Eine runde Zahl, der Tagebucheintrag hier ist der 50. Aus diesem Grunde habe ich grade mal nachgesehen: Es begann am 8. August 2005, mein WoW-Tagebuch. Zu Beginn noch auf den 3sat/neues-Seiten veröffentlicht, seit Februar 2006 hier. Und zum runden Jubeltag gibts auch mal wieder eine Geschichte zu erzählen, die von den ruhmreichen Taten der unfassbar heldenhaften Kriegerin Valli erzaehlt. Oder vielleicht auch von den sehr dummen …

Es begann eigentlich sehr gut. Ein Abgleich der Quests und Vergleich von Lust und Laune ergab: Erst mal die Kahrazan-Vorquest erledigen und dann ab ins Schattenlabyrinth. Man muss ja auch mal mitreden können und anscheinend ist das, was früher Blackrock, Onyxia & Co waren, heute eben Karazhan.
Also mit den Gilden-Kollegen Shokker, dem Schurken mit dem Weglauf-Gen und Ebonita, der Draenei-Schamanin mit dem besonderen Etwas, ab in die alte Welt. Dieser ganze Spass war auch locker-leicht gemeinsam erledigt. Bis auf den kleinen Fauxpas von Ebonita, die (oder vielmehr der …) sich lautstark beschwerte, dass man andauernd sinnlos-aufwändige Reisen unternehmen muesse, um endlich die wichtigsten Vorquests zu erledigen. Er hatte nur leider den Quest-Titel „Nach Karazhan“ etwas falsch verstanden. Irgendwann muss man auch mal woanders hin. Aber Schwamm drüber.

Nachdem wir also so weit waren, für die Karazhan-Questreihe ins Schattenlabyrinth zu marschieren, fehlte nur noch eine gute Gruppe. Die fand sich auch mit der Druidin Antalia, die als Heil-Baeumchen unterwegs war. Und dem Magier Warcrock. Es galt, einen Teil des zerbrochenen Schluessels zu besorgen. Fuer Khadgar, der das Ding kaputtgemacht hat. Aus Sicherheitsgründen, sagt er. Nur leider hat der alte Zausel und Erfinder des gleichnamigen Krauts „Khadgars Schnurrbart“, die drei Teile an total sicheren Orten versteckt. Die sicheren Orte sind inzwischen dummerweise von haufenweise schlechtgelaunten Dämonen besetzt. Dufte Idee, Khadgar!
Schlüsseldienste sind rar in Azeroth, aber wir helfen natürlich gerne. Schlüsselfragment Nummer eins gehört so gut wie uns!

Bis zum dritten Boss ging es trotzdem locker durch, wie ein „Messer durch die Butter“, wie Shokker am Tag danach bemerkte. Selbst das gefürchtete „Chaos“ von Schwarzherz konnte uns weder entzweien noch umbringen. Naja und dann kam Vorpil, der Grossmeister.
Der Kerl ruft jede Menge Mülltüten, Leerreisende genannt, die ihn langsam aber stetig hinterher gleiten und dann hochheilen. Muss Privatpatient sein, dieser Vorpil. Das muss man verhindern, in dem man ihn von diesen Nachtschwestern wegzieht. Und wie macht man das als Krieger? Jawoll: Beschimpfen und Verhauen. Die Taktik wurde also erklärt und verstanden und… es hat nicht geklappt. Kann ja passieren, also noch ein Versuch. Und noch einer. Und noch einer! „Kommt schon“, versucht Shokker zu ermuntern, als sich erste Erschöpfung breit macht, „einmal noch: buffen, legen,looten!“
Es hilft nichts, wir schaffen nur ein solides Aggro Ping Pong, bekommen auf die Zwoelf und enden auf dem Friedhof. Es musste was passieren. Also einen alten WoW-Recken um Hilfe gebeten. Shokker bekam eine kreative Pause und Jäger Moagrim kam ins Spiel. Mit ein bisschen Irreführung klappte es tatsächlich gleich beim nächsten Versuch. Also Jäger wieder raus, Schurke wieder rein.

Jetzt muss es aber laufen. Nur noch schnell Murmur vom Teller putzen, das Fragment holen und nix wie ins Bett. Inzwischen war es nämlich schon ziemlich spaet. Auf dem Weg zu Murmur muss man aber leider noch einiges an schlechtem Personal des Hausherren aus dem Weg schaffen, was nicht in 5 Sekunden geht. Erstes Gähnen kommt übers TS.

Dann, endlich, ist Murmur an der Reihe. Schamanin Ebonita, alias Ilja, bittet Shokker, die Taktik zu erklaeren. Kurze Stille, bis Shokker, alias Ernie, aus dem Sekundeschlaf hochschreckt. „Ja, aeh, gaehn, das ist also der Murmur…“. Stille. Gaehnen. Seufzend uebernimmt Ilja, der wahrscheinlich an der Kaffee-Infusionsnadel haengt.
Tja, was soll ich sagen, wir haben die Taktik alle verstanden, echt! Aber irgendwie gabs negative Schwingungen in der Milchstrasse, einen Bruch im Raum-Zeit-Kontinuum, man weiss es nicht. Jedenfalls begann wieder das grosse Sterben. Von uns, versteht sich. Interessanterweise kommt es auch noch zu einem Fehler. Beim ersten Wipe bei Murmur klicke ich frustiert auf „Freilassen“ und materialisiere direkt wieder vor Murmur. Das ist ja an sich praktisch, nur sind alle anderen korrekt auf dem Friedhof zu sich gekommen.
Na klasse, gut nur, das Murmur festgewachsen ist. Ich laufe der Rest-Truppe entgegen und stolpere auf dem Weg ueber eines der Skelette, die im Schattenlabyrinth gerne mal wiederauferstehen. Das waere im Prinzip keine unloesbare Aufgabe, allerdings muss ich den Knochenhaufen mit blossen Faeusten bearbeiten, denn inzwischen gleiche ich einem Schrotthaufen auf Beinen. Das nette kleine Icon unterhalb der Minimap ist nahezu voellig rot. Unter wilden Klimmzuegen grabsche ich ein Zweitschwert aus dem Handgepaeck, um grade noch so meine Haut zu retten. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn von meiner Plattenruessi ist ja nicht viel uebrig. Also muss ich nach Shattrath beamen, reparieren und mich von meinen Mitstreitern zurueckporten lassen.

So langsam muss ich gestehen: Ich habe keinen Bock mehr! Wenn ich den Weg vom Friedhof durch die Instanz bis Murmur, dem elenden Luftsack, noch ein mal laufen muss, komme ich mit einem Bulldozer zurueck. Wieder vereint, beschliessen wir eine kurze Planaenderung. Wir eiern auf dem Randsims an Murmur vorbei, holen das Schluesselfragment fuer den Kara-Quest und eiern wieder zurueck. Auf ein neues. Und endlich, warum auch immer, klappts. Rechtzeitig fuer der Beruehrung Murmurs und seinem Ueberschallknall weg und wieder ran und endlich loest sich der Luftelementar in eben das auf: Luft!

Hoerbares fuenffaches Aufatmen imTS. Und an dieser Stelle ein Lob an die Gruppe. Ich habe zuletzt recht haeufig in Fuenfergruppen Instanzen gemacht, bei denen die Zusammensetzung meist so aus sah: Drei Leuten aus der Gilde und zwei fremde Spieler, deren Klasse passte. Da hatten wir zuletzt haeufig mal unangenehme Mitspieler dabei. Welche, die fuerchterliche Hektik gemacht haben, die dazu noch unhoeflich waren und so weiter.
Antalia, unsere heilende Druidin und Warcrock, der Magier sind nicht nur geduldig bis 2:30 mit uns bis zum Ende durchgegangen und haben sich am Ende noch nett bedankt.

Vielen Dank übrigens auch an Judy, bessere Hälfte von Schurke Shokker. Die hat nämlich die Grafik zum 50. Tagebucheintrag gebastelt. Ich habe erstens kein anständiges Grafikprogramm und wenn, hätte ich stundenlang gefrickelt, mit halb so gutem Ergebnis. Ich hab‘ bloss die Ideen, nicht den Skill 😉

[kkkrrffzzt – Valentina am 25. Juli 2025: Tagebucheintrag unvollständig. Das eben genannte Bild ist leider ebenfalls über die Jahre in einem digitalen Bermuda-Dreieick verschwunden – kkkzztffrt]

WoW-Diary, Nr. 50: Auf die Zwölf

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Ein Gedanke zu „WoW-Diary, Nr. 50: Auf die Zwölf

  • Januar 21, 2008 um 10:09 p.m. Uhr
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    *lol*is wirklich ne super geschichte, ich kann gar nich glauben, dass ich an diesem wahnsinnigen event mit beteiligt war ^^
    ich fand’s wirklich sehr nett und entspannt mit euch.

    lieben gruß

    Antalia

    Antworten

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