Naja, Übertreibung verdeutlicht eben. Noch sind die neusianer ein paar wenige Kerlchen mit Glubschaugen. Aber das kann ja noch werden. Viel Lustiger ist, was um den Spore Release so alles geschrieben wird.
Zum Beispiel im Spiegel: Spore soll „soll von der Evolution des Lebens handeln – leider tut es das nicht“, meint Marco Evers im Spiegel. Mal ehrlich: Wer hat ernsthaft geglaubt, Spore ist ein Tool für den Biologie-Unterricht? Bill Brysons „Eine kurze Geschichte von fast allem“ mag vielleicht ein vergleichbares Beispiel in Buchform sein. Er schmückt viel aus, um Leser zu unterhalten.
Man erfährt in Spore schon eine Menge über Evolution, aber reines, schmuckloses Sach-Wissen wird (natürlich) nicht vermittelt. Spore will immer noch Unterhaltung sein und das bedeutet, dass man um eines guten Gags willen auch mal eine Begebenheit bunter ausmalt, als sie es möglicherweise war.
Spore macht jedenfalls gute Laune: Man ertappt sich dabei, wie man mit glückselig-dümmlichen Grinsen zuschaut, wenn die eigene Kreatur erstmals an Land geht. Oder sich zum ersten Mal zu Walzerklängen ins Nest begibt, um ein Ei zu legen. Das ist witzig, humor- und liebevoll gemacht. Beim Verlauf der Evolution muss man eben als Spielentwickler ein paar Kompromisse machen. Sicher ist das Evolution light, aber sei’s drum.
Der End of Level-Boss dagegen ist ganz zufrieden und ist auch bereits in die Stammesphase eingetreten.
Um noch mal auf die eingangs erwähnte Kritik zurückzukommen: mancher Zeitgenosse befürchtet dagegen, dass Spore viel zu viel von der Evolution des Lebens handelt. Im christlichen Sinne verwerflich sei dass, finde zumindest Antispore.com. Der Verfasser will mit diesem Blog nichts weniger, als EA sagen, dass deren größte Attacke gegen christliche Werte nicht toleriert werden wird. Für diese Einschätzung von Spore finden sich im Gros der Kommentare klare Worte: „Glaubt ihr auch, die Erde sei flach?“
Dabei weiß doch jeder, dass die Erd-Scheibe auf dem Rücken von sehr vielen Schildkröten ruht. Gefährliches Halbwissen…

