Wenn es um bestimmt Themen geht, bin ich einigermaßen skeptisch. Interaktive Webserie? Crossmedial? Aus der Reihe habe ich schon viel gesehen und das meiste war, höflich ausgedrückt, nicht so gut. Manches sehr ambitioniert, mit viel Aufwand, aber irgendwie halt nur so mittelspannend. Das Netwars Project ist löblich anders.

Bild: Filmtank GmbH / Thomas Tielsch, Saskia Kress

Schon im April lief in arte der Themenabend „Cyberwar – Krieg in der Fünften Dimension“, zu dem auch die knapp einstündige Dokumentation „netwars – Krieg im Netz“ (Regie: Marcel Kolvenbach) gehörte. Am 15. Mai werden folgen die erste Episode der interaktiven Graphic Novel App „The Butterfly Attack“ und eine e-Book- und audio-Book-Serie namens „The Code“ (M. Sean Coleman). Die Web-Doku, e-Books und Graphic Novel sollen das Thema erweitern.

Ich habe jetzt die ersten vier Teile der Web-Doku gesehen, insgesamt sind es fünf. Als etwas sinistrer Host führt der Schauspieler Nikolai Kinski durch das Thema. Das tut er gut, ein bisschen flapsig, aber informativ und nicht albern. Die Web-Doku folgt der arte-TV-Doku in ihren Grundfragen, also, was ist ein Cyberwar? Wie sollte man mit der Bedrohung umgehen und was sind die richtigen Antworten auf die Szenarien? Dabei beweisen die Macher ein sicheres Gesprür für Aufmerksamkeitsspannen im Netz. Man kann zum Beispiel einzelne Elemente überspringen. Was ich nicht mal empfehlen würde, denn beispielsweise ein kurzes Quiz, ob man selbst zum leicht zum Angriffopfer wird, kann durchaus überraschende Ergebnisse bringen… Hovert man mit dem Mauszeiger über die auftretenden Experten, bekommt man kurze, knackige Zitate zu ihren Standpunkten. Erst mit Klick auf die Köpfe bekommt man Clips zu sehen. Auch die sind kurz & knackig, ohne oberflächlich zu sein. Die multimedialen Elemente sind geschickt gewählt und platziert und unterstützen immer das Thema. Man muss nicht fürchten, ein unmotiviertes „hallo-wir-hatten-Budegt-für-grafische-Gags“-Feuerwerk ertragen zu müssen.

Also: Klickt!

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