Inzwischen bin ich mit Nusspli nicht nur in Nordend, angekommen sondern auch zum hauptamtlichen Magier der Opdodeldogs aufgestiegen. Na gut, sie haben auch keine andere Wahl. In jedem Fall wird gedrängelt, ich solle mal fix Level 74 werden, für das Dalaran-Portal. Also ob das so einfach wäre…

Ich kenne mich ja dank Beta-Test schon ein wenig aus, dachte ich. Leider bin ich trotzdem als erstes ins falsche Schiff ab Stormwind gehüpft. Daher kam ich nicht im bekannten Valgarde, sondern in der Valianzfeste an. Nun gut, dann eben ein kleiner Spazierritt auf die andere Seite des Kontinents, dachte ich mir. Auf die Art kann man schließlich auch gleich ein paar EP mitnehmen. Außerdem macht es Spaß, auf die Art die neue Welt zu entdecken. Ich gehöre nämlich nicht zu der Sorte Spieler, die vorher alle wichtigen Seiten zum Thema auswendig lernen, alle notwendigen Karten abchecken oder ähnliches. Wäre ja langweilig und viel zu durchorganisiert.
Also auf die harte Tour. Denn natürlich ist der Weg von der Valianzfeste nach Valgarde nicht direkt von einer jubelnden Menschenmenge gesäumt. Ich habe also den Finger auf der W-Taste und jage im gestreckten Galopp durch feindliche Linien. Immer Richtung Osten passiere ich Spinnen, Wegelagerer und andere sympathische Fressfeinde von Gnomen. Langsam wird es aber nervig, denn wenn man immer den Finger auf der Renntaste hat, kann man nicht mal eben auf die Karte switchen, um die Richtung zu checken. Mein Lebensbalken steht in der Drachenöde bereits auf „Unternimm‘ was“ und irgendwo weiter östlich zeigen mir die vergessenen Ritter, das Koalitionen mit ihnen ausgeschlossen sind.

Langsam wirds brenzlig, ich bin irgendwo am Strand im gestreckten Galopp und plötzlich – ein Abgrund! Das fehlt mir noch, Abstürze ins Bodenlose kann ich jetzt wirklich nicht brauchen. Aber ich habe Glück, unten ist Wasser. Ich dümpel so im Wasser herum, der Lebensbalken steht auf „Defibrillator nutzen“ und ein Blick ans Ufer zeigt eine schmuddelige rote Flagge… Super, ich bin am Fuße eines Horden-Lagers aufgeschlagen.
Glücklicherweise kann ich bis zur Nase im Wasser regenerieren, ohne belästigt zu werden. Solchermaßen Kneippkur gestärkt robbe ich an Land, schmeiße mich in den Sattel und rase im Schweinsgalopp durch das Lager. Ich werde mit Freudenschreien begrüßt, Gnom am Spieß hatten die hier wohl länger nicht mehr. Ich schaffe es wie durch ein Wunder aber trotzdem bis Valgarde, ohne zu sterben.

Zum weiteren Ersteindruck: Gelungen! Neues zu entdecken macht sowieso am meisten Spass und auch die Musik ist mal wieder vom Feinsten. Auch wenn der ein oder andere Banause, äh Gildenkollege die immer abdreht. Unsere zarte Elfen-Priesterin Artima, im echten Leben männlich und Mensch, behauptet gar, er würde von dem Gefiedel immer so müde.

Eine unterhaltsamen und sehr langen Artikel zum Addon, dem Levelwahn und Ersteindruck, gibts übrigens auch beim geschätzten Epixxloot.

Ich versuche, mich von dem manischen Hochlevel-Wahn nicht anstecken zu lassen, ohne mich sehr, sehr einsam zu fühlen. Kurz bevor Nusspli es endlich auf Level 71 geschafft hat, tickerte im Chatlog die Nachricht durch, der erste Blutelf sowie der erste Zwerg dieses Realms seien nun Level 80. Tja, was soll ich sagen: Erster von hinten!

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WoW-Tagebuch 59: Getränke, Snacks & Portale
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4 Gedanken zu „WoW-Tagebuch 59: Getränke, Snacks & Portale

  • November 20, 2008 um 9:23 am
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    Schöner Artikel. Sollte ich auch mal probieren.

    Kleiner Tip: Die Zügel-zwischen-die-Zähne-nehmen-um-die-Karte-anzusehen-Taste ist die mittlere Maustaste 🙂

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  • November 20, 2008 um 3:54 pm
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    Verstehe einer Nusspli. Ich dachte bisher immer es gäbe von Sturmwind aus nur eine Route nach Nordend. Darüber hinaus nutze ich zum laufen öfters Numlock, so kann man auch zwischendurch mal einen Blick auf die Karte werfen. Aber was rede ich, bin ja nicht mal 70.
    😉

    btw. Lustiger Ritt.

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  • November 21, 2008 um 11:28 pm
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    Das mit den roten und blauen Flaggen kann man aber auch nicht mehr so genau nehmen. Ich bin auf meiner großen Entdeckungstour durch Nordend, irgendwo im Nirgendwo, freudig blauen Fahnen entgegengeeilt, ein herzliches Willkommen und ein Gasthaus vor meinem inneren Auge…

    Pustekuchen! Die hatten mich da so gar nicht lieb! 🙁
    Frag mich nicht welche Fraktion das war, ich bin nicht lange genug geblieben, um nähere Bekanntschaft zu schließen.

    Lektion: Wisse, dass Du nichts weißt.
    Unseren großen Übergott Blizzard interessiert nicht, dass wir Zocker dumme Gewohnheitstiere sind.

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  • November 23, 2008 um 10:48 pm
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    Früher war alles besser 😉

    Das mit dem Numlock, a.k.a. Dauerlauf: Richtig, dann darf aber auch nix im Weg stehen. Bei meinem Glück renne ich schnurstracks gegen den nächsten Baum und von hinten knabbert mich ein Ork an, während ich gerade auf die Karte glotze.

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Und jetzt ihr!