Nach ersten kurzen Gehversuchen mit einem Todesritter war es an der Zeit, mit den Kopien von Kriegerin Valli & Magierin Nusspli gen Norden aufzubrechen. Eingedenk von Vallis ersten Gehversuchen in der Burning-Crusade-Beta habe ich mich fuer die Magierin Nusspli entschieden. Damals kam ich mir naemlich vor, wie mit einem Kuechenmesser gegen Panzer. Mit Nusspli koennte es etwas einfacher werden, dachte ich…

Erst mal muss die Gnomin den Namen wechseln, das scheint zum guten Ton zu gehoeren, in Beta-Tests. So wird aus Nusspli einfach Nussipli. Nach dem Einloggen stehe ich erstmal in Shattrath, irgendwie alles wie immer. Also auf nach Nordend. Ich erinnere mich vage, dass jemand im Bekanntenkreis etwas von Stormwind und Hafen faselte. Ab ins entsprechende Portal also. In Stormwind faellt mir als erstes auf: Die Grafik ist besser. Irgendwie wirkt alles intensiver & schaerfer, anscheinend wurde ein wenig aufgebohrt. Das ist hübsch, aber ich will ja nun endlich in den kuehlen Norden. Wo mag wohl dieser Hafen sein? Ein Blick auf die Karte zeigt… nichts. Wo soll der eigentlich herkommen, so auf dem Land? Also mal bei denen nachgeschaut, die immer alles wissen. Buffed.de weiss es sicher, redet aber nicht drueber. Acht Beta-Shows und niemand sagt mir, wos langgeht. Vielleicht wird es irgendwo erwaehnt, aber auf Kruemelsuche habe ich keine Lust. Nach einer Google-Suche finde ich auf dem WoW-Blog ein Artikel, in dem ebenfalls von einem Hafen in Stormwind die Rede ist. Im Kommentar spricht dann endlich jemand Klartext: Nix Hafen in SW; es geht ein Schiff und zwar von Menethil oder Theramore aus. Danke!

Also zum Greifen-Checkin reiten und los gehts. Theoretisch… Apropos reiten, wo ist eigentlich mein Mount?? Das Icon aus meiner Leiste rechts reagiert auf Klicken nur mit einem Ladebalken, der einen Lernfortschritt signalisiert. Aber unter Nussiplis Gnomenhintern materialisiert sich nichts, was mich schneller voranbringen wuerde. Wie, muss ich etwa neu reiten lernen? Brauche ich einen neuen Untersatz? Wer bezahlt das, zum Kuckuck? In diesem Moment schießt ein Pferd mit Reiter an mir vorbei. Großartig, wieso muss ich denn nur laufen? Eine Frage im allgemeinen Chat scheidet aus Gruenden der Selbstachtung aus. Also auf Gnomenf??en zum Greifen, Flug nach Menethil, ab aufs Schiff. Der Dampfer macht wirklich was her und die Fahrt nach Norden ist spannend, weil neu. So laesst sich das Problem erst mal verdraengen. Ankunft am heulenden Fjord, ein erster Questgeber ist schnell gefunden. Was wirklich toll ist: In der Questbeschreibung wird gleich zweimal ausdrücklich erwähnt, wo dieser Herr steht. Das hat zwar weniger Flair, ist aber fuer vergessliche Menschen, die erst mal 700 Quests annehmen und 2 Jahre spaeter abliefern, sehr hilfreich.
Ich soll die Grenzen von Valgarde verteidigen, die von Eindringlingen der Drachenschinder belagert wird. Zwei Schritte hinter dem Hafen geht es tatsaechlich rund, Mobwelle auf Mobwelle rollt heran. Lange Suche und pruegeln um Gegner ist also nicht noetig. Und freundlicherweise sind diese ersten Gegner auch keine furchtbar harten Brocken. Sie lassen sich bereitwillig festfrosten und per Blizzard hinweg eisen. Na, das laeuft ja hervorragend.

Der Folgequest fuehrt mich dann in die Waelder noerdlich. Jetzt waere schneller vorankommen mal wieder angesagt. Wildes rumsuchen in Zauberbuch und Fertigkeiten-Uebersicht fuehrt einmal mehr zu nichts. Schliesslich rufe ich den Charakter-Bildschirm auf und entdecke eine Registerkarte mehr, die da lautet: Begleiter. Und siehe da, dort befinden sich alle Mounts, vom Greifen ueber den Roboschreiter bis zu meinem Extra-Schlitten, einem Pferd. Plus Button mit der Aufschrift „Summon?. Halleluja! Der Greif kann leider nicht genutzt werden, aber alleine das schnelle weisse Ross bringt eine Menge Komfort.

Ich zockele los, auf der Suche nach den unglueckseligen Spaehern, die ich laut Folge-Quest von ihrem Elend erloesen soll. Die Zausel starben rund um das Lager der Drachenschinder-Eindringlinge, wo sie sich bei ihrem Spionen-Job haben erwischen lassen. Auf dem Weg dahin verreite ich mich natuerlich und nutze die Gelegenheit, mal die Landschaft zu erkunden. In der malerischen Gegend grasen ein paar Schaufelhauer, optisch ein Mix aus Elch, Hirsch & Mammut. Leider streitlustiges Volk, es kommt zum Zusammenstoss, der aber glimpflich ausgeht. Ich werde uebermuetig, die haben ja nix auf der Pfanne, scheint es.
Endlich finde ich auch die Spaeher, denen ich gnaedig die Speere aus der Brust ziehen soll, die die Drachenschinder-Doedel dort vergessen haben. Die Spaeher glitzern, so wie man es bereits von Quest-Gegenstaenden bisher kennt. Obs nun an der aufgebohrten Grafik liegt oder tatsaechlich mehr ist, man kommt sich jedenfalls vor, wie in einer Bijou- Brigitte-Filliale: Es glitzert hinter jedem Baum. So ist der Quest flott erledigt, zumal die Gegner auch nicht besonders dicht stehen. Zumindest bis irgendwo jemand auf den Verdoppel-die-Mobs-Knopf-drueckt…
Nussipli kommt erstmals auf dem neuen Kontinent auf dem Friedhof wieder zu sich. Immerhin liegen Blumen auf dem Grab. Nach dem obligatorischen Wiederbeleben beschliesse ich, dass es fuer heute reicht. Ich suche die naechste Kneipe in Valgarde auf und bette mein Haupt auf die Theke. Da steht schon ein betrunkener Gnom drauf, der ankuendigt, ein Taenzchen auf dem Tresen zu wagen. Hicks… Gute Nacht!

Das Beta-Tagebuch: Willkommen in Nordend
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3 Gedanken zu „Das Beta-Tagebuch: Willkommen in Nordend

  • August 4, 2008 um 5:00 pm
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    Eine Unverschämtheit das der Name Nusspli vergeben war!

    Wie immer eine gewohnt großartiger Tagebuch-Eintrag. Gönn deinem Todesritter noch ein paar weitere Gehversuche, die Quests sind wirklich klasse.

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  • August 4, 2008 um 9:11 pm
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    Ja, ich könnte todesritterliche Unterstützung brauchen. Wie wärs, wenn Du mal die Seiten wechselst? 😉

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  • August 5, 2008 um 1:26 pm
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    Tingting ist gemerkt. Werde dann heute Abend einen Alliance DK (Pfuii) erstellen und dich besuchen.

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Und jetzt ihr!