Zurück von einem Blitzbesuch auf der Gamescom. Hauptsächlich war ich dort, weil ich Jury-Mitglied für den Gamescom Award bin und mir das ein oder andere vor Ort angeschaut habe. Und natürlich habe ich dabei auch links und rechts geschaut. Vor allem in der Halle mit den Indies und dem Bereich des Retro Gamings. Na ja, okay, und in der Merch-Halle war ich wohl auch. Zum Glück war ich aus terminlichen Gründen nicht am Pressetag in Köln und daher war es ausnahmsweise nicht so schwierig, NICHTS zu kaufen. Es war einfach bumsvoll. Normalerweise kaufe in mindestens irgendeinen Plüschi, das Rucksack-tauglich ist. Aber nun. Kommen wir zum Thema.

Alltag im Krieg

Eins meiner Indie-Favs ist Hollow Home. Hollow Home ist ein narratives RPG aus der Ukraine, vom Studio Twigames aus Kyiv. Es erzählt vom Alltag in einer belagerten Stadt, inspiriert von eigenem Erleben. Ihr spielt als Teenager Maksym, der für einige Tage alleine zu Hause ist. Dann bricht plötzlich Krieg aus und Maksym ist gezwungen, sich um sein Überleben zu kümmern und eine Fluchtmöglichkeit aus der Stadt zu finden.

Das Team hinter Hollow Home will sicht- und begreifbar machen, wie sich „ganz normale Leute“ in einer solchen Situation fühlen. Maksym muss rollenspieltypisch Quests erledigen: den ausgebüchsten Hund des Nachbarn einsammeln, Lebensmittel besorgen, kleine Hilfen in der Nachbarschaft übernehmen. Dafür gibt es genretypisch Punkte, die auf verschiedene Fähigkeiten gesetzt werden können. Das Team variiert aber diese Mechanik etwas. So spielt ihr nur tagsüber, ausgehend davon, dass Nächte im Bunker verbracht werden. Am Tag sammelt ihr „action points“, sie werden aber täglich zurückgesetzt und müssen mit neuen Aufgaben verdient werden. So bekommt jede Entscheidung besonderes Gewicht.

Soweit ich das Gameplay verstanden habe, könnt ihr unterschiedlich spielen, bei einigen Aufträgen z.B. ein bisschen mehr zu eurem Nutzen agieren. Dann verändert sich das Spiel optisch düsterer. Es ist aber natürlich kein Fantasy-Rollenspiel, wo man extrem unterschiedliche Klassen spielt. Ich war einigermaßen beeindruckt von der Umsetzung, und davon, wie das schwere Thema rollenspielartig inszeniert und erzählt wird.

Ein Spielplatz in einer Stadt.

Im visuellen Look haben sich die Designer:innen von der Arbeit des spanischen Regisseurs und Animators Alberto Mielgo (Love, Death & Robots) inspirieren lassen und von Spider-Man: Into the Spider-Verse. Erdacht haben sie eine typische ukrainische Stadt, voller Details, wie sie sie aus ihrer Kindheit erinnern. Hand-gezeichnete Texturen spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Zukunft des schon vielfach mit Vorschusslorbeeren bedachten Indie-Games ist aber noch nicht gesichert. Noch werden Investoren gesucht, auch eine Kickstarter-Kampagne soll es geben. Sollte nicht genügend Geld aufzutreiben sein, will das Team zunächst das erste Kapitel veröffentlichen. In der Hoffnung, dass ein Erfolg Aufmerksamkeit schafft und das Spiel dann weiter entwickelt werden kann. Insgesamt soll das Spiel nämlich gut 20-25 Stunden Gameplay bekommen. Ich würde es dem Spiel und dem Team sehr gönnen. Bei Steam gibt’s eine Demo zum Download.

Rock’n Roll

Eine Rockband aus schrägen Tieren mit Instrumenten in ihren Flossen und Pfoten.

Ich weiß, das ist ein harter Themenwechsel, vom Kriegsthema zum Rock ’n’ Roll. Ich finde aber auch dieses Spiel erwähnenswert: Rockbeasts ist ein Rockband-Managementspiel von Team 17 – dem Studio hinter Worms (1995).

Ihr managed eine Gruppe schräger Vögel – na ja und anderer Viecher. Die Band besteht aus anthropomorphisierten Tieren und ihr begleitet sie auf der Achterbahnfahrt zum Ruhm. Das passt natürlich am besten ins Zeitalter von MTV, mit seinen Rockhymnen und wilden Frisuren. Auch dieses Spiel hat Rollenspiel-Elemente und ist story-.getrieben. Darüber hinaus ist es aber ein Management-Spiel. Der Trailer macht sehr viel Laune, der Look ist angemessen wild und auch Audio-seitig klingt das Ganze vielversprechend. Eine Demo gibt es noch nicht, aber ein paar Eindrücke auf Steam – falls ihr das auf eure Wishlist setzen wollt. Einen Trailer (featuring Iggy Pup!) gibts natürlich auch.

So, ich liefere hier demnächst noch ein paar weiterer meiner Favoriten nach. Fürs Erste möchte ich euch diese beiden – sehr unterschiedlichen – Spiele ans Herz legen.

Favs von der Gamescom 2025

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