Januar. Und zwar passend mit dem Release von Burning Crusade. Ich traf Brian Morrisroe, den Lead Dungeon Artist, in Berlin und habe mir im Elektronikmarkt in Berlin-Charlottenburg die Beine in den Bauch gestanden. Mit 2000 anderen Menschen zusammen, die ab 34:45 Uhr Collectors Editions und Spielepackungen von Paletten griffen, als gäbe es nie wieder was. Nur das ich das gute Stück am 16. per Post bekam und nicht in der Schlange stehen musste.

Die entstandenen Bilder werden in der Doku dazu dienen, zu illustrieren, wie stark WoW Massen bewegt. Das man sich, zum Beispiel auf der Games Convention, mal ein Spiel signieren lässt oder es als Fan möglichst früh vorbestellt, ist sicher nicht ungewöhnlich. Aber die Euphorie rund um dieses erste Addon ist schon teilweise extrem.

Der Tag endet für mich um 1 Uhr. Da haben einige wohl grade erst ihre Spielpackung in die Hände bekommen. Ich habe es (gezwungenermaßen) ausgehalten, bis am folgenden Tag die Post mit meinem Addon kam.

In loser Folge (will sagen, so wie ich dazu komme), werde ich von den weiteren Drehs erzählen.

Was noch passiert: Wir drehten bei einem der Allimania Masterminds. Allimania ist ein WoW-Hörspiel, dass sicher einige kennen werden. Es soll ja auch um interessante Fanprojekte gehen und Allimania zählt für mich dazu. Es gibt inzwischen so viele gute Sachen, dass man aus dem Vollen schöpfen kann. Allimania ist eines von diesen vielen Projekten, aber ein ganz gelungenes Beispiel dafür, was Spieler auf die Beine stellen, denke ich.

Als nächstes wird’s aber um meinen Besuch bei Blizzard in Paris-Vélizy gehen

Also, watch out für den naechsten Teil des Making Of…

Filed in Making of...,Redaktionsgeschichten | Comments (0)

WoW auf Hessisch

Valentina on Feb 4th 2007 09:00 pm


WoW auf Hessisch…
Ich bin zwar kein Fan der vollstaendigen Lokalisierung, aber diese Stelle hat mich als Hessen überzeugt. “Aschäbäschas Fleischklopfer” ist mal eine wirklich gelungene Bezeichnung für einen Streitkolben. Die Frage ist nur: Wie hiess der im Original? So und jetzt gebt mir Ironforge zurück!
;-)

Filed in World of Warcraft | Comments (0)