Gestern Abend sah ich zufällig die RTL-Nachrichten und darin deren Beitrag über das Pennergame. Ich muss sagen, der Bericht war tatsächlich einigermaßen differenziert und ziemlich frei von dieser so sattsam bekannten Pseudo-Empörung. Also, sieht man mal von der – nachvollziehbaren – Empörung der Damen von den Obdachlosen-Initiativen ab. Aber bevor ich mich weiter auslasse, seht selbst:

Ich schließe mich da Wolfgang Bergmann an, der sinngemäß sagt: Kommt wieder runter, es ist nur ein Spiel und Jugendliche sind nicht doof, die können zwischen Wirklichkeit und Spiel unterscheiden.
Natürlich ist es kein Spaß, obdachlos zu sein. Es ist aber auch kein Spaß, alkoholabhängig, doof, verfolgt oder krank zu sein. Trotzdem gibt es Filme, Bücher und Spiele, die mit diesen Themen „spielen“. Und sie müssen das nicht grundsätzlich mit erhobenem Zeigefinger oder total ernst tun. Das Obdachlosen-Initiativen nicht gerade die Zielgruppe sind, die begeistert in diese Onlinewelt eintaucht, ist nicht verwunderlich. Das die das Spiel nicht gerade großartig finden, ist verständlich. Nur deren Aufregung ist irgendwie weniger nachvollziehbar. Sie haben alles Recht der Welt, das Spiel doof oder unpassend zu finden. Aber es würde völlig ausreichen, die Schultern zu zucken oder die Augen zu rollen. Oder gar, es als Chance zu begreifen, über ein wichtiges Thema zu reden. Die Pennergame-Macher werben mit dem Spruch, „Jetzt kostenlos Penner werden“. Das kann man völlig daneben finden. Muss man aber nicht. Aber die Spende der Spieleentwickler an Obdachloseninitiativen als „Almosen“ abzutun, finde ich kleinlich und dumm.

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