Nachdem ich bisher nur kurz mit Todesritterin Tingting unterwegs war und dabei vorrangig in der schwarzen Festung im Kreis geirrt bin (auf der Suche nach dem Ausgang) habe ich nun doch mal einen laengeren Abend mit dem frisch erstellten Todesritter verbracht. Und tatsaechlich, es gibt originelle Quests. Wenn auch nicht von Anfang an…

Ich zitiere aus Blizzards Todesritter-Uebersicht: Bei dem furchterregenden (na ja…) Todesritter der ersten Heldenklasse von World of Warcraft, handelt es sich nicht um den durchschnittlichen Abenteurer (also um mich), der sich auf den Schlachtfeldern Azeroths beweisen moechte. Losgesagt von der Dienerschaft des Lichkings, folgen die Todesritter nun ihrer neuen Berufung als erfahrene und bemerkenswerte Kontrahenten, bestens ausgeruestet, schwer bewaffnet und im Besitz zahlreicher toedlicher und verbotener Zauber, die sie in der Knechtschaft des Lichkoenigs erlernten. Zitat Ende. Fragt sich nur, warum der Lichkoenig auf dem Balkon der Festung rumsteht und Auftraege erteilt, wenn ich mich doch losgesagt habe. Aber wurscht, es muss quequestet werden, vielleicht findet sich hier dann auch ein Ausgang.

Zunaechst muss ich erst mal mit Hochlord Mograine sprechen. Der schickt mich zum naechsten Handlanger, aber nicht, ohne vorher noch dick aufzutragen. „Armeen der Geissel, erhoert meinen Ruf! Die scharlachrote Apokalypse hat begonnen! Reisst dieses Land in Stuecke und lasst nur noch Tod auf Eurem Weg zurueck?
Herrje, gleich wird er implodieren. Ich versuche es mit warmen Worten: Aber Mylord, so beruhigen Sie sich doch! Aufregen ist ungemein schlecht fuer den Blutdruck und regelmaessige Vorsorge-Untersuchungen fuer Untote werden ja hier nicht angeboten…?. Mograine zetert weiter und ich ziehe meiner Wege, Geissel-Kommandeur Thalanor Bericht zu erstatten. Der sitzt auf einem Greifen, der nachweislich sehr schlecht im Futter ist. Nur Knochen und ein paar struppige Federn. Thalanor zeigt mir immerhin den Ausgang aus der Hütte: Per Knochen-Greif vom Balkon. Aha, diese dunklen Gesellen haben keine normale Eingangstür, die haben es lieber dramatisch. Oder bekommen einfach ungern Besuch. Was muss man auch seine Huette in die Luft setzen.
Ein kurzer Greifenflug bringt mich irgendwo in den Pestlaendern runter, in einer Ecke, die den heimeligen Namen „Todesbresche? traegt. Leider gibts keine Karte der Umgebung. Ein Aufrufen der Map zeigt mich mitten im Meer zwischen beiden alten Kontinenten. Ich hasse es, blind durch die Gegend zu tappen. Zunaechst mal bin ich aber in einem kleinen Lager, nahe dem Oertchen Havenau und einer Menge scharlachroter Soldaten. Von denen soll ich gleich einige um ihr Pixelleben bringen. Dazu bitte noch 10 Buerger. Was? Buerger? Ja, teilt man mir mit, das wuerde Angst und Verwirrung stiften. Na danke, langsam moechte ich hier nicht mehr dazugehoeren.

Dazu gibt es noch den Quest „Operation Hottehueh?, der mir einen Untersatz beschaffen soll. Dazu soll im nahen Havenau aus den Staellen der Scharlachroten ein Pferd, aeh, geliehen werden… Pferde gibts massig, schnell ist eins gegriffen und zurueck zur Todesbresche kartoffelt. Questempfaenger Salanar zuckt aber nicht. Was zur Hoelle (sprachlich gewoehne ich mich an die Todesritter) ist denn jetzt wieder nicht richtig? Ein Blick ins Questlog verraet mehr. Operation Hottehueh ist nur teiluebersetzt, den englischen Questtext habe ich nur kurz ueberflogen, weil der Auftrag so klar schien. Ich soll mich tatsaechlich erwischen lassen: „Remember, it’s only stealing when you’re caught.?. Also den Stallmeister ausgeguckt, einem Gaul vor seiner Nase ins Kreuz gesprungen… und jetzt? Der Quest ist nach wie vor nicht als erledigt markiert. Der Stallmeister galoppiert zwischen Haus und Pferde-Paddock hin- und her und droht mir mit aufhängen. Mehr tut er aber nicht. Eine Zeitlang beschaeftige ich mich damit, mit ihm gemeinsam hin- und her zu galoppieren. Nichts passiert. Also zum Kuckcuck zurueck zu Questempfaenger Salanar: Und jetzt klappts. Es reicht anscheinend, wenn der Stallmeister die wuesten Verwuenschungen ausgestossen hat, um als erwischt zu gelten. Salanar will jetzt allerdings das quicklebendige Pferd zum Untoten-Untersatz verwursten. Och nee, dass muss doch nicht sein! Widerrede zwecklos, schwups wird aus dem wohlgenaehrten Ackergaul ein glutaeugiges und knochiges Untoten-Ross. Grmpf, wenns sein muss.

Ich beschliesse, noch ein wenig die Gegend zu erkunden. Und trample direkt in eine scharlachrote Armee hinein. Das geht nicht lange gut und endet mit dem ueblichen Fenster in der Mitte des Bildschirms. Dann aber erscheint eine befluegelte Kriegsmaid, die mich wiederbeleben will. Danke, ganz zauberhaft, aber machts Dir was aus, mich in sicherer Entfernung wiederzubeleben? Ja, macht es. Oder es gibt einfach keine Extras fuer Volltrottel, die nassforsch in einen Gegner-Armee hineingaloppieren. Fuer heute reichts mal wieder. Ich sterbe mich also langsam aus dem Gefahrenbereich und starte zum Feierabend in die tuerlosen Festung Ebon Hold. Gute Nacht.

Das Beta-Tagebuch: Ein Todesritter zum Pferdestehlen
Markiert in:

Und jetzt ihr!