Archive for Oktober, 2007

Nachtelfe im Weltraum

Valentina on Okt 31st 2007 04:15 pm

Es könnte auch heissen, eine Gnomin im Weltraum. Im Klartext: Ich fliege morgen nach Island zum EVE Online Fanfest. Und bin bekanntlich – hüstel – WoW-Spieler. Vor zwei Jahren habe ich mich mal an EVE gewagt, bin aber schon am Tutorial verzweifelt. Um wenigstens etwas Feeling zu kriegen, habe ich mich nun wieder dran gewagt.

Und bin nicht weit gekommen. Meine alten Accountdaten kenne ich längst nicht mehr. Macht nix, schliesslich ist meine Raumfahrer-Karriere nie so richtig angelaufen. Also flott einen neuen Account angelegt, 14 Tage darf ich ja für umme in den Weltraum.
Wenn ich denn soweit mal käme…

EVE Online Berufe

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Die Zensur-Spechte: Picidae

Valentina on Okt 21st 2007 04:49 pm

Dieser Artikel ist eigentlich ein bisschen Off-Topic für diesen Blog, aber ich finde das Picidae-Projekt so spannend, dass ich darüber schreiben möchte. Und ausserdem muss ich ja zugeben: Ich habe eine Schwäche für kreatives Rebellentum. Picidae ist übrigens lateinisch für Specht. Und wie ein Specht hackt sich Picidae durch die chinesische Firewall.

Bekanntlich zensiert China das Internet stark, auch wenn das offiziell nur von innerer Sicherheit gesprochen wird. Daher wird man wohl solche Wikipedia Artikel zum Thema (geschweige denn Wikipedia selbst) in China kaum aufrufen können. Tatsache ist aber zu sein, dass wer in einem chinesischen Internetcafé auf Google bestimmte Schlüsselwörter eingibt, die Suchergebnisse zensiert werden. Dafür haben Unternehmen wie Google & Yahoo viel Kritik einstecken müssen.
Picidae könnte Abhilfe schaffen.

Picidae-Logo

Dahinter stecken die Künstler Christoph Wachter aus Berlin und Mathias Jud aus Zürich. Eigentlich würde man dahinter eher eine politische Gruppe vermuten, als Künstler, aber in jedem Fall ist es politische Kunst. Ist ja auch eigentlich wurscht. Der Ansatz der beiden ist, sich selbst ein Bild machen zu wollen. Das Internet scheint aus der Welt ein Dorf zu machen, aber wenn man genauer hinsieht, zeigen sich viele Löcher und blinde Flecken. Nordkoreanische Internetseiten? Demo-Aufrufe aus Syrien? Chinesische Seiten zu Tiananmen-Massaker? Fehlanzeige!

Wie genau zensiert wird, bleibt oft im Verborgenen. In China wird das Aufrufen bestimmter Websiten verhindert, indem nach bestimmten Worten gefiltert wird. Entweder im Webseiten-Inhalt, der URL oder gleich eine komplette Website.
Und das macht Picidae: Ruft man picidae auf, erscheint nicht mehr als ein Feld zur Eingabe einer Webadresse, ähnlich wie bei Google auch. Picidae erstellt aber ein Bild der Webseite und sendet das Bild zurück. Auf diesem Bild kann man dann surfen, weil der pici-Server die Webseite analysiert und auf dem Abbild überall dort Links setzt, wo sie auf dem Bild zu sehen sind. So funktioniert dort alles so, wie auch auf der eigentlichen Website.

Um sich noch geschickter zu tarnen, werden Seiteninhalt, Seitentitel, Bildername, Links etc. von Picidae willkürlich benannt. Und es funktioniert. Die beiden Künstler haben bei einem Chinatrip in einem Internetcafé ihr Projekt getestet. Eine nicht ganz ungefährliche Aktion, aber sie sind heil wieder zurückgekommen. Und waren zwischenzeitlich auch bei uns im Studio, um ihr Projekt vorzustellen.

Natürlich könnte einfach die Seite von Picidae gesperrt werden, schließlich sind lang-erprobte Zensoren auch nicht doof. Man kann wohl davon ausgehen, dass die Projektseite auch längst gesperrt ist. Daher bieten Wachter & Jud die Möglichkeit, selbst ein “pici-vider” zu werden. Im Klartext: Man kann einen eigenen pici-Server auf seinem Computer aufsetzen und betreiben. Der Quelltext ist frei downloadbar.
Wichtiger Tipp der Projektmacher: Bei einer Verlinkung auf einen pici-Server oder einen pici-Proxy sollte man natürlich das Wort “pici” und “picidae” vermeiden. Falls eine Zensurbehörde “picidae” indiziert, bliebe der Link von dieser Zensur ausgenommen.
Das Risiko kann ich hier wohl mal eingehen, es berichtet sich sonst auch etwas blöde. Wichtig ist jedenfalls, dass viele Internet-Nutzer in der beschriebenen Form mitmachen, damit es überlebt.

So und jetzt muss ich mal mit dem Bloglesen-Admin reden….

Picidae-Banner

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WoW-Tagebuch, Folge 47: Gestolpert…

Valentina on Okt 21st 2007 10:31 am

Meine Kriegerin ist ja inzwischen eine Weile 70 und da gibts bekanntlich keine EP mehr, egal für was. Für Quests nur schnöden Mammon, also Gold, für das Umsensen unvorsichtiger Unholde nix. Das macht zum einen nicht ganz so viel Spass, zum anderen habe ich häufiger Lust, mal völlig anders zu spielen. Mit einen 70er-Defensiv-Panzer wie Valli spielt man logischerweise anders, als mit einem zerbrechlichen aber wurfgewaltigen Stoff-Gnom wie Nusspli.

Kaputt

Aus dem Weg, der Nahkampf-Gnom rollt an! Der Plan lautet: Bollwerke schwächen. Zum Chaos-Run treten an: Nusspli, Level 59-Eismagier. Punkt. Geht schon mal gar nicht. Im Bollwerk? Nummer zwei: Wicked, Krieger, von seinem Spieler als zahnloser Tiger verunglimpft, weil der Verrückte weder austeilen noch einstecken kann. Also muss mit: Damage. In Gestalt von Roxter, Level-70-Hexer. Was fehlt noch? Ah ja: Heilung. Mazrigos, Level-70-Schamane, komplettiert die Runde.
Gerade sah ich, dass Roxters Talentspezialisierung “Gebrechen” lautet… Man stelle sich das mal im echten Leben vor: Und auf was sind Sie spezialisiert? Auf Gebrechen… Großartig! Aber ich schweife ab.

Also, wir tigern los ins Bollwerk. Die Aufgabenverteilung ist einfach: Krieger tankt, Schamane heilt, Hexer macht Damage. Und Nusspli? Spielt Schäferhund. Ich produziere Schafe, die ich dann bewachen darf. Sind alle Überbiss-geplagten Orcs von ihrem Leiden erlöst, darf auch sie mal Eiswürfel verschiessen.
Für den Quest, die Bollwerke schwächen, müssen bekanntlich einige Körperteile verschiedener Bosse eingesammelt werden. Das klappt auch ganz gut, angesehen davon, dass es zu Konfusionen darüber kommt, welches Körperteil man gerade hätte aufsammeln müssen (“Hast Du den Kopf?” “Welchen Kopf?” “Die Hand, Jungs, seine Hand!” “Ach so”).
Lediglich beim letzten, dem Drachen Nazan (heisst so nicht eine Nachrichtensprecherin?), klappt es nicht störungsfrei. Obwohl ich im Hintergund eigentlich gar nichts mache, da mir klar ist, ich bin nahezu chancenlos, hat Nazan mich auf dem Kieker. Sein Feuer richtet bei mir Totalschaden an, zudem werde ich dann auch noch von der Zinne geschubst. Zwei Etagen tiefer liege ich mit versengter Robe dumm rum, bis mich der Schamane wiederbelebt. Aber irgendwie war das an einer, äh, ungünstigen Stelle. Ich tue einen Schritt und falle wieder ein Stockwerk tiefer. Freundlicherweise portet mich Roxter auf sicheren Boden, während der Schamane mault: “Weiber”.

Frechheit! Ich bin gestolpert! Über meine Roben und diesen Riesenstab, den ich auf dem Buckel trage! Als Gnom wird man nur beleidigt! Außerdem sollte man mal mit dem Architekten der Bollwerke reden! Wie kann man sowas schlecht Strukturiertes bauen!
Mittlerweile sehe ich so aus:

kaputter

Gottseidank ist danach Feierabend. Alle Hände, Hufe und Köpfe sind in Taschen und Beuteln verstaut und ich rausche Richtung Reparatur und Questabgabe. Zum Glück sitzt wenigstens Nussplis Turmfrisur noch….

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Hör mal wer da spricht: Der Sprachchat

Valentina on Okt 16th 2007 04:31 pm

Sprachchat Screenshot

Nu isser endlich da, der Sprachchat für WoW. Es wurde sich ja schon hinlänglich und verschiedentlich ausgelassen, dass das nach über zwei Jahren mindestens mal überfällig, wenn nicht gar sinnlos sei. Ganz gut erklärt, mit hübschen Screens unterstützt, wird es übrigens hier.

Meine Erfahrung: In meiner kleinen Gilde nutzen wir, wie die allermeisten wahrscheinlich, Teamspeak. Ich allerdings in der Mac-Variante, klappt auch einwandfrei. Praktischer bei Blizzards Sprachchat ist die Sache mit dem Lautsprechersymbol neben dem gerade Sprechenden. Gerade wenn man mit Leuten unterwegs ist, die man nicht kennt ,ist es einfach angenehm zu wissen, wer da grade redet.
Mancher besitzt ja eins dieser Alleskönner-Keyboards, die sowas via Mini-Display anzeigen. Aber, auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Apple…
Ich habe das ganze eher spontan ausprobiert und entsprechend haben wir etwas rumgefrickelt, bis wir einen Channel erstellt hatten und alle drin waren. Die Sprach-Qualität ist definitiv schlechter als per TS. Ich war mir tatsächlich unsicher, ob es sich bei der Person, die da gerade sprach, tatsächlich um denjenigen handelt, mit dem ich seit zwei Jahren via TS rede. Das hat nicht wirklich Laune gemacht, den Sprachchat zu nutzen. Daher sind wir recht schnell wieder auf Teamspeak gewechselt. Was ich nicht herausfand: Ob man einen festen, eigenen Channel einrichten kann. Denn das finde ich bei TS das eigentlich Praktische. Per Quick-Menü den Server anwählen und – zack – in den Opodeldogs-Channel gehüpft.
Womöglich wird die Sprachqualität ja noch verbessert. Grundsätzlich finde ich die Integration eines Sprachchats, auch wenns spät kommt, sehr gut. Wer einen Server hat und mit Ventrilo oder TS klar kommt, brauchts sicher nicht. Aber es ist eine Alternative, auch für Neu-Onlinespieler. Ich musste mich schließlich auch irgendwann mal einfriemeln und da wäre eine bereits integriertes Tool hilfreich gewesen.

Mal gucken, aber ich denke, wir geben dem Sprachchat auf alle Fälle eine zweite Chance.

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Unterhaltsam…

Valentina on Okt 10th 2007 10:51 am

Buzzword Bingo

Ohne Wort, einfach grossartig! Ist eigentlich Werbung, aber man muss einfach sagen, es ist witzig. Und es kommt mir irgendwie total bekannt vor…

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Schießen für die Bildung

Valentina on Okt 8th 2007 04:18 pm

Ist nicht mehr taufrisch, aber ich kam erst jetzt dazu, den Edushooter mal anzuspielen. Das Projekt der Uni Jena nimmt sich des viel-diskutierten Genres der Egoshooter an. Die Grundidee: kann ein Egoshooter Basis für ein Lernspiel sein? Die Antwort heißt ja und das Ergebnis ist der Edushooter…

E.D.U., so der Titel, ist das erste echte “Bildungsactionspiel”. Im Spiel müsst ihr Wissensfragen beantworten und gleichzeitig spielerisches Können beweisen, um zu gewinnen.

Die Aufgabe

Über 350 Fragen enthält alleine der erste spielbaren Level, so die Macher auf der Homepage zum Spiel. Dieses Level könnt ihr dort im Übrigen downloaden. Die Fragen orientieren sich allerdings am Kernfach der Macher, nämlich Kommunikationswissenschaft. Wenn ihr da nicht fit seid, sind selbst die Fragen des einfachsten Levels nicht ohne. Diese hier ist noch vergleichsweise simpel: Für die Beschreibung des Verhältnisses zwischen Massenmedien und “Realität” werden häufig zwei Weltbilder bemüht und gegenübergestellt. Welche sind gemeint?

Beispiel Frage

Als “Waffen” dienen hier im Übrigen Schwämme, Kreide und Edding. Die Handlung:

Das Bildungssystem ist pleite.

Forschung und Lehre können nicht mehr gleichermaßen unterstützt werden.

Professoren und Studenten spielen an universitätstypischen Schauplätzen gegeneinander, um den letzten verbleibenden Batzen Geld des Kultusministers zu ergattern.

Die Kontrahenten versuchen durch den Gebrauch witziger Gegenstände, die in der Universität zu finden sind, den Gegenspielern das Leben schwer zu machen und somit ihr Ziel, das letzte Geld vom Kultusministerium abzugreifen, zu erreichen.

Das Team, das durch viel Wissen und eine hohe Trefferquote die meisten Punkte sammelt, gewinnt. Ich war bei meinem Kurzausflug ins marode Bildungsystem alleine unterwegs und hatte daher Zeit, mich auch ein wenig um zusehen. Dabei findet sich, zumindest aus der Sicht mancher Spieler, diese Galerie des Grauens:

Galerie

Einen Bericht zu diesem ungewöhnlichen Ansatz für einen Egoshooter könnt ihr in der dieser neues-Sendung sehen. Dahinter steckt Jörg Müller-Lietzkow, der vielen Spielern möglicherweise nicht ganz unbekannt ist. Er forscht nämlich nicht nur recht viel zum Thema Spiele an der Uni Jena, er ist auch wissenschaftlicher Beirat beim deutschen eSport Bund.

Witzige Idee. Schnapp Dir die Kreide, wetz den Schwamm!

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