valentina-schwebtSeit 3 Tagen ist alles out of control(ler) – will sagen: Kinect ist da. Spiegel Online hat eine euphorische Lobeshymne vom Stapel gelassen und für mich wurde es Zeit, das Wohnzimmer umzuräumen. Feng Shui-Berater braucht ihr nicht fragen, ich sage euch: Ihr braucht eine Turnhalle. Wenigstens in Größe S.

Ich habe mir aus der Redaktion Arbeit Spiele mit nach Hause genommen. Unter anderen Kinectimals (Microsoft Game Studios/Frontier), Kinect Adventures (Microsoft Game Studios) und Dance Revolution (Konami).

Kinect Adventures ist mein erster Kandidat, ist schließlich bei der Hardware dabei. Im Prinzip eine Minispiel-Sammlung, zu der man gar nicht so viel sagen muss. Ihr könnt Wildwasserbahn fahren, müsst Bälle treten und schlagen, Löcher in Aquarien stopfen und in den besten dämlichsten Momenten macht die Kamera ein Bild von euch. Die könnt ihr von der Konsole aus hochladen und dann über die Website KinectShare.com sharen, downloaden oder drucken. Die Steuerung mit Gesten funktioniert hier einwandfrei, manchmal reagiert sie bei Kinect Adventures fast ein wenig überempfindlich. Das scheint im Übrigen bei Spielen etwas unterschiedlich zu sein. Das sind keine massiven, aber doch merkliche Unterschiede. Bei Adventures habe ich das Gefühl, dass ich an manchen Stellen vorsichtig sein muss, um nicht wild zwischen Menüpunkten hin- und herzuwechseln. Das Spiel selbst macht einfach Spaß, auch wenn man natürlich ähnliches vielleicht schon bei der Wii gesehen hat. Aber so ganz ohne was in der Hand ist es etwas anderes. Manchmal fehlt einem aber tatsächlich das taktile Erlebnis, also etwas in der Hand zu spüren. Die Wiimote wird ja zum jeweiligen Gegenstand: Einem Musikinstrument oder einem Tennisschläger. Es ist tatsächlich ein bisschen ungewohnt, gar nichts in der Hand zu haben. Es sind aber immer wieder Aufgaben dabei, bei denen man aus ungewöhnlichen Positionen agiert, zum Beispiel im fliegen oder schweben. Und hier fehlt der Controller natürlich nicht im mindesten.

Nummer zwei ist Dance Revolution von Konami: Wo könnte das Spielen ohne Controller natürlicher sein, als beim Tanzen? Ansatzweise hatte man das bei den Dancing Stage-Titeln von Konami auch schon. Da lag der Controller bekanntlich auf dem Boden und war damit zumindest gefühlt genauso wenig vorhanden. Zu Dance Revolution für Kinect kann ich nur sagen: Das Menü ist gruselig, man verzweifelt daran, irgendwie eine Ebene zurück zu kommen und die Musik als grauenvoll zu bezeichnen ist fast ein Euphemismus. Zwar kann man sich wirklich tänzerisch bewegen, man hat eine gewisse Freiheit, muss nicht ständig auf Markierungen achten. Spieltechnisch gesehen ist das also nicht verkehrt, aber die Musikauswahl grenzt an Körperverletzung. Vielleicht sollte man was mit Musik zu tun hat lieber MTV überlassen. Ich hoffe also, das alsbald Harmonix Dance Central hier eintrudelt.

Nummer drei ist Kinectimals. Kinectimals ist quasi das Nintendogs für die XBox30. Ihr sucht euch ein niedliches Tierbaby aus und bringt ihm Tricks bei. Zur Wahl stehen ausschließlich Katzentiere, zum Beispiel Gepard, Löwe & Co. Ich entscheide mich für einen kulleräugigen schwarzen Panther und nenne ihn Karlheinz. Ihr bewegt euch auf einer Insel, wo verschiedenen Gegenden freispielbar sind. Abwechselnd bringt ihr eurem Jungtier Tricks bei, werft ihm die Frisbee oder absolviert Minispiele, bei denen das Tier gar nichts tut. Die Steuerung funktioniert auch hier perfekt, und auch etwas angenehmer in der Reaktionsgeschwindigkeit. Für ein Kinderspiel ist Kinectimals durchaus unterhaltsam, allerdings steht man steht oft ziemlich viel rum. Dann erzählt euch ein fliegendes Fellknäuel namens Hummel etwas über das Spiel, euer Jungtier oder die Steuerung. Die Minispiele sind nett gemacht und spaßig: Mal werft ihr Stofftiere auf Kegel, fahrt Rennen auf Spielzeug-Autos oder schmeißt Bälle in aufgesperrte Froschmäuler. Und ihr geratet durchaus in Bewegung: Hüpfen, Springen, Hinlegen, in die Hocke gehen, mit den Armen wedeln. Vielleicht ist Kinectimals das, was Viva Piñata hätte sein können.

In den nächsten Tagen sind noch Ubisofts Your Shape fällig und Sports Island von Konami. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss mein Wohnzimmer wieder rückbauen…

Out of control(ler)
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