Vault-Aufseher...Bei meinen 20 Vault-Bewohnern ist die Stimmung genauso im Keller wie sie selbst. Es gibt zu wenig Energie, Wasser und Nahrung. Dafür viele Kakerlaken und Katastrophen. In vielen Räumen liegen tote Bewohner herum, für deren Reanimation mir die Kronkorken (a.k.a. Zahlungsmittel) fehlen. Aber hey: Das ist die Apokalypse. Für Feierei und gude Lauuuunne kann ich schlecht Sven Väth engagieren. Soll das Volk halt „Ich sehe was, was du nicht siehst!“ spielen. Sicher: Mit Vorschlägen dieser Art scheiterte bereits Marie Antoinette, die dem hungernden Volk angeblich vorschlug, mangels Brot halt Kuchen zu essen. Man weiß ja, wie das endete.

Mangelwirtschaft
Feuer!Zurück in die Zukunft, beziehungsweise zur Apokalypse. Was gewissermaßen das gleiche ist, aber ich schweife schon wieder ab. Bethesdas Fallout Shelter macht Spaß und geht mir gleichzeitig mächtig auf die Nerven. Es kostet theoretisch nichts (außer eben meine Nerven) aber auch das ist relativ. Das Tutorial ist extrem kurz, denn vermutlich soll so wenig wie möglich zwischen mir und dem Beginn des großen Spielvergnügens stehen. Es stellt sich aber schnell heraus, dass man doch etwas mehr Grundlagen brauchen kann.

ZettelwirtschaftZu Beginn stehen die Bewohner an der Vault-Tür noch Schlange und ich weise sie fleißig Räumen zu. Natürlich ohne ihre Werte zu beachten. Diese Werte werden werden mit dem Akronym S.P.E.C.I.A.L. beschrieben. Die Buchstaben stehen für Strength (Stärke), Perception (Wahrnehmung), usw. Klugerweise hat man hier gar nicht erst versucht, deutsche Worte zu finden. Also, klug im Sinne von: Da findet man niemals ein passendes deutsches Akronym. Praktisch wird es so etwas mühselig, sich mit diesen Grundlagen vertraut zu machen. Jedes Männlein/Weiblein hat verschiedene Attribute, die unterschiedlich ausgeprägt sind. Rollenspiel-Elemente im Grunde: Figuren mit viel Intelligenz passen besser ins Labor als in den Generatoren-Raum. Das habe ich zunächst mal gepflegt ignoriert. Ich habe einfach hübsch Leute verteilt, wo welche gebraucht wurden. Das Problem: Manchmal verschwinden die unauffällig. Jedenfalls ist in der Raum-Info auf einmal nur noch einer statt zweien aufgeführt. Erschwerend kommt hinzu, dass ich nie so genau weiß, wer hier jetzt eigentlich schon einen Job hat und wer nicht. Ruft man nämlich einen Raum auf und klickt auf den leeren Posten, sieht man in der Liste der Bewohner nicht, wer schon anderweitig beschäftigt ist. Das sieht man nur in der allgemeinen Bewohnerübersicht und dann soll man sich offenbar merken, wer was macht. Irgendwo ist diese Info versteckt (RTFM!). Warum auch einfach hier kenntlich machen? Das wäre zu einfach. Es endet damit, dass ich mir das aufschreibe. Und dabei war ich nie ein großer Pen and Paper-Freund.

Pfusch am Bau
StromausfallMan beginnt mit nur wenigen Räumen und lernt schnell, dass es Restaurants, Räume für Wasseraufbereitung und Energie braucht. Was man zu spät erfährt: Baut man sie nebeneinander, verbinden sie sich zu einem großen. Das klingt sinnvoll, wenn aber nebenan kein Platz mehr ist, hilft das nur begrenzt. Mit genügend Kronkorken kann man die Räume verbessern, so dass sie effizienter arbeiten. Finde den Fehler. Genau: Es ist nie genug Kohle (Kronkorken!) da. Viele Räume funktionieren zudem nur mit einem Haufen Energie. Hier bitte: Ein sehr modernes Problem – wieder was fürs Leben gelernt. Und große Räume brauchen mehr Personal, das auch erst mal da sein muss. Eigentlich kann man sagen: Es ist in der Regel zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig. Was in meinem Fall schon viel wert wäre. Zum sterben reichts nämlich sehr wohl, muss ich bald feststellen. Um die Räume schneller Energie, Nahrung oder Wasser produzieren zu lassen, gibt es den Tempomodus. Der selbstredend etwas unfallgefährdeter ist. Eigentlich kann man sicher sein, das jedes 2. Mal etwas schief geht. Dann bricht entweder ein Feuer aus oder eine Horde Dobermann-großer Kakerlaken klettert aus Löchern. Letzteres ist die größere Katastrophe: Sind die Bewohner unbewaffnet gehen sie ziemlich sicher drauf. Die Kakerlaken galoppieren dann von Raum zu Raum und verrichten ihr trauriges Werk. Zurück bleiben Leichen. Man kann sie reanimieren, aber, hey: umsonst ist nur der Tod. Ein paar Bewohner müssen sich bei mir meist etwas gedulden, bis wieder genug Kronkorken da sind. Aber sie sind ja ohenhin erst mal tot, das kriegen die ja kaum mit.

Stimmungstöter Apokalypse
Flirten in der ApokalypseAbgesehen von Wasser, Nahrung und Energie brauchen die Bewohner auch was fürs Gemüt. Steckt man zwei fortpflanzungsfähige Wesen in die Wohnräume kommen gelegentlich drei wieder raus. Das ist ganz praktisch, irgendwo muss Personal ja auch herkommen. Nach der ersten Welle wird es nämlich wieder ruhig an der Vault-Tür und dann ist niemand da, um meine kleinen Kernkraftwerke zu betreuen. Es ist ganz putzig, den Damen und Herren beim Flirten zuzusehen. In meinem ersten Versuch als Vault-Aufseher werden erstaunlich viele Kinder geboren. Trotzdem steht es mit der Stimmung nicht zum Besten. Ich erfasse: Es muss Unterhaltung her. Inzwischen kann ich einen Radioraum bauen, was ich auch flugs tue. Allerdings reicht die Energie nicht aus, um ihn jemals zu betreiben. Ich halte fest: Beschleunigt für Energie sorgen bedeutet Feuer & Kakerlaken. Den Dingen ihren Lauf lassen resultiert in Überfällen von umherziehen Apokalypse-Gaunern, Feuer, Hunger und Durst.
Das Symbol der guten Laune ist ein Smiley oben links. Als der noch bei 7 % steht, gebe ich auf. Ich überlasse die 19 Bewohner (und eine Leiche) ihrem Schicksal, google Tipps und beginne von vorne.

Gekauftes Glück
Überfall!Im neuen Vault baue ich sofort die nötigsten Räume, nehme Kronkorken in die Hand und baue gleich noch zwei passende Räume dazu. Nebeneinander. Den ersten reiße ich dann wieder ab, um Platz für weitere verbundene Räume zu schaffen. Das geht in die Korken (ins Geld!) und ich beschließe zähneknirschend, mir Kapital zu kaufen. Ich investiere rund 5 (fünf!) Euro und baue, verbessere und rüste aus. Schlaumeier ins Labor und die Krankenstation, Kraftmeier an Pumpen und Turbinen. Diesmal komme ich nicht mal bis zum Radioraum, weil es dafür 20 Bewohner braucht und bei mir logieren nur 19. Zwischenzeitlich sieht es trotzdem so aus, als habe sich meine horrende Investition gelohnt. Doch dann schlägt das Schicksal doppelt zu. Eine Horde Raider taucht an der Tür auf – die habe ich zwar schon verstärkt, aber das verzögert ihr Eindringen nur. Wie korrupte Funktionäre fräsen sie durch die Räume, schlagen den Bewohnern die Köpfe ein und ich kann nur zähneknirschend in ihre grinsenden Comic-Gesichter starren. Danach liegt die Hälfte aller Bewohner tot herum und muss teuer reanimiert werden. Seltsamerweise steigt die Stimmung danach um ein paar Prozentpunkte, aber das war wohl nur eine kurze Erleichterung nach der Reanimation. Inzwischen steht neben dem Smiley-Symbol etwas von 10% und ich fürchte, auch dieser Bunker wird kein Partykeller.

Was bleibt
Was zu sagen bleibt: Fallout Shelter ist putzig gezeichnet und animiert, wunderbar vertont und doch… werden wir vielleicht keine Freunde. Vielleicht liegt es an mir. Vielleicht wird es noch, denn irgendwie wäre es sonst: Schade.

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Der Partykeller der Apokalypse
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