Ist nicht mehr taufrisch, aber ich kam erst jetzt dazu, den Edushooter mal anzuspielen. Das Projekt der Uni Jena nimmt sich des viel-diskutierten Genres der Egoshooter an. Die Grundidee: kann ein Egoshooter Basis für ein Lernspiel sein? Die Antwort heißt ja und das Ergebnis ist der Edushooter…

E.D.U., so der Titel, ist das erste echte „Bildungsactionspiel“. Im Spiel müsst ihr Wissensfragen beantworten und gleichzeitig spielerisches Können beweisen, um zu gewinnen.

Die Aufgabe

Über 350 Fragen enthält alleine der erste spielbaren Level, so die Macher auf der Homepage zum Spiel. Dieses Level könnt ihr dort im Übrigen downloaden. Die Fragen orientieren sich allerdings am Kernfach der Macher, nämlich Kommunikationswissenschaft. Wenn ihr da nicht fit seid, sind selbst die Fragen des einfachsten Levels nicht ohne. Diese hier ist noch vergleichsweise simpel: Für die Beschreibung des Verhältnisses zwischen Massenmedien und „Realität“ werden häufig zwei Weltbilder bemüht und gegenübergestellt. Welche sind gemeint?

Beispiel Frage

Als „Waffen“ dienen hier im Übrigen Schwämme, Kreide und Edding. Die Handlung:

Das Bildungssystem ist pleite.

Forschung und Lehre können nicht mehr gleichermaßen unterstützt werden.

Professoren und Studenten spielen an universitätstypischen Schauplätzen gegeneinander, um den letzten verbleibenden Batzen Geld des Kultusministers zu ergattern.

Die Kontrahenten versuchen durch den Gebrauch witziger Gegenstände, die in der Universität zu finden sind, den Gegenspielern das Leben schwer zu machen und somit ihr Ziel, das letzte Geld vom Kultusministerium abzugreifen, zu erreichen.

Das Team, das durch viel Wissen und eine hohe Trefferquote die meisten Punkte sammelt, gewinnt. Ich war bei meinem Kurzausflug ins marode Bildungsystem alleine unterwegs und hatte daher Zeit, mich auch ein wenig um zusehen. Dabei findet sich, zumindest aus der Sicht mancher Spieler, diese Galerie des Grauens:

Galerie

Einen Bericht zu diesem ungewöhnlichen Ansatz für einen Egoshooter könnt ihr in der dieser neues-Sendung sehen. Dahinter steckt Jörg Müller-Lietzkow, der vielen Spielern möglicherweise nicht ganz unbekannt ist. Er forscht nämlich nicht nur recht viel zum Thema Spiele an der Uni Jena, er ist auch wissenschaftlicher Beirat beim deutschen eSport Bund.

Witzige Idee. Schnapp Dir die Kreide, wetz den Schwamm!

Related Posts

Schießen für die Bildung
Markiert in:

Und jetzt ihr!