Podcasts Favs

Ich pendle jeden Morgen gen Mainz-Lerchenberg. Eine Fahrt von knapp 30 Minuten, die irgendwie unterhaltsam gestaltet sein will. Da fällt Radio schon mal direkt aus. Alles grauenvoll. Aus verschiedenen Gründen und mit Abstufungen, aber das Meiste nur in Ausnahmen länger auszuhalten. Also: iPhone, übernehmen Sie! Hörbücher, Musik und vor allem: Podcasts. iTunes ist voll davon – man hat also die Qual der Wahl, Reinfälle eingeschlossen. Inzwischen habe ich aber eine solide Auswahl für alle Gelegenheiten. Für Popkulturjunkies und Nerds empfehle hiermit wärmstens Folgendes…

Film:

Kermode & Mayo’s Film Review // Yes, I like their accent 😉
Film-Review ist einer der besten Film-Podcasts, wie ich finde. Ich habe einige durchprobiert, bin aber von diesem hier besonders angetan. Dahinter steckt der BBC-Subchannel BBC 5 live (der sich eigentlich auf News & Sport fokussiert). Tonlich ist der Podcast also erwartungsgemäß perfekt. Es gibt nichts Übleres als 5 unterschiedliche Mikros, aufgenommen mit 5 unterschiedlichen Verbindungsqualitäten. Podcasts können inhaltlich noch so gut sein: verzerrte Stimmen, Aussetzer, einer zu laut, der andere zu leise sind ein absoluter Abschalter.
Mark Kermode ist wohl einer von Englands bekanntesten Filmkritikern. Sein Partner Simon Mayo ist ein langjähriger Radio-Macher, der die ganze Sendung zusammenhält und mit Kermode ein wunderbar witziges Team abgibt. Endgültig in mein Herz gesprochen hat Mark Kermode sich, mit einem eloquentem Rant zum Thema Film- und Videospiel-Vergleichen. Stichwort popkulturelles Vakuum… Kermode ist ein freundlicher Herr in den Fünfzigern, mit einem weiten Blick über die Filmlandschaft.
Im Podcast kommen nicht nur Blockbuster ODER Indie-Filme ODER Arthouse-Werke vor, sondern eine gute Mischung. Zudem ist der Podcast hervorragend strukturiert: Er beginnt meist mit Zuschriften, Kommentaren und eMails. Sowas kann nerven, vor allem zum Einstieg. Hier kommt man aber schnell rein. Zum einen haben sich die beiden ihrer Hörer gut erzogen: Nur die originellsten und kreativsten Zuschriften werden verlesen, daher habt ihr als Hörer damit durchaus Spaß. Oft ergeben sich aus diesen Hörer-Zuschriften fortschreibende Geschichten. Etwa, das jemand erzählt, bei welchem skurrilen Ereignis er den Podcast gehört hat, woraus dann mehr solchen Geschichten von anderen Hörern folgen.
Ein weiterer Themenblock sind die wöchentlichen Blockbuster-Charts, die von kurzen, pointierten Reviews von Kermode umrahmt werden, ergänzt durch die besten Hörer-Kommentare.
Dazu kommen Vorstellungen von Indie- oder Arthouse-Filmen, Interviews mit Regisseuren und Schauspielern.
Der Podcast zeichnet sich vor allem auch dadurch aus, dass er einerseits anspruchsvolle Filme bespricht, aber niemals schnöselig wirkt. Mit geradezu kindlicher Begeisterung hat sich Kermode Guardians of the Galaxy mittlerweile drei Mal angesehen. Er schafft es, Filme greifbar zu machen, ohne sie zu zerreden. Und selbst komplizierte Besprechungen wie die von „Gone Girl“ hinzukriegen, ohne das Wesentlich zu verraten, aber trotzdem eine saubere Kritik abzuliefern. Auch Verisse kommen vor, aber auch da scheuen die beiden sich nicht davor, ganz gegensätzliche Meinungen dazu aufzuführen oder solche auseinanderdriftende Kritiken zum Thema zu machen. Fast unnötig zu erwähnen, dass die beiden Herren sauberes britisches Radio-Englisch sprechen und selbst für weniger geübte Zuhörer gut zu verstehen sind. Man kann die Sendung auch im Live-Stream sehen und hören, dann ist sie etwas kürzer, weil natürlich in ein laufendes Radio-Programm eingebettet. In der deutschen Radiolandschaft kenne ich keine vergleichbare Sendung, die auf diesem Niveau etwas bietet. Das meiste, was ich da podcastseitig fand, sind recht kurze Filmbesprechungen. Auch wenn ich ein Gegner von 5-Stunden-Podcasts bin (zum Thema Länge später mehr), für 3-Minuten-Clips abonniere ich keinen Podcast. Einen wirklich guten, professionellen und ausführlichen Podcast von deutschen Radiomachern habe ich bislang noch nicht gefunden. Da lasse ich mich aber auch gerne eines Besseren belehren.

The Bret Easton Ellis Podcast // Gespräche über Film- & Medienwelten
Bret Easton Ellis kennen vermutlich die meisten als Autor von Unter Null oder Amercian Psycho. Er ist aber auch Produzent und Drehbuchschreiber und vor allem großer Kino-Fan. Den Schwerpunkt seines Podcasts besteht im Fokus auf einen Gast, danach richten sich auch die Themen. Kürzlich war beispielsweise Regisseur Ti West zu Gast, auf dessen Konto Horrorfilme wie The Inkeepers oder The House of the Devil gehen.
Ich persönlich bin nicht so ein großer Horror-Genre-Fan, aber ich erfahre in Ellis‘ Podcast immer Überraschendes. Und das macht Spaß. Beispielsweise habe ich mir nie so bewusst gemacht, dass ältere Horrorfilme (sicher auch andere Genres) weniger Erklärung lieferten, als heutige Filme. Klassiker wie Hitchcocks Die Vögel etwa: Warum greifen die eigentlich an?! Das wird nie geklärt – was nie stört. Heute würde in vielen Kritiken vermutlich genau das bemängelt werden. Ähnliches gilt für Der Exorzist oder Der weiße Hai: Warum letzterer auftaucht würde heute vermutlich durch die Rolle eines Biologen oder Forschers mit einer kompliziert-kreativen Erklärung unterfüttert. Und vermutlich würden Theologen oder Para-Experten die Besessenheit der kleinen Regan mit hoch-komplexen Theorien erklären. Was ja durchaus legitim und unterhaltsam sein kann, aber eben vielleicht nicht immer nötig. Filme alten Stils sieht man heute eher in der Nische – auf dem Fantasy-Filmfest beispielsweise.
Interessanterweise fällt mir das auch im Fernsehen auf: Serien & Filme mögen über die Jahre komplexer geworden sein, mehrschichtiger. Dokus & Reportagen im Fernsehen dagegen werden, nicht immer zu ihrem Vorteil, so weit wie möglich herunter gebrochen, abgeschliffen und von Fremdworten befreit. Und gerne setzen Redakteure vor die letzten Fachbegriffe, zu denen ihnen kein einfaches Synonym einfällt, noch das Wörtchen „sogenannt“, um darauf hinzuweisen, dass gleich ein Fachbegriff folgt.
Ich habe mal einen Vortrag einer finnischen Journalistin gehört, die für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk dort einen Kulturkanal aufgebaut hat. Sie erzählte, dass dafür auch viele deutsche Dokus und Reportagen eingekauft würden. Die allgemein eine hohe Qualität hätten, aber auch etwas, was sie als auffällig und bisweilen nervig empfand: „Ihr Deutschen erklärt zu viel!“ Dem finnischen Publikum könne man auch experimentelle Dokus zumuten, die schwarz-schweiß wären, in den ersten 10 Minuten ohne Off-Kommentar auskämen oder einfach nur mit seltsamer Musik. „They’re watching it happily!“ Ich würde sagen, das finnische Publikum ist clever. Vermutlich ist es auch das deutsche. Bestimmt mehr, als viele Fernsehmacher glauben, aber man muss irgendwann auch mal anfangen, (mehr) Herausforderungen zu bringen, statt beim ersten und zweiten Fehlschlag aufzugeben.
Zurück zu Bret Easton Ellis‘ Podcast. Was man bemängeln könnte: Mr. Ellis ist kein wahnsinnig guter Sprecher. Die Intonation ist immer gleich und er spricht extrem schnell. Er ist Verfechter eines eher altmodischen Kino-Erlebnisses, dass er bedauerlich aus der Mode geraten sieht. Das ist ein bisschen seine wiederkehrende Agenda, doch er geht einem damit glücklicherweise nicht auf die Nerven. Immer wieder bekommt man als Film- und Serien-Fan spannende Denkansätze oder Beobachtungen. Feine Analysen darüber, was Filme auf großen Leinwänden im Gegensatz zu mehrteiligen TV-Serien leisten, zum Beispiel. Oder das es heutzutage eine Tendenz gibt, einen 40-Stunden-Serien-Binge-Watch-Marathon durchzustehen, aber andererseits die Aufmerksamkeitsspanne nur für 5 Minuten YT-Clips reicht. Ein zweieinhalbstündiges Kino-Erlebnis ist dabei etwas, was für viele nicht mehr so häufig auf dem Programm steht. Ellis‘ erzählt in diesem Zusammenhang gerne von seinen Beobachtungen in Kino-Säalen.
Was bisweilen etwas skurril ist: Der Podcast ist nicht gänzlich werbefrei, aber die Werbung liest Herr Ellis persönlich vor. Ist man kurz unaufmerksam, kann es passieren, dass man sich fragt, was zur Hölle das für ein Film ist, wo es um die Ersparnis beim Autokauf geht. Glücklicherweise gibt es von solchen Einschüben sehr, sehr wenige. Also: Durchaus ein Abo wert!

Spiele & Nerdkram

Stay Forever // Gespräche über alte Spiele
Der Stay Forever-Podcast ist mit „Gespräche über alte Spiele“ eigentlich nur unzulänglich beschrieben. Es gibt eloquent vorgetragene Beobachtungen aus Jahrzehnten der Beschäftigung mit Videospielen, als Journalisten und als Spieler. Was SF auszeichnet, ist, dass man die Spiele nicht mal gespielt haben muss, um das Gespräch unterhaltsam zu finden. Fast immer werden die Spiele so vorgestellt, wie Filme: Es wird nicht (oder selten) zu viel verraten und oft werden Verknüpfungen zu heutigen Spielen gezogen. Man bekommt so ein sehr gutes Gefühl dafür, wie sie Spiele verändert haben, wie Studios funktionieren und was verschiedene Genres leisten können. Dabei lebt der Podcast auch davon, das Christian und Gunnar unterschiedliche Spiele & Genres aus unterschiedlichen Gründen mögen. Man bekommt ohne den viel erwähnten (sorry, ich tu’s auch) erhobenen Zeigefinger interessante Denkansätze. Beispielsweise in der Folge über die Serie Tomb Raider: Gunnar legt hier sehr anschaulich dar, wie smart die ursprüngliche Geschichte mit den technischen Limitierungen umging und der neueste Teil (trotz narrativer Stärken) aus seiner Sicht manchmal zu sehr Body Count-Fixierung aufweist.
Außerdem erfüllt der Podcast meine Anforderung an maximale Länge und Qualität. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber 4-Stunden-Podcasts sind selten gut. Stundenlange Gespräche verlieren einfach an dramaturgischen Spitzen und verlieren sich zu oft in Gesprächen, die nur noch für die sprechenden Menschen selbst unterhaltsam sind.
Viele Fans hat auch der Spieleveteranen-Podcast. Ich habe ihn auch abonniert, aber mir ist er oft zu sehr technikfixiert, zu rückwärts gewandt. Mir fehlt ein popkultureller Blick über den Tellerand, statt Fokus auf technische Anforderungen oder den Schwierigkeitsgrad. Zudem ist die Qualität oft mittelmäßig bis schlecht, weil immer einer der Herren eine schlechte Verbindung hat und/oder offenbar ein sehr schlechtes Mikro benutzt. Nichtsdestotrotz ist er erwähnenswert, weil er oft gute Einblicke in aktuelle Entwicklungen und technische Fragen bietet.
Auch die beiden von Superlevel gehosteten Podcasts Indie Fresse und Insert Moin sind Formate, die einen umfassenderen, weniger technischen Blick auf Spiele werfen. Daher will ich sie hier zumindest aufzählen, auch wenn ich leider zu selten dazu komme.

Radio Nukular // Popkulturelle Vergangenheitsbewältigung
Radio Nukular beschäftigt sich mit Popkultur von gestern und heute. Die drei Macher sind wohl das, was man Berufsjugendliche nennt. Also vielleicht die Folge-Generation der Spieleveteranen und Stay Forever – die sich lieber gleich als alte Männer bezeichnen. Die Nukularradiomacher schlummern in Simpson-Pyjamas und bauen sich Häuser aus Videospielverpackungen. Oder laut Eigenbeschreibung: „Radio Nukular, das sind Chris, Max und Dominik, jede Menge Erinnerungen und jede Menge vor Bildschirmen, Comics und Plastikspielzeug verbrachte Stunden.“
Tatsächlich bilden die drei eine gute Runde mit unterschiedlichen Hintergründen, so dass sich in den (viel zu langen!) Gesprächen interessante Abgründe Blickwinkel auftun. Sie ergänzen sich gut, die Qualität ist ordentlich und auch hier kann ich mir Folgen anhören, wo ich mit dem Thema (Ninja Turtles) auch mal nicht so viel anfangen kann. Was ich zu mäkeln hätte: Die Länge. Ich kann es diesem Podcast noch verzeihen, weil er inhaltlich und qualitativ gut ist, aber ein bisschen strukturierte Kürze würde ihm keinesfalls schaden.

Fußball
Wie, was, Fußball? Was erlaube, Frau?! Es braucht zu dieser Kategorie wohl eine Vorbemerkung. Ja, das passt auf den ersten Blick hier nicht rein. Ich bin aber vielseitig und das Thema findet sich somit auch in meinen Podcast-Lieblingen. Und tatsächlich denke ich, dass Fußball mittlerweile auch einen popkulturellen Blickwinkel verdient hat. Über die sportliche Bedeutung in diesem Land brauchen wir ohnehin nicht reden. Daher und weil ich auf diesem Blog sowieso thematisch darf, was ich will, hier ein paar Fußball-Favorites.

Collinas Erben // Schiri, der hat schon Perso!
Wie meinen, erst Fußball und dann auch noch ein Schiedsrichter-Podcast? Ja, genau. Der Schiedsrichter-Podcast Collinas Erben ist einer der besten Fußball-Podcasts, die es gibt. Man kennt bei nichts alles, aber da lege ich mich mal fest. Trotz seiner scheinbaren Fixierung auf die Position des Schiedsrichters liefert der Podcast einiges mehr. Nämlich Fußballkultur, historische Schnipsel oder Kuriositäten aus dem Liga-Alltag. Und Einblicke in die Welt der Schiedsrichter, ihrer Ausbildung und der Entstehung und Auslegung von Fußball-Regeln. Das ganze ist redegewandt vorgetragen von Alex Feuerherdt und Klaas Reese. Klaas Reese ist Blogger, Radiomacher, Fußballfan, Herr Feuerherdt ist Publizist, war Oberliga-Schiedsrichter, ist Schiedsrichter-Beobachter und Ausbilder. Herr Reese ist im Podcast der Mann der kluge Fragen stellt, die Feuerherd dann klug, scharfzüngig und durchaus kritisch beantwortet. Schiedsrichter-Podcast klingt absurd trocken – doch Collinas Erben ist alles, nur das nicht. Mit trockenem Humor, aber auch durchaus mal scharf, arbeiten sich die beiden durch die aktuellen Spieltage, besprechen die Auswirkungen von Regelauslegungen und gelegentlich trinken sie Whisky. Das alles macht sie inzwischen fast besser, als Arnd Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs, die ich sehr schätze: Sein Interview mit Jürgen Klopp gehört in jede Interview-Schulung. ZwWdF wirkt aber inzwischen fast ein bisschen erstarrt. Ein weiterer Pluspunkt von Collinas Erben: Trotz aktueller Bezüge kann man den Podcast auch 2 Wochen nach dem Spieltag hören. Es gibt genug thematische Ausflüge und kuriose Geschichten von Spielfeldrändern oder DFL-Entscheidungen, die auch nachträglich noch interessant sind.

Rasenfunk // Fußball-Radio mit Format
Die beiden Rasenfunk-Macher Max & Frank „haben Spaß am Fußball und reden drüber“. So kurz und knapp begrüßt einen die Website von Rasenfunk. Das Konzept ist so einfach, so alt, so gut und so selten geworden: Fussball-Interessierte sitzen zusammen und reden. Dabei macht es die Mischung: Blogger, Sport-Journalisten, Fans, Taktik-Nerds und sonstige Fussball-Freunde. So verändert sich immer der Blickwinkel, es gibt erstaunlich wenige Phrasen und dafür viel kluge Sätze. Ohne Werbung. Es gibt einen Livestream und unter dem Hashtag #rasenfunk kann jeder kommentieren.
Es gibt in Funk & Fernsehen einige Fußball-Talkrunden. Unfassbar schrecklich fand ich die Altherren-Runde bei Waldis WM-Club. Eine schauderhafte Chauvi-Veranstaltung. Die ohne Waldi boulevardesker war, aber auch nicht besser. Der Doppelpass ist besser, leider aber furchtbar werbeverseucht und auf Hochglanz gebürstet. Ich bin ohnehin kein großer Fan von Studio-Sendungen, weil es einengt und nach festen, starren Abläufen verlangt. Und dann immer diese Umschnitte aufs Studio-Publikum: Es interessiert mich nicht, wer da in welchen Fanschal gehüllt sitzt. Und im Radio bin ich von den vielen Unterbrechungen (Nachrichten, Verkehrsfunk, Wetter, Musik) auch schnell genervt.
Einziges Manko: Wenn ich die aktuelle Spieltagsausgabe verpasse oder eine Woche nicht dazu komme, ist der Audio-Podcast passé. Dafür ist die Sendung zu aktuell. Aber sie ist ein hervorragendes Format. Punkt.

Fanseitig muss ich natürlich den Eintracht-Podcast erwähnen. Den machen immer gut gelaunte Menschen und – man kommt nicht umhin, es zu erwähnen – auch eine Frau. Die Stammbesetzung besteht aus Alex, Marvin, René und Dennis. Der Podcast ist redaktionell gut betreut – ich bin immer sehr dankbar für sowas wie Inhaltsangaben und Kapitelmarken.

Unbedingt erwähnen möchte ich hier auch den Millernton, dessen Konzept mir auch sehr gut gefällt. Es gibt kurze, knackige Ausgaben vor und nach den Spielen, in denen immer ein Fan des nächsten Gegners zu Wort kommt. So bekommt man einen unglaublich guten Einblick in die kleinen und großen Fanszenen und deren Geschichte. Dazu kommen längere Ausgaben, die sich (natürlich) mit St. Pauli-Themen befassen: Der Jahreshauptversammlung, dem Geburtstag des Fanzines oder einem langen Gespräch mit Kettcar-Sänger und Fussball-Fan Marcus Wiebusch.

Talk
Für die folgende Empfehlung fällt mir nur diese eine Kategorie ein, die unzureichend ist, wenn auch korrekt.

Sanft & Sorgfältig // Olli & Jan reden
Der Talk von Jan Böhmermann und Olli Schulz läuft sonntäglich in Radio eins (RBB) und wird inzwischen auch in verschiedenen Jugendwellen ausgestrahlt. Vergesst aber gleich Radio (zumindest die Jugendwellen), abonniert den Podcast. Olli & Jan haben immer ein Schwerpunktthema, reden aber meist einfach über das, was ihnen einfällt oder ihnen gerade passiert ist. Ob Jan gerade die Geldbörse geklaut wurde oder Olli Erlebnisse aus dem Verkehrsstau erzählt, ist fast egal. Zuhören macht Spaß. Zunächst war Jan der Alleinherrscher, aber so richtig gut wurde die Sendung erst zusammen mit Olli. Jan kann einem mit seinem Zynismus und seinem alles-scheiße-finden gehörig auf den Wecker gehen. Olli bildet den wärmeren Gegenpol dazu. Jan selbst hat sich und Olli schon mal als „flippige Misanthropen“ bezeichnet und das trifft es ganz gut. Es gibt unsinnige Rubriken, Gespräche über Musik & Medien und absurde Erlebnisse aus eben diesen Welten. Wer humorseitig Breitseiten mit feinen Spitzen mag, ist hier richtig.

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