Ich gestehe, auch ich bin ein Opfer. Ein Wii-Opfer. Wird Zeit, dass Nintendo diese gefährlichen Geräte zurückruft. Haalt! Nicht aufregen, ist nur ein Scherz. Aber ernsthaft: Wer nach dem ersten intensiven Wii-Test keinen Muskelkater hatte, bitte in die Kommentare posten.

Obwohl angekündigt, habe ich mir doch erstmal keine eigene Wii gekauft, sonst hätte es nämlich keine Weihnachtsgeschenke gegeben. Stattdessen habe ich die Wii der Redaktion über die Weihnachtszeit „outgesourced“, um Wii entspannt zu Hause auszuprobieren. Positiver Ersteindruck beim auspacken: Der Karton hat zwei Schubladen innen, bei denen man eine Chance hat, das Teil beim Wiedereinpacken auch wieder reinzukriegen. Schließlich ist es ein Naturgesetz, dass – einmal ausgepackt – sämtliche Gerätschaften niemals wieder in die Originalverpackung passen. Es ist immer so, als hätte man eine Waschmaschine aus einem Schuhkarton ausgepackt. Und ich muss Wii ja auch mal wieder mit in die Redaktion bringen.
Beim Koppeln der Controller, pardon, der „Wiimote“ gibt es kurze Irritationen, weil sich die beiden erst verbinden, dann in den Ruhezustand gehen und sich dann partout nicht wieder koppeln lassen. Aus- und Anschalten der Wii helfen den Controllern aber auf die Sprünge.
Die Menüführung ist übersichtlich, unaufdringliche Musik á la Hotellobby begrüßt mich. Die einzelnen Menüpunkte nennt Nintendo Channels.
Nächster Schritt: Die Online-Verbindung herstellen. Das ist erfreulich einfach. Ich habe in meinem Heimnetzwerk MAC-Adressen freigegeben. Die der Wii ist unter den Einstellungen auf Anhieb zu finden. Wenn ich daran denke, wie verzweifelt ich die bei der 360 gesucht habe… Allerdings ist online noch nicht so richtig viel los. Lediglich der Wetterchannel ist verfügbar, der Nachrichtenchannel dagegen noch nicht. Im Shopping-Channel gibt’s alte Klassiker, wie Bomberman, zum Download. Auch hier dürfte die Auswahl noch beträchtlich wachsen, die Auswahl ist bisher überschaubar. Per Kreditkarte erwirbt man Punkte (Wii-Points), mit denen man bezahlt. 10 Euro sind es Minimum, dafür gibt es 1000 Points. Ein NES-Spiel schlägt mit 500 Points zu Buche, N64 Spiele hauen mit 1000 Points rein. Ich habe gleich mal 1000 Points erstanden und dann der Versuchung widerstanden, sofort Bomberman zu kaufen. Dafür habe ich den Opera-Browser runtergeladen. Funktioniert einwandfrei, auch wenn das Eingeben einer URL über die Onscreen-Tastatur etwas mühselig ist. Aber wozu gibt’s Lesezeichen…
Nächster Schritt: Mii erstellen. Miis sind euer Avatar und ihr dürft sie netterweise mit vielen Möglichkeiten gestalten. Haar- und Augenfarbe, Frisur, Gesichtsform und –farbe, etc. Meins heisst natürlich Valli 😉
Jetzt aber endlich spielen. Bisher habe ich nur zwei Spiele zum Test, das enthaltene Wii Sports und Zelda. Zuerst mutiere ich zu John McEnroe. Inklusive rumbrüllen bei Satzverlust. Ich dresche Bälle übers Netz oder auch nebendran. Manchmal will ich nur ausholen, aber die Wiimote wertet die Bewegung bereits als auf den Ball treffen. Das sieht sehr komisch aus, ich fuchtele wüst mit dem Arm, mein Mii machts nach und fällt über die eigenen Füße. Wohlgemerkt liegt es nicht an der Wiimote, sondern ist eher Ausdruck der ersten Gehversuchen mit dem Controller. Man muss auch eigentlich nicht zuhauen, als hätte man wirklich einen Schläger in der Hand. Dann sind die Schmerzen im Arm auch nicht so heftig…
Zweiter Test – natürlich – Zelda. Das reißt mich erst mal nicht so vom Hocker. Nicht nur, weil man zum Spielen komfortabel sitzen bleiben kann. Ich bin der Typ ungeduldiger Spieler. 10-20 Minuten reichen, um mich zu überzeugen oder zu vergraulen. Nun will Zelda 70 Stunden Gesamt-Spielzeit bieten und teilt das wohl entsprechend ein. Allerdings fände ich es schön, wenn man einfach als Appetithäppchen Spiele so anlegt, dass man schnell kleine Erfolgserlebnisse hat, die dann für lange Spielsessions wappnen oder eben Laune auf mehr machen. So eine Art früher Hook. WoW schafft das zum Beispiel 😉
Ein bisschen schade ist, dass es keine Stimmen gibt, lediglich Dialogzeilen auf dem Monitor. So eine Art Grunzen bringen die Protagonisten immerhin heraus. Dadurch wirkt das ganze etwas steril. Die Steuerung ist ziemlich leicht und eher konventionell. Bewegen mit dem Stick am Nunchuck und alles andere über die Wiimote. Insgesamt ein durchwachsener Ersteindruck. Aber wer weiß, eventuell bekommt Zelda eine zweite Chance. Die Dungeons sollen spannend sein und so weit muss ich erstmal kommen.

By the way: Ich glaube, ich muss meine Spielwiese dringend aufraeumen. Siehe hier:

vals-kleine-spielwiese.jpg

Die neue Zocker-Krankheit: Der Wii-Arm
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Und jetzt ihr!