Here weg go, mal wieder ein paar Podcast-Empfehlungen für langweilige Autofahrten, Hausarbeiten oder sonstige Situationen, die mit gutem Ohrenfutter gefüllt werden sollen!

 

  • Embedded: Einer kurzen Nachricht auf den Grund gegangen

Embedded ist ein Podcast des (kind of) öffentlich-rechtlichen Radios NPR. Host Kelly McEvers geht einer kurzen News auf den Grund. Man kennt das ja:  eine kurze Notiz über ein paar brennende Autos, der xte Drogentote oder irgendein anderes Ereignis. Es passiert ständig irgendwo etwas und natürlich passieren Dinge nicht im luftleeren Raum. Oft wird aber abgewogen, welcher Nachricht Reporter verstärkt nachgehen, alles geht einfach nicht. Das bedeutet aber nicht, dass manches nicht einer tieferen Recherche wert wäre. Das leistet Embedded in penibler Kleinarbeit. So werden aus vielen Einzel-Nachrichten Zusammenhänge sichtbar. Die Reporter finden beispielsweise heraus, was genau hinter einem HIV-Ausbruch in Indiana steckt – scheint die Krankheit doch inzwischen eingedämmt, beherrschbar und längst von Ebola oder Zika-Problematiken aus den Nachrichten verdrängt. Oder was steckt hinter einer Schießerei zwischen Biker-Clubs in Waco, Texas? Manchmal funktioniert es aber auch umgekehrt: Aus einer Reihe von Vorfällen, beispielsweise Polizeivideos von Verhaftungen oder Schießereien werden die einzelnen Vorfälle genauer unter die Lupe genommen, einzelne Geschichten destilliert.  Ja, das sind alles erst mal amerikanische Probleme. Aber wer Spaß daran hat, den Reportern dabei zuzuhören, wie sie schwierige Recherchen angehen, Gespräche mit Opfern oder Tätern führen, zu erleben, wie sich auf einmal Zusammenhänge auftun, für den ist Embedded unbedingt hörenswert. Zumal die Ereignisse zwar in den USA stattfanden, die zugrundeliegenden Probleme oder Konflikte aber auch in Deutschland auftreten.

 

  • Bilals Weg in den Terror

Bilals Weg in den Terror ist eine deutsche Podcast-/Radio-Serie vom NDR – ganz offensichtlich inspiriert von Serial, einem Podcast ebenfalls aus dem NPR-Umfeld. Die Serie befasst sich mit dem Fall des 17-jährigen Bilals, der unter ungeklärten Umständen in Syrien ums Leben kam. Bilal heißt eigentlich Florent, ist in Deutschland aufgewachsen, christlich erzogen und mit 14 Jahren zum Islam konvertiert. Mit 17 schließt er sich den Terroristen an, die sich selbst Islamischer Staat nennen. In 5  Folgen geht ein Reporter Bilals Lebensweg und seinem Weg in den Terror nach: Im Gespräch mit Freunden, Mutter, Lehrern, Experten setzt sich nach und nach ein Bild zusammen. Und auch Bilal selbst ist zu hören: In immer desillusionierter klingenden Audio-Botschaften, die er aus Syrien via Whatsapp an seine Freunde schickt.

 

  • The Nerdist: Popkultur-Schnack mit spannenden Gästen

Ich mag The Nerdist, weil es immer wieder sehr spannende Gäste hat: Zum Beispiel Mark Hamill, Anna Kendrick oder Lena Dunham. Und mir gefällt, dass es explizit kein journalistisches Angebot sein möchte. Heißt: Es ist ein freundschaftlicher Schnack unter Gleichgesinnten, unter Nerds. Hier wird niemand gegrillt und Moderator Chris Hardwick legt auch Wert auf diese Tatsache. Vielleicht, weil er so von vornherein einer bestimmten Kritik den Wind aus den Segeln nimmt. Wer es tiefgründiger mag, dem sei das Interview-Format Fresh Air empfohlen, dass die amerikanische Journalistin Terry Gross moderiert. Chris Hardwick hat eine andere Herangehensweise, daher sind die Gespräche im Nerdist-Podcast oft eher unstrukturiert. Das macht sie aber nicht weniger interessant: Man lernt viele der sehr prominenten Gäste von einer ganz anderen Seiten kennen. Man erfährt z.B. von Mark Hamills Sammelleidenschaft und seinen Flohmarkt-Raids. Die meisten Gäste lassen sich schnell auf die lockere Atmosphäre ein und so hört man hier entsprechend viele Anekdoten, die man in klassischen Interview-Situationen eher  nicht hört.

 

  • Flux FM: Spreeblick – Talk über Pop & Politik

Johnny Haeusler lädt in seiner Sendung FLUXFM SPREEBLICK Musiker & Macher ein, mit ihm über Pop und Politik zu reden. Das sind mal sehr bekannte Menschen, wie Sarah Kuttner oder Bela B, aber auch mal weniger bekannte Autoren, Stadtforscher, Soziologen, Künstler oder Politikwissenschaftler. Haeussler verkörpert dabei das Thema Musik & Politik selbst schon perfekt, denn bekanntlich hat er nicht nur eine solide eigene Musiker-Historie, sondern ist auch einer der Macher der Netzkonferenz Republica. Die Sendung gibt’s im Netz, lokal imd Radio Berlin und Brandenburg und – natürlich – als Podcast. Etwas schade ist, dass aus rechtlichen Gründen bei letzterem die Musik fehlt, die Gäste aber jeweils Musikwünsche mitbringen. Damit fehlt natürlich etwas, über das gesprochen wird. Andererseits sind die Gesprächsthemen dank der gut ausgewählten Gäste immer spannend und so zeitgeistig, ohne ausgelutscht zu sein, dass man darüber auch hinwegsehen kann.

 

  • Meet The Filmmaker

Meet The Filmmaker ist ein (Video-)Podcast von Apple, der in diversen iTunes Stores weltweit aufgezeichnet wird. Üblicherweise tritt ein Teil eines Casts auf, also nicht nur einer der Schauspieler oder der Regisseur. Das macht Spaß zu gucken, weil man so die Interaktion und die Chemie in einem Ensemble erleben kann. Unterschiedliche Moderatoren führen das Interview und die letzte Phase besteht aus Publikumsfragen. Das finde ich in der Mischung schön, weil man so einerseits eine professionelle, strukturierte Fragerunde hat und dann zusätzlich oft sehr witzige, herzerwärmende und völlig andere Fragen aus dem Publikum kommen, dass natürlich aus Fans besteht. Ab und zu sind auch mal Regisseure oder Autoren zu Gast: Meist dann, wenn es sich dabei um mehr als eine Person handelt. Viel mehr ist dazu schon gar nicht zu sagen: Die Filme sind meist große, bekannte Titel und entsprechend ein namhafter Cast.

 

  • The Why Factor

The Why Factor ist eine BBC-Radiosendung, die in Deutschland ihre Entsprechung in SWR2 Wissen findet – das ich hier auch schon mal empfohlen hatte. Hier gehts immer monothemtisch um interessante Fragen des Alltags wie: Warum klatschen wir eigentlich bei Aufführungen, warum wollen Männer Sixpacks und was ist Hypochondrie? Das alles in knackigen 23 Minuten erklärt.

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