Update: Billund, 06. Oktober 2010 – LEGO Universe, das erste Online-Spiel der LEGO Gruppe, erhält den Kindersoftware-Preis „GIGA-Maus“ der Zeitschrift Eltern family. Bei der heutigen Verleihung des renommierten Preises auf der Frankfurter Buchmesse wurde LEGO Universe von einer Fachjury in der Rubrik „Das beste Online-Angebot zum Spielen“ und als „Gesamtsieger in der Gruppe Kinder ab 10 Jahren“ prämiert.

Lego Universe_1Ich bin schwer im Stress: Wenn ich nicht von schwimmenden Echsenwesen verfolgt oder von riesigen Hummern gefressen werde, setze ich virtuelle Legobausteine zusammen oder suche Lego-Kerlchen wie Ricki Rakete. Im Klartext: Außer der Beta von WoW: Cataclysm schaue ich mich derzeit noch im Lego Universe um. Letzteres ist ein „Mehrspieler Online Spiel“, kurz: MMO. Allerdings eines für Kinder, einem Feld, wo es noch nicht sehr viel gibt. Da wäre vielleicht Sonys Free Realms zu nennen, das sich an eine jüngere Spielerschaft richtet. Oder Panfu, das allerdings eher ein Mix aus Chat- und Lernspiel-Plattform ist. Nachdem es einige Tage gedauert hat, bis ich mal die richtigen „Öffnungszeiten“ erwischt habe, hier mein Ersteindruck…

Kurz & bündig:
• Steuerung: stark optimierbar
• Originalität: Das Lego-typische bauen darf natürlich nicht fehlen. Manchmal gehts mit einer Art Schnelltaste, simpel – und nicht immer gelungen umgesetzt
• Optik: witzig, bewährt, durchaus gelungen
• Quests: ganz OK
• Sicherheit: Charakternamen werden vor Genehmigung gecheckt, es gibt feste Spielzeiten, Chatfilter etc

Zusammenfassung: Die Vorgeschichte wird in der Videosequenz erzählt: Vier (Lego-)Helden suchten die Quelle der Fantasie. Sie finden sie auch, doch sie ist bereits korrumpiert. Wie soll es auch anders sein: Eine dunkle Macht bedroht Fantasie, Kreativität und überhaupt alles Gute der bunten Lego-Welt. Kein Thema, ich kümmere mich! In Gestalt von „Hoppla“, meinem Lego-Fräulein. Man sammelt kleine leuchtende Punkte, sog. Fantasie. Sie sind die Währung beispielsweise für die Schnellbauten. Ab und zu muss finden sich Lego-Bauteile auf einem Häuflein, die man mal eben fix zu einen Schalter zusammenbauen muss. Dafür hält man die Shifttaste gedrückt. Man setzt sich zu Beginn sein Lego-Männchen (oder Frauchen) zusammen, wählt aber keine Klasse oder Rasse. Dafür kann man sich später einer von vier Fraktionen anschließen: Den Erbauern, den Wächtern, den Entdeckern oder der Paradox-Fraktion. Letztere sind ein bisschen düster, die Entdecker sind Abenteurer und Rätsellöser, die Wächter sind ehrenhafte Ritter und die Erbauer, wer hätte das gedacht, die Architekten unter den Minifiguren.

Lego Universe_3Steuerung: naja… Gelaufen wird konventionell mit w,s,a,d, leider kann man nicht mit der Maustaste laufen. Die rechte Maustaste dient zum umsehen, die linke ist zum draufhauen. NPCs oder andere Spieler spricht man ebenfalls über die Shifttaste an. Alles irgendwie unpraktisch, vor allem im Kampf sehr frickelig. Um etwas anzugreifen klickt man links auf das Objekt oder den Gegner. Wer so etwas wie das anvisieren mit der Tabtaste gewöhnt ist, verzweifelt. Zum Glück sind die Prügeleien mit bösen Gesellen nicht allzu häufig. Und man muss auch nicht ständig durch Gefahrenzonen hindurch. Viele Questgegenden sind völlig friedlich. Die Kamera dreht sich immerhin automatisch, so dass man sich mit linksklicken auf die Gegner beschäftigen kann, die bei einigen Quests auch schon mal in größeren Wellen kommen.

Lego Universe_4Auszeichnungen: Gibts für verschiedene Bereiche, z.B. Kampf, Allgemein, Welten (Entdeckung), Bauen, Spielen. Den „Astro-Freak“ gibt’s für das Finden aller drei klassischen Raketenmodule. Leistungen im Bereich Allgemein: zum Beispiel für die Vorbestellung, für die Mitgliedschaft im Lego-Club oder sich von einem Hai fressen lassen (Haifischfutter). Im Bereich Kampf gibt’s Erfolge für das Besiegen von 5 Mini-Bossen oder dem Sammeln von 1000 Fantasie-Boni.

Bauen: Bau was Dir gefällt, heißt das Motto von Lego Universe. Und: Setz deinen „Ideenhut“ auf, teilt einem das Spiel mit. Leichter gesagt, als getan, finde ich. Begleitet von sphärischen Klängen soll man mit Lego-Bauteilen kreativ werden. Das Bauen funktioniert, indem man einzelne Teile aus dem Inventar holt (hm, Doppelklick, Drag’n Drop…?) und auf ein angedeutetes Modell klickt. Allerdings habe ich einfach nicht immer kapiert, wie und wo die Steine hin sollen. Das ist scheinbar wie mit echtem Lego 😉 Mein Haus hat jedenfalls haufenweise Lücken, kein Dach, aber ’ne Küche. Und wie ich reinkomme, habe ich trotz eingebauter Tür auch noch nicht kapiert. Und die Lücken sind zu schmal für meine vollschlanke Lego-Taille…
Ständig poppt irgendwo was auf, aber ich weiß nie so recht, ob man doppelklicken soll, die Shifttaste drücken oder sonstwas. Man soll sich sogar Rennautos zusammenbauen und damit gegen andere Spieler antreten können. Ehrlich gesagt hat mir zu derlei Aktionen bisher die Geduld gefehlt. Mir reicht die Bruchbude, die ich als mein Haus zusammengeklöppelt habe.

Wie das eigentlich funktioniert, kann man hier sehen:

Lego Universe_5Quests: Fünf „Holz“-Stapel zertrümmern, eine Art Hindernisrennen absolvieren, Fraktionsabzeichen sammeln, etwas zusammenbauen. Soweit die ersten Stunden. Das Rad in Sachen Quests völlig neu zu erfinden, kann man wohl nicht verlangen. MMO bleibt MMO. Auch wenn man es hier wie gesagt „Mehrspieler Online Spiel“ nennt. Viele Objekte sind zerstörbar: Man kann sie mit einem Hieb in Einzelteile zerlegen und so die Legosteine sammeln, die man zum Bau neuer Objekte oder Weiterbau an seiner Bruchbude seinem Haus benötigt. Man kann aber ab Release sicher damit rechnen, einige spektakuläre Kreationen zu sehen. Es gibt ja immer Leute, die so was fix raus haben.

Sicherheit: Ähnlich wie bei Free Realms wird der gewählte Name erst mal auf Schweinskram oder sonstige Unerlaubtheiten gecheckt. Bis dahin kann man aus einem Baukasten etwas zusammenstöppeln. Der Check geht ziemlich schnell, bei mir hat es nur wenige Stunden gedauert. Weiteren Schutz für junge Spieler soll ein Moderatorenteam gewährleisten, das rund um die Uhr zur Verfügung steht. Außerdem sollen Eltern zum Beispiel die Spielzeit ihrer Kinder einstellen können, so dass die lieben Kleinen nicht länger als den vorbestimmten Zeitraum spielen können. Die Eltern sollen auch verfolgen können, mit wem sich die Kinder im LEGO Universe unterhalten – so kündigte Lego jedenfalls an. Für die Fragen von Eltern, soll es ein eigenes Portal geben, auf dem die verschiedenen Sicherheitsoptionen erklärt werden. Noch war davon nichts zu sehen, aber das Spiel startet auch erst Ende Oktober. Auf Nachfragen bei der Presseagentur hat man mich an die dänischen PR-Kollegen der LEGO Group verwiesen, da man nicht mehr für Lego Universe zuständig sei. Genauer gesagt an „Flemming Binderup Gammelgaard“ bei der LEGO Group. Ich vermute mal, es handelt sich um drei dänische Nachnamen, die in deutschen Ohren jedenfalls urkomisch klingen. Wer auch immer das ist: Scheint, als gäbe es leichte Unstimmigkeiten, wer für was zuständig sein darf. Ich bekam nämlich schon vor der Gamescom nahezu zeitgleich von zwei Agenturen Infos zu Lego Universe.
Man darf aber wohl davon ausgehen, dass das Unternehmen Lego seinen Ruf nicht mit halbgaren Sicherheitsoptionen verspielen wird. Zur Zeit kann man seinen Account zumindest schon mal verifizieren lassen – den Prozess habe ich aber nicht durchgespielt.

Fazit: Macht Spaß, hat einen eigenen Charme, ist aber vielleicht nicht unbedingt eine Alternative für ein „großes“ MMO. Die Steuerung ist deutlich optimierbar, aus meiner Sicht. Aber womöglich sieht die Zielgruppe das ganz anders.

Update: Auf Nachfrage im dänischen Billund zu den geplanten Sicherheitsoptionen, bekam ich heute folgenden Rückmeldung von Hermann Kudlich vom Lego-Team:
Mein Team und ich entwickeln derzeit die Parental Control Funktionen für LEGO Universe. Wir arbeiten an mehreren Funktionen, die es den Eltern ermöglichen Spieleinstellungen vorzunehmen. Diese sind nicht nur in Verbindung mit Online Sicherheit zu sehen und werden zu einem späteren Zeitpunkt auch Report Funktionen beinhalten. Als Ziel gilt dabei immer die Eltern in das Spiel der Kinder zu integrieren und sie den Figuren, Bauleistungen und den Freunden im Spiel näher zu bringen. Für den Launch im Oktober haben wir den ‚Playtime Scheduler‘ und das ‚BestFriends‘ System in die Parental Controls integriert.
Ersteres dürfte bekannt sein und dient dem Festlegen der täglichen Spielzeit. Zweiteres ist ein System womit Eltern, Freunde der Kinder im Spiel genehmigen und dadurch mit erweiterten Spielfunktionen und -möglichkeiten ausstatten. Um in die Parental Controls zu gelangen müssen Eltern aus dem Account der Kinder heraus ihre Identität bestätigen. Dies kann entweder online oder offline erfolgen und muss natürlich nur ein Mal vorgenommen werden. Das Verfahren ist durchaus mit Postident ohne Unterschrift vergleichbar.
Das Portal mit Informationen zu den verschiedenen Funktionen ist derzeit leider noch im Aufbau begriffen und ab Ende des Monats verfügbar.

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