EPOC™
Foto: Emotiv Systems

Emotiv hat heute auf einer Pressekonferenz sein Neuroheadset „Epoc“ vorgestellt. Das Headset war schon auf der GDC 2007 als Protoptyp zu sehen, heute wurde in San Francisco der Launch des Hightech-Gadgets angekuendigt. Fuer schlanke 299 Dollar soll Epoc an Weihnachten auf den Markt kommen.

CEO Nam Do stand vor knapp zwei Stunden auf der Buehne, um das gute Stueck vorzufuehren. Ein Proband zeigte, wie ein Avatar, ein knubbeliger Roboter, seine Gesichts-, bzw. Gefuehlsausdrucke korrekt wiedergab. Ganz einfach scheint das Headset aber nicht zu bedienen zu sein, wie beim Bewegen von Objekten zu sehen war. Bei der Demonstration mit einem Würfel sollte dieser verschwinden. Das funktionierte nicht gleich auf Anhieb. Das Headset soll ueber 30 verschiedenen Ausdruecke, Emotionen und Aktionen erfassen koennen. Die Sensoren des Headsets erfassen die elektrischen Impulse des menschlichen Hirns und uebermitteln sie an den Rechner. Damit die korrekte Aktion ausgefuehrt werden kann, muss es individuell auf den Spieler eingestellt sein, um seine gedachte Aktion klar zu erfassen und uebermitteln.

Epoc soll zusammen mit einem Spiel vermarktet werden, dass genau auf die Moeglichkeiten des Headsets abgestimmt ist. Das sollte eigentlich auch praesentiert werden, aber hier versagte die Technik dann voellig. Auch die Bitte an die Anwesenden, alle Handies auszuschalten, half nicht. Auf der Leinwand sah man ein fernöstlich angehauchtes Spiel, in den Haenden von Emotiv Game Designer Zachary Drake, lag zunaechst aber nur ein XBox360-Controller. Drake tat sein Bestes, mit viel Gestikulieren und warmen Worten zu erklaeren, wie man mit dem Headset Zaubersprueche casten koenne. Spaeter erklaerte Emotiv, die gestoerte Demo sei vor allem dem drahtlosen Equipment der Licht- und Sound-Crew auf der Pressekonferenz zu verdanken.

Das drahtlose Headset soll ein tieferes Eintauchen ins Spiel ermöglichen. Zaubersprüche via Gedanken abschicken, dem Spieler hinter sich zulaecheln, den Riegel von der Tuer schieben, alles moeglich. Die Zuschauer wurden fuer heute aber erstmal auf morgen vertroestet. Am Emotiv-Stand soll es dann hoffentlich einwandfrei funktionieren.
Vier Jahre Entwicklungszeit stecken in Epoc. Eine Partnerschaft mit IBM sollen das Headset auch in anderen Bereichen vermarkten. Zunaechst aber sollen die Spieler erobert werden. Ein Spiel wird da natuerlich nicht reichen.
Das weiss auch Emotiv und bietet ein Software Development Kit (SDK) mit offenem Standard zum Download an. Entwickler sollen so das Headset nahtlos in ihre Projekte einbinden koennen.

Spieler sollen aber auch andere, nicht eigens fuer das Headset entwickelte Spiele mit Epoc nutzen koennen. Dafuer gibt es den EmoKey, um jede Erkennung mit den entsprechenden Aktionen im Spiel zu verbinden.

Epoc bringt neben dem Spiel noch eine weitere Anwendung mit: Emortal. Wer Minority Report mit Tom Cruise gesehen hat, erinnert sich sicher an das faszinierende Interface, an dem John Anderton, alias Cruise, Informationen abruft. Er scheint dafuer einfach nur durch die Luft zu wischen. Aehnliches soll mit dem Portal namens Emortal moeglich sein. Emotiv nennt es „next generation online portal“.
Das Portal soll Infos wie Blogs und Multimedia-Anwendungen wie Fotos, Spiele oder Chats anbieten, gestaltet wie eine Stad.

Emortal
Foto: Emotiv Systems

Dank Neuroheadset soll man nun mit Handbewegungen auf die einzelnen Anwendungen zugreifen koennen und beispielsweise durch Fotos blaettern. Demonstriert wurde das noch nicht, lediglich ein Filmchen zeigte, wie das Portal aussieht, siehe Bild oben.

Die Einladung, das Headset morgen am Stand zu testen, nehme ich natuerlich gerne an.
Sollte man so etwas jemals mit WoW nutzen koennen, koennte es spassig werden. „Sorry, ich habe nur gaaanz kurz ueberlegt, den Hebel da zu betaetigen, ehrlich! Und ploetzlich kam diese Falltuer runtergeschossen…“

Der Gedanke zählt: Emotiv Headset kommt Weihnachten
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2 Gedanken zu „Der Gedanke zählt: Emotiv Headset kommt Weihnachten

  • März 14, 2008 um 3:30 pm
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    Hallo Valentina,

    interessanter und gut ausgearbeiteter Artiekel den Du da verfasst hast. Da ich selber im Gaming Bereich nicht all zu aktiv bin, würde ich mir so ein „Emotion Headset“ für Telefonieanwendungen ganz gerne wünschen 🙂

    Zum Beispiel: Gedanklich eine Nummer wählen oder das Gespräch (ohne direkt am Telefon zu sein) mit reiner Vorstellungskraft entgegennehmen. Bin gespannt wie es weiter geht. Danke das Du mich darauf aufmerksam gemacht hast 😉

    Viele Grüße aus Hamburg – Jens

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  • Dezember 19, 2009 um 8:26 pm
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    Jaja, sehr wahr der Artikel. Seh‘ ich fast genauso. Liebe Grüße und eine schöne Vorweihnachtszeit!

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Und jetzt ihr!