Am schönsten ist der Job, wenn man privates Vergnügen ausufernd dienstlich genießen darf. Von daher ist es für mich natürlich – neben sauviel Arbeit – ein unendliches Vergnügen, eine Dokumentation über Online-Rollenspiele zu machen. Und welches ist das zur Zeit weltweit erfolgreichste? Genau!

Titel der Doku wird „Das zweite Ich“. Es geht um die Faszination, die inzwischen 8 Millionen Menschen dazu bringt, sich in virtuelle Stoffroben und Plattenrüstungen zu werfen und zu grinden, leveln und questen, was das Zeug hält. In Grundzügen beschrieben, will ich Macher und Spieler erzählen lassen, was ihre ganz persönliche Faszination ist. Dazu sollen außergewöhnliche Fanprojekte vorkommen, Spieler, Gilden, andere Entwickler, die Macher und diverse Menschen, die dazu etwas zu sagen haben.

Angefangen mit den Recherchen zur Doku habe ich im September 2006. Heisst: Mal bei Vivendi, bzw. Blizzard vorstellig werden. Schließlich würde ich gerne mal ins Allerheiligste in Irvine reinschauen. Das hat ein wenig gedauert: Seit September habe ich jede Menge korrespondiert, ein englisches Exposé verfasst (da steht drin, was in der Doku zu sehen sein soll), mögliche Fragen an gewünschte Interviewpartner durchgegeben, über Termine, Drehorte und Personen gesprochen, immer wieder Rückfragen beantwortet und selbst gestellt und inzwischen auch endlich einen Termin. Mitte Februar geht’s erst nach Paris, zu Blizzard Europe und kurz danach nach Irvine, Blizzard USA.

Acht Drehtage sind vorgesehen, normaler Durchschnitt für eine halbstündige Doku. Das wird schnell eng, es lassen sich nicht immer alle gewünschten Dinge passgenau unter einen Hut bekommen.

Inzwischen ist bereits die Hälfte aller Drehtage rum, los gings im Januar. Und zwar passend mit dem Release von Burning Crusade. Ich traf Brian Morrisroe, den Lead Dungeon Artist, in Berlin und habe mir im Elektronikmarkt in Berlin-Charlottenburg die Beine in den Bauch gestanden. Mit 2000 anderen Menschen zusammen, die ab 34:45 Uhr Collectors Editions und Spielepackungen von Paletten griffen, als gäbe es nie wieder was. Nur das ich das gute Stück am 16. per Post bekam und nicht in der Schlange stehen musste.

Die entstandenen Bilder werden in der Doku dazu dienen, zu illustrieren, wie stark WoW Massen bewegt. Das man sich, zum Beispiel auf der Games Convention, mal ein Spiel signieren lässt oder es als Fan möglichst früh vorbestellt, ist sicher nicht ungewöhnlich. Aber die Euphorie rund um dieses erste Addon ist schon teilweise extrem.

Der Tag endet für mich um 1 Uhr. Da haben einige wohl grade erst ihre Spielpackung in die Hände bekommen. Ich habe es (gezwungenermaßen) ausgehalten, bis am folgenden Tag die Post mit meinem Addon kam.

In loser Folge (will sagen, so wie ich dazu komme), werde ich von den weiteren Drehs erzählen.

Was noch passiert: Wir drehten bei einem der Allimania Masterminds. Allimania ist ein WoW-Hörspiel, dass sicher einige kennen werden. Es soll ja auch um interessante Fanprojekte gehen und Allimania zählt für mich dazu. Es gibt inzwischen so viele gute Sachen, dass man aus dem Vollen schöpfen kann. Allimania ist eines von diesen vielen Projekten, aber ein ganz gelungenes Beispiel dafür, was Spieler auf die Beine stellen, denke ich.

Als nächstes wird’s aber um meinen Besuch bei Blizzard in Paris-Vélizy gehen

Also, watch out für den naechsten Teil des Making Of…

Making Of, Teil 1: Das zweite Ich
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Und jetzt ihr!