Solltet ihr 3,59 Euro übrig haben, dann investiert sie doch in „Monument Valley“. Das mag für ein kleines iOS-Spiel viel klingen, aber es lohnt sich. Im Grunde ist das Ganze ein Mitmach-Kunstwerk, inspiriert von den unmöglichen Figuren M.C. Eschers. Ihr habt vor euch ein winziges Persönchen auf „unmöglichen“ Gebäuden: Mit Treppen und Türmen, Rampen und Säulen. Fast alles lässt sich bewegen, drehen, ziehen oder schieben, um dem Winzling in weiß weitermarschieren zu lassen. Es heißt, ausprobieren!

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Der Winzling erinnert ein bisschen an ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Püppchen und ist eine Prinzessin namens Ida, wie man zwischendurch erfährt. Mit allzu viel Text oder Geschichte wird man nicht versorgt, was erst mal kaum auffällt. Viel zu viel Spaß macht es, herauszufinden, wo es lang geht und vor allem, wie! Ich gestehe, ganz gelegentlich (fast gar nicht!) habe ich mal hier nachgesehen, wie es weitergeht. Man hat keine Gegner, gegen die man gar kämpfen müsste, dafür aber ab und zu schwarze Krähen, an denen man nicht vorbeikommt. Die muss man umgehen, wozu man wieder überall drehen, schieben und drücken muss. Das sieht manchmal vollkommen unmöglich aus und gelegentlich guckt man am richtigen Weg vorbei. Es hat stellenweise ein bisschen was von den aberwitzigen Treppenhäusern im Harry Potter-Internat Hogwarts.

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Monument Valley ist ein kurzes Spiel: Man kann es vermutlich in 3 konzentrierten Stunden durchspielen. Das wäre aber schade, man hat mehr davon, ein Kapitel zu genießen und es dann einen Tag liegenzulassen. Ich finde die Länge völlig ausreichend: Jeder hat die Chance, es durchuspielen. Und es wiederholt sich kaum. Es ist wie mit guten Serien: Die müssen einfach mal zu Ende gehen dürfen, bevor es schal wirkt. Monument Valley ist eine ästhetisch-atmosphärische Herausforderung. Und (Achtung: Pathos!) wunderschön. Lieber 3,59 zahlen und dafür so etwas bekommen, als von In-App-Wegelagerern ausgenommen zu werden.
Wenn man etwas kritisieren möchte, dann, dass die Geschichte ein bisschen hinten runter fällt.

Hier gibts ein paar Stimmen und Eindrücke von den Machern:

Indie-Pick: Das Mitmach-Kunstwerk
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Und jetzt ihr!