Sad Controller

Ende August vor einem Jahr war es, als der (als eher rechtskonservativ bekannte) Schauspieler Adam Baldwin den Hashtag #Gamergate postete und damit eine unrühmliche Kontroverse einen Namen bekam. Seitdem ist das Thema nicht zur Ruhe gekommen: Eine Szene, in der sich mancher bislang zu Hause fühlt, schien „komplett den Verstand verloren“ zu haben, wie René Walter vom Nerdcore-Blog unlängst schön formulierte.

What happend?
Worum es eigentlich ging (oder geht), fand ich am besten in diesem Gawker-Post zusammengefasst. Nochmal ganz kurz: Ein Anfang 20-Jähriger ist sich nicht zu blöd, nach dem Bruch mit seiner Freundin selbige öffentlich an den Pranger zu stellen. In einer Reihe von Blogposts beschuldigt er sie, ihn mehrfach betrogen zu haben. Nach fast einem Jahr ist es schwierig, so etwas wie einen wahren Kern aus allem herauszulesen. Es haben sich derart viele Leute mit Schaum vor dem Mund auf den Fall gestürzt, dass das Netz inzwischen vor Anschuldigungen, Verteidigungsreden, neuerlichen Beweis-Versuchen und so weiter, nur so wimmelt. Einige ihrer angeblichen Affären waren Games-Journalisten, so dass sich relativ fix eine Verschwörungstheorie bildete, sie habe sich gute Kritiken für ihr Spiel „Depression Quest“ erschleichen wollte. Das Opfer war die Spiele-Entwicklerin Zoe Quinn: Sie wurde daraufhin öffentlich beschimpft, bedroht, gestalked und floh aus ihrer Wohnung. Ex-Freund Eron Gjoni schrieb in seinem Blog etwas später (September 2014) noch, er wolle lediglich Menschen vor Zoe warnen:

This exists to warn you to be cautious of Zoe. It is here to paint a portrait of her actual personality. It is here to warn you that she is overwhelmingly likely to do all of those things she makes active efforts to convince you she would never be capable of doing.

Eron Gjoni

Ja nun. Ein Mensch ist kein Virus, vor dem man warnen muss. Vollkommen unerheblich, was zwischen diesen beiden Menschen wirklich ablief und wer wie viel Schuld auf sich geladen hat: Eigentlich geht das nur diesen beiden was an. Eron Gjoni musste sich aber offenbar unbedingt einreihen in die Sorte Männer, die Frauen in dieser Form via Netz schaden will:

Young women, those 18-24, experience certain severe types of harassment at disproportionately high levels: 26% of these young women have been stalked online, and 25% were the target of online sexual harassment. In addition, they do not escape the heightened rates of physical threats and sustained harassment common to their male peers and young people in general.

Quelle: Pew Research Center, Oktober 2014

Die nachfolgende Debatte um ethische Standards im Games-Journalismus war denn auch eher heuchlerisch und wurde vor allem genutzt, um der Belästigung einer jungen Frau einen gewissermaßen seriösen Anstrich zu geben.

Gawker (eine Schwester-Seite von Kotaku) schrieb im bereits weiter oben verlinkten Post:

In September, the attacks on Quinn coalesced into an organized campaign, coordinated on 4chan, Reddit, YouTube and in various IRC channels. Gamers came to a consensus that publicly harassing a woman over her sex life was a bad look. They quickly pivoted to focus on corruption in games journalism.

Nun dürfte es verschiedentlich tatsächlich kritikwürdige Verbindungen zwischen Journalisten und Industrie geben, die legitimerweise anzuprangern sind: Diese Problematik ist bedauerlicherweise in keinem Bereich des Journalismus ein neues oder unbekanntes Problem – im Sport zum Beispiel. Der vorliegende Fall ist aber so ziemlich der allerletzte, der dazu herangezogen werden darf. Um ausgerechnet die eher unbekannte Indie-Entwicklerin Zoe Quinn mit ihrem alles andere als AAA-Spiel als die Spiele-Industrie wahrzunehmen, muss man schon einen IQ unterhalb normaler Raumtemperatur haben.

Ein Kotaku-Autor – den Zoe Quinn tatsächlich gedated hatte – wurde namentlich genannt und Blog-Chefredakteur Stephen Totilo hat dazu Stellung bezogen:

On March 31, Nathan published the only Kotaku article he’s written involving Zoe Quinn. It was about Game Jam, a failed reality show that Zoe and other developers were upset about being on. At the time, Nathan and Zoe were professional acquaintances. He quoted blog posts written by Zoe and others involved in the show. Shortly after that, in early April, Nathan and Zoe began a romantic relationship. He has not written about her since. Nathan never reviewed Zoe Quinn’s game Depression Quest, let alone gave it a favorable review.

Auch hierzulande wurde und wird über Gamergate diskutiert (hier und hier und hier) und einer der dümmeren Beiträge dazu steht hier. Was völlig an ursprünglichen Thema vorbeigeht – kein Wort des Bedauerns für den Hass und die Gewaltandrohungen, die Zoe Quinn quasi zur Flucht aus ihrem Haus zwangen. Viel mehr ist zu diesem Beitrag eigentlich nicht zu sagen.

„A Shithole formerly known as Netz-Diskurs“
Die unzähligen hasserfüllten Postings und Kommentare zum Thema Gamergate sind zwar kein Privileg dieser Szene oder dieses Themas, aber die enorm vernetzte Spielerschaft führte „zu einem Urknall und zu dem Kommunikations-GAU, den wir heute sehen – a Shithole formerly known as Netz-Diskurs.“ Zitat René Walter again. Walter hat übrigens aus meiner Sicht auch noch mal schön dargelegt, wie die Medienkritik von GamerGate zu verstehen ist: Spiele sind ein zeitaufwendiges und teures Unterhaltungsmedium. Ein Spiel für die aktuellen Konsolen kostet rund 70 Euro. Das ist selbst für mich eine Summe, die ich nicht leichtfertig ausgebe und für Schüler erst recht. 30 bis 40 Stunden verbringt man auch locker mit einem Spiel. René äußert unter diesen Gesichtspunkten Verständnis dafür, wenn man diese Kauf-Entscheidung am liebsten auf Basis scheinbar neutraler technischer Wertnoten treffen will, statt auf der der politischen oder kulturhistorischen Einschätzung des Rezensenten.

Nur: René und auch ich zählen zu der Spieler-Generation, die mit Spielen (mehr oder weniger) erwachsen geworden ist. Genauso, wie man zu Beginn seines Interesses für Musik andere Ansprüche hat (was hört die Peer-Group, was ist cool, was ist uncool), verändert sich halt auch die Sicht auf Spiele. Will sagen, es gibt ebensoviele gute Gründe, Prozentwertungen und Stiftung-Warentest-Besprechungen von Spielen nicht so doll zu finden. Auch der Spiele-Journalismus hat sich verändert – auch wenn durchaus noch in der Debatte ist, wie das aussehen muss oder sollte. Noch viel mehr als der Journalismus haben sich aber aus meiner Sicht die Spiele verändert. Es hat sich eine Indie-Szene gebildet, die abseits ausgetretener Pfade wandelt und auch in Blockbustern findet sich häufiger politischer oder gesellschaftlicher Kontext. Große Player wie beispielsweise Ubisoft bemühen sich immer wieder, solche Aspekte in den Vordergrund zu stellen. Wo früher viel platter geworben wurde, betont man beispielsweise bei Watch Dogs den Aspekt der Überwachung und Gefahren vernetzter Systeme. Oder bei Valiant Hearts die Anti-Kriegs-Thematik. Darauf regiert dann auch manches Feuilleton oder Wissenschaftsmagazin und ich kann nicht sehen, was daran schlecht ist. Schön wäre es aber, wenn es außer der WASD noch Gaming-Mags gäbe, deren Inhaltsverzeichnis nicht nur mit Begriffen wie Vorschau, Tests und Previews gefüllt würde. Vermutlich können die meisten Hefte 90% ihres Inhaltsverzeichnisses per copy & paste wiederverwenden.

„Gamers are over“
Innerhalb der kritisierten amerikanischen Gaming-Presse reagierte man auf die ganze Sache mehrheitlich mit Kopfschütteln. Das resultierte in Artikeln wie dem von Leigh Alexander mit dem Titel „Gamers are over„. Im Grunde geht es darum, dass die Menschen, die heute spielen, keine so homogene Gruppe mehr sind, wie sie das vielleicht mal war. Ein bisschen hilflos-verzweifelt wirkt der Tonfall von Leigh Alexander allerdings schon, denn wenn man sich mit seiner Zielgruppe auseinadersetzt, könnte einem das schon vorher aufgefallen sein. Das ändert allerdings nicht daran, dass es innerhalb dieser nicht-homogenen Menge von Spielern eine leider sehr laute Fraktion gibt, die sich benimmt, das es einer Sau graust.

René Walter benennt die C64-Cracking-Szene als „Ursuppe der Hardcore-Gamer“. Ein „Boys Club der Hardcore-Gamer“, um genau zu sein, die auch eine der Wurzeln für die heutige Chan-Kultur ist, wie René weiter schreibt. Denn auch, wenn in fast allen Gender-Studien ein Frauenanteil von rund 50% konstatiert wird, reden wir wie gesagt noch immer nicht von einem homogenen Markt. Smartphones und App-Stores haben Millionen neuer Zocker hervorgebracht, die mit 4chan und C64 soviel zu tun haben wie Schach mit Bolzplatz-Kicken. Will sagen: Es gibt ihn nicht mehr, DEN GAMER. Daran müssen sich wohl viele erst gewöhnen und zwar offenbar Journalisten ebenso wie Menschen, die mehr oder weniger viel spielen. Man spricht ja auch nicht von DEN LESERN oder DEN MUSIKFANS. Das macht schlicht keinen Sinn, weil sich nun mal jeder für etwas anderes interessiert.

Nerdcore-René glaubt, dass wir uns bereits in der Talsohle des ganzen Hate-Speech-Dings befinden. Was bedeutet, es geht jetzt irgendwann mal wieder aufwärts. Ich befürchte allerdings, das ist eine Talsohle mit recht großer Schuhgröße.
Mitte Juli kapitulierte die ehemalige Reddit-CEO Ellen Pao. In einem Artikel für die Washington Post schrieb sie: „the trolls are winning.“ Reddit hatte in den Monaten zuvor angefangen, Hate Speech, Belästigungen und revenge porn zu löschen und für die Zukunft neue Regeln aufzustellen.

Then, after making these policy changes to prevent and ban harassment, I, along with several colleagues, was targeted with harassing messages, attempts to post my private information online and death threats. These were attempts to demean, shame and scare us into silence.

Es gab in der jüngsten Vergangenheit aber auch einige smarte Maßnahmen von belästigten Frauen gegen Trolle. So wie die Studentin Alanah Pearce, die die Mütter der Trolle anschrieb. Oder die Journalistin Lindy West, die ihren Troll direkt konfrontierte und schließlich sogar mit ihm telefoniert.
Beides berührende Geschichten und vielleicht auch Einzelfälle. Nicht jeder möchte seine Zeit damit verbringen, Trolle zu verstehen, zu erziehen oder zu therapieren. Die Geschichten zeigen aber, was möglich ist. Und wir dürfen auch nicht vergessen: Zeiten ändern sich. Was wir jetzt erleben hat es vorher noch nie gegeben. Jedenfalls nicht in dieser Form. Es gab aber schon immer Menschen, die andere nur zu gerne schikanieren, verspotten oder belästigen. Aber Plattformen wie Facebook, Twitter, Reddit, Youtube und die vielen anderen, werden Möglichkeiten finden, die bessere sein werden, als im Moment. Und Menschen werden dazu lernen, was den Umgang mit Trollen im Netz betrifft.

Nur eines sollten wir alle nicht tun: Uns den Mund verbieten und das Internet wegnehmen zu lassen. Von keinem Troll und keiner Zensurbehörde, von keinem Groß-Unternehmen und keiner Lobby-Gruppe, von keinem Gamergator und keinem sonstigem Halbhirn. Besonnene, kluge Anmerkungen? You are welcome.

Unhappy Birthday, #GamerGate
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13 Gedanken zu „Unhappy Birthday, #GamerGate

  • August 3, 2015 um 7:10 pm
    Permalink

    Du holst dir also deine Infos von Gawker, dem Outlet dem GameGate korruption vorwirft. Warum recherchierst du nicht ein bisschen mehr, oder bist du etwa Voreingenommen diesem Thema gegenüber? Wenn du spezifische Fragen zu GamerGate hast, kann ich dir diese gerne beantworten. Inkl. Links zu Quellen und Recherche, die du hier einfach so ignorierst.

    Momentan ist alles was du machst einfach nur das wiedergeben, was die korrupten Medien über die Leute schreiben, die die Korruption dieser Medien aufdecken.

    Antworten
  • August 3, 2015 um 7:14 pm
    Permalink

    Heyho, GamerGate-Anon hier.

    “ Einige ihrer angeblichen Affären“
    Nicht, dass es mich wirklich interessiert, aber an den Affären war nichts „angeblich“ und wurde bereits von ihr öffentlich zugegeben.

    „sie habe sich gute Kritiken für ihr Spiel „Depression Quest“ erschleichen wollte“
    Keiner weiß wann, wo und warum sich dieses Gerücht so festgefressen hat (vermutlich in ähnlicher Weise wie bei der „Stillen Post“: Chan-Boards -> Twitter), aber die Diskussion ging explizit um vorteilhafte/bevorzugte Nennung der Person und ihres Spiels.

    „Ja nun. Ein Mensch ist kein Virus, vor dem man warnen muss. Vollkommen unerheblich, was zwischen diesen beiden Menschen wirklich ablief und wer wie viel Schuld auf sich geladen hat: Eigentlich geht das nur diesen beiden was an. “
    Ich stimme dir zu, dass das publizieren privaten Gespräche eine verwerfliche Tat ist, doch dies vollkommen von der Situation abhängig. Der Blogeintrag dient dazu das manipulative und emotional misshandelnde Verhalten zu katalogisieren und damit vor ihr zu warnen. Denn nicht nur häusliche Gewalt, sondern auch psychische Gewalt ist ernstzunehmen!
    Inwieweit man den Blogpost jedoch als „Warnsignal“ einstufen kann ist fraglich, denn der Eintrag wurde (meines Wissens nach) nicht dazu genutzt in ihrem Bekanntenkreis zu warnen, sondern irgendwelche anonymen Menschen online. In diesem Sinne stimme ich zu, dass er das Problem besser hätte lösen sollen.

    Das einzige was ich aus dem Post mitgenommen habe ist: Ich möchte Zoe niemals privat begegnen & Sie hatte eine ziemlich enge Beziehung mit Nathan Grayson (und ein paar anderen weniger wichtigen Personen).

    „Gawker (eine Schwester-Seite von Kotaku)“
    Gawker ist der Mutterkonzern von Kotaku 😉

    „Um ausgerechnet die eher unbekannte Indie-Entwicklerin Zoe Quinn mit ihrem alles andere als AAA-Spiel als die Spiele-Industrie wahrzunehmen, muss man schon einen IQ unterhalb normaler Raumtemperatur haben.“
    Es ist unerheblich wie unbekannt eine Entwicklerin ist, die Vorteile der Presse genießt, denn das ändert an den ethischen Verstößen der Journalisten nichts.
    Keiner hat argumentiert, dass die AAA-Publisher Engel sind und dort nicht versuchen bessere Presse zu ergattern. Vielmehr ist das weitgehend „bekannt“, doch explizite Beweise gibt es nur wirklich selten, da diese öffentlich auf Twitter usw. zur Schau stehen (wie das bei Journalisten und ihren Indie-Freunden der Fall war). Zudem ist hier anzumerken, dass In- und Out-Groups in der Indie-Szene ein viel stärkeres Machtgefälle haben. Über AAA-Titel muss so gut wie jede Publikation berichten, doch bei Indie-Spielen fällt es nicht auf wenn unliebsame Entwickler mal ignoriert werden … (Einige GamerGate-Entwickler haben sogar Angebote bekommen, dass über ihr Spiel berichtet werden würde, wenn sie öffentlich ihre Unterstützung von GamerGate zurücknehmen!)

    „Kein Wort des Bedauerns für den Hass und die Gewaltandrohungen, die Zoe Quinn quasi zur Flucht aus ihrem Haus zwangen.“
    Warum muss ich mich für jede Twitter-Drohung entschuldigen, die irgendein Idiot im Internet versendet hat?!
    Das ist ganz klar guilt by association.

    „Auch der Spiele-Journalismus hat sich verändert – auch wenn durchaus noch in der Debatte ist, wie das aussehen muss oder sollte.“
    Es ist alles eine Frage welches Publikum angesprochen werden soll und ob die „nicht Hardcore-Gamer“ überhaupt Interesse an journalistischen Beiträgen haben.

    „Große Player wie beispielsweise Ubisoft bemühen sich immer wieder, solche Aspekte in den Vordergrund zu stellen. Wo früher viel platter geworben wurde, betont man beispielsweise bei Watch Dogs den Aspekt der Überwachung und Gefahren vernetzter Systeme. Oder bei Valiant Hearts die Anti-Kriegs-Thematik. Darauf regiert dann auch manches Feuilleton oder Wissenschaftsmagazin und ich kann nicht sehen, was daran schlecht ist.“
    Es ist nichts schlecht daran über diese Thematiken zu diskutieren, so lange ich als Käufer weiterhin weiß ob ich mir das Spiel kaufen sollte oder nicht. Spiele sind immernoch anfällig für Bugs, schlechte Optimierung, schlechtes Gameplay usw. Dies sind alles Dinge, die man vor dem Kauf wissen sollte. Die Geschichte kann noch so gut und sozial kritisch sein, wenn es nachher auf dem PC nicht funktioniert, dann ist es auch egal (siehe neusten Batman Teil).

    „Im Grunde geht es darum, dass die Menschen, die heute spielen, keine so homogene Gruppe mehr sind, wie sie das vielleicht mal war.“
    Mit dieser Kernaussage, hat im Prinzip keiner ein Problem (mit der Ausnahme, dass Gamer eigentlich nie die angepriesene „homogene Gruppe“ waren – Spiele haben schon immer diverse Menschen angezogen).

    „Ein bisschen hilflos-verzweifelt wirkt der Tonfall von Leigh Alexander allerdings schon, denn wenn man sich mit seiner Zielgruppe auseinadersetzt, könnte einem das schon vorher aufgefallen sein.“
    Ja, ein „bisschen hilflos-verzweifelt“ ist eine Untertreibung. Der Artikel war in einem dermaßen herablassenden Ton geschrieben …

    „Denn auch, wenn in fast allen Gender-Studien ein Frauenanteil von rund 50% konstatiert wird, reden wir wie gesagt noch immer nicht von einem homogenen Markt. Smartphones und App-Stores haben Millionen neuer Zocker hervorgebracht“
    Genau da liegt häufig der Knackpunkt. Ja, der Frauenanteil wächst stetig, doch nicht in allen Bereichen proportional. Durch Mobile- und Social-Games(Facebook-Games) wird der Frauenanteil „virtuell“ angehoben, doch das ist nicht der Bereich auf den Gaming-Journalismus oder AAA-Development ausgerichtet ist.
    „Gaming“ ist immernoch ein Begriff, der für PC und Konsolen vorbehalten ist. Also vor allem Bereiche wo man aktiv für die Hardware zahlt.

    „Mitte Juli kapitulierte die ehemalige Reddit-CEO Ellen Pao. In einem Artikel für die Washington Post schrieb sie: „the trolls are winning.“ Reddit hatte in den Monaten zuvor angefangen, Hate Speech, Belästigungen und revenge porn zu löschen und für die Zukunft neue Regeln aufzustellen.“
    Naja, Reddits eigenes Mission Statement ist, dass es eine Plattform für Free Speech ist und es nur minimale Regeln gibt (Auf der Regelseite werden insgesamt nur 5 Regeln aufgelistet, zusätzlich gibt es noch eine Nettiquette, die allerdings freiwillig ist). Es hat sich ziemlich eng am amerikanischem Recht orientiert.
    Hate Speech ist nach amerikanischem Recht unter Free Speech geschützt.
    Harassment ist nicht geschützt, aber die von Reddit vorgeschlagene Definition ist mehr als schwammig.
    Revenge Porn ist vermutlich auch unter Free Speech geschützt(man muss erst Urheberrecht an den Bildern nachweisen, um die Bilder löschen zu lassen), wobei es da in letzter Zeit ja einige juristische Bemühungen gab die Gesetze zu ändern (ka wie das derzeit aussieht).
    Die Tatsache, dass sich Reddit also vom Urgedanken weiter entfernt, hat für großen Unmut in der Community gesorgt. Natürlich bei denen, die solchen Tätigkeiten nachgehen, und bei denen, die Idealisten sind(und sich gegen Gedanken wie „Ich habe ja nichts zu verbergen, also ist Totalüberwachung ja Ok.“ gegenüber sträuben).

    „Es gab in der jüngsten Vergangenheit aber auch einige smarte Maßnahmen von belästigten Frauen gegen Trolle.“
    Dir ist aber schon bewusst, dass Trolle kein frauenspezifisches Problem sind, oder?

    „Und Menschen werden dazu lernen, was den Umgang mit Trollen im Netz betrifft.“
    „Don’t feed the troll“ wäre zumindest schonmal ein guter Anfang.

    „Nur eines sollten wir alle nicht tun: Uns den Mund verbieten und das Internet wegnehmen zu lassen. Von keinem Troll und keiner Zensurbehörde, von keinem Groß-Unternehmen und keiner Lobby-Gruppe, von keinem Gamergator und keinem sonstigem Halbhirn.“
    Und gleiches wird dir ein GamerGate-Halbhirn auch ausrichten. Wir lassen uns den Mund nicht verbieten und werden weiter über ethische Konflikte und gelegentliche Kulturkriege reden 😉

    Viele Grüße,
    GamerGate-Anon

    Antworten
  • August 3, 2015 um 8:30 pm
    Permalink

    Ich befürchte Ihnen ist der Fehler unterlaufen einer News Organisation vertrauen zu schenken die dank GamerGate schon siebenstellige Verluste einfahren durfte. Und das nach eigener Aussage: http://www.gamebreaker.tv/news-main/tech-2/gamergate-cost-gawker-over-7-figures/
    Wenn jemand ein ernsthaftes Interesse daran hat GamerGate schlecht dastehen zu lassen, dann ist es Gawker Media (btw die Mutterfirma von Kotaku).

    Bezüglich Zoe Quinn. Ihre Relevanz erschöpft sich tatsächlich in ihren Verwicklungen mit relevanten Journalisten und eben nicht wie sie so schön gesagt haben als ernstzunehmender Vertreter der Spiele-Industrie. Nur um mal ein paar Beispiele zu nennen:

    Nathan Grayson (Kotaku, vorher Rock Paper Shotgun)
    Schrieb positiv über ZQ in drei Artikeln, ohne Disclosure ihrer Freundschaft. Source: http://pastebin.com/1ePCqJLz und späteren Affaire (ist Ihnen ja schon bekannt).
    Oben erwähnte Artikel:
    http://archive.is/WtK25
    http://archive.is/QwJbc
    http://archive.is/mrVxK

    Schrieb später wieder über Quinn, fügte ein Disclosure zu dem Artikel hinzu, dass sie „dated briefly“, aber erwähnte nicht, dass er sie finanziell unterstützt hat. Source: http://blogjob.com/oneangrygamer/2015/04/kotaku-writer-paid-800-to-dev-he-was-sleeping-with-without-disclosure/

    Jenn Frank (Freelancer unter anderem 1up.com, EGM, The Guardian, Unwinnable)
    Schrieb ein Artikel über Zoe Quinns online Belästigungen, erwähnte aber nicht, dass sie sowohl Zoe als auch ihre Agentin Maya Kramer finanziell unterstützt über die Website Patreon (Source: http://i.imgur.com/HkWh7j2.png ).
    Oben erwähnter Artikel: https://archive.is/DGj1S

    Log später über ihren finanziellen Interessenkonflikt, sagte es waren nur 15 USD auf Patreon. Unterließ dabei zu erwähnen, dass sie ca. 1000 USD für Quinns Hotelzimmer für den GDC 2014 bezahlt hat.
    https://archive.is/hcze6#selection-5097.0-5391.128
    http://antinegationism.tumblr.com/post/96641331281/jenn-frank-paid-for-zoes-hotel

    Jonathan Holmes (Destructoid)
    Schrieb positiv über ZQ in drei Artikeln ohne ihre Freundschaft (Source: http://pastebin.com/cp4bgej5 ) zu erwähnen.
    Oben erwähnte Artikel:
    https://archive.is/rApzt
    https://archive.is/Ti8rY
    https://archive.is/1usmT

    Ben Kuchera (Polygon, Senior editor. Vorher Ars Technica, Penny Arcade Report Editor-in-Chief)
    Schrieb positiv über Zoe Quinn ohne zu erwähnen, dass er sie finanziell unterstützt. Souce: https://archive.is/kLRaf
    Zu seiner Verteidigung, er fügte später nach Kritik von GamerGate einen Disclosure hinzu.
    Oben erwähnter Artikel:
    https://archive.is/iuDHi (ohne Disclosure)
    https://archive.is/D9dC4#selection-1541.0-1553.2 (mit Disclosure)

    Leigh Alexander (Offworld, Editor-in-Chief. Vorher: Boing Boing, Edge Writer, Gamasutra Editor at large, Kotaku, Vice)
    Schrieb positiv über Zoe Quinn ohne ihre Freundschaft (Source: https://archive.is/XP9W6 ) zu erwähnen.
    Oben erwähnter Artikel:
    https://archive.is/z8mar#selection-1715.12-1715.17

    Für mehr Informationen zum grauenhaften Zustand der Gaming Presse, besuchen Sie bitte die Website http://www.deepfreeze.it
    Für mehr Informationen über die tatsächlichen Betätigungsfeld von GamerGate schauen Sie bitte dieses Video: https://www.youtube.com/watch?v=NZvaYbnB2Bc

    Mit freundlichen Grüßen,
    Jemand der an der Wahrheit interessiert ist.

    Antworten
  • August 3, 2015 um 10:46 pm
    Permalink

    Lieber Gater über mir. Ich finde es beeindruckend wie sehr ihr euch Mühe gebt und euch ins Zeug legt, eine mehr oder weniger marginale Entwicklern wie Quinn zu einem Symbol für korrupten Spielejournalismus zu stilisieren. Es hat nun mal einen üblen Beigeschmack, dass es eine persönliche Diffamierung durch ihren Ex-Freund gebraucht hat, sie zuerst als Privatperson in den Dreck zu ziehen und daraufhin auch beruflich. Ihr seid nicht dumm – das werdet ihr auch nachvollziehen können.

    Was ich nicht nachvollziehen kann sind 2 Dinge.

    1. Wo Branchen sind – sind Menschen – sind Bekanntschaften – sind Freundschaften. Egal ob Film, Musik, Sport, Kultur, Politik. Es liegt in der Natur des Menschen – und diese sind Journalisten auch immer – dass sich Sympathien entwickeln. Bei manchen mehr – bei anderen weniger. Was ihr verlangt ist ein fast schon roboterhafter Journalismus der keine Empathie hegt und nach einem fast schon religiösen Kodex handelt. Dieses zweifelhafte Ideal werdet ihr nie erreichen können. Warum? Weil es die Geschichte widerlegt und weil aus Gamergate kein einziges News-Outlet selbsternannter Kämpfer für diese Form des Journalismus entstanden ist.

    2. Ihr leiert diese Linksammlungen runter die andere recherchiert haben. In den USA. Warum lese ich keine deutschen Gatertexte über die deutsche Branche? Wer auf die Gamescom fährt kann dabei sein wie Presse, PR-Leute und Entwickler sich umarmen, gemeinsam Lachen und auf die Schulter klopfen. Viele dieser Freund und Bekanntschaften werden öffentlich auf Twitter geführt. Es liegt alles offen wie auf einem Silbertablett. Und es geschieht nichts. Aber warum bleibt an dieser Stelle euer Eifer so still? Sind da etwas gefeierte Helden eurer Lieblingsmagazine dabei? Entwickler die euch am Herzen liegen? Habt ihr Schiss jemandem auf den Schlips zu treten der eventuell später über euer Schicksal entscheidet wenn ihr in der Bewerbung zum Gamesredakteur sitzt? Oder liegt es nicht eher daran, dass keiner dieser deutschen Teilnehmer eine derart geschwächte Position wie Quinn hatte, als sich Gamergate mit einer in der Popkultur beispiellosen Hemmungslosigkeit auf sie gestürzt hat?

    Bin auf Antworten gespannt

    Antworten
    • August 4, 2015 um 10:16 am
      Permalink

      Wie gesagt Quinn ist kein „Symbol für korrupten Spielejournalismus“. Es sind die Medien die es nicht lassen können über sie zu schreiben, meiner Meinung nach um von den echten Problemen abzulenken. GamerGate’s Kritik an unlauteren Methoden im Spielejournalismus wurden umgedichtet zu einer Attacke auf ihre Identität als Frau. Dabei hätte der damalige Skandal genau den selben Effekt gehabt wenn es ein Mann gewesen wäre der mit allen möglichen Leuten in der Industrie Sex gehabt hat und >scheinbar< dadurch berufliche Vorteile ergattert hat.

      Ob der damalige Anschein von Korruption sich bewahrheitet hat oder nicht ist dabei unwichtig, es war nur der Tropfen der das Fass zum überlaufen gebracht hat. Korruption, schlechter Journalismus und konsumentenfeindliches Verhalten haben schon seit Jahren im Spielejournalismus gewuchert. Der Quinn Skandal ist nur ein kleiner Teil von dem was GamerGate ausmacht und ein kleiner unbedeutender Indie Developer mit Lila-gefärben Haaren ist ganz sicher nicht der Mittelpunkt von GamerGate auch wenn Gawker das gerne behauptet.

      Eron Gjoni, Zoe's Exfreund hat diese relevanten Informationen zusammen mit persönlichen Details veröffentlicht. Bin ich an den persönlichen Details interessiert? Nein. Bin ich einverstanden mit der Veröffentlichung von persönlichen Details die mit Korruption nichts zu tun haben? Nein. Bin Ich oder sonst jemand verantwortlich für Eron Gjonis Verhalten? Ebenfalls nein.

      Ich werde die relevanten Informationen über journalistisches Fehlverhalten aber nicht ignorieren nur weil auch persönliche unangenehme Details dabei waren. "Ermittler" sind nicht verantwortlich für das Verhalten ihrer "Quellen".

      Zu 1.
      Journalisten wird beigebracht eine berufliche Distanz aufrechtzuerhalten zwischen sich selbst und den Leuten über die sie schreiben. Für eine Zusammenfassung von den gängigen journalistischen Ethik Grundsätzen schau dir diesen Link an:
      http://www.spj.org/ethicscode.asp

      So genannte Interessenkonflikte (Freundschaften, finanzielle Unterstützung usw.) sollten vermieden werden soweit möglich. Es ist klar, dass es sich nicht immer vermeiden lässt hin und wieder über Bekannte und Freunde schreiben zu müssen, zumindest in kleinen News Outlets. Dies muss allerdings im Artikel erwähnt werden! Die gängige Methode ist ein Disclosure Absatz am Ende des Artikels.

      Dies ist kein zweifelhaftes Ideal sondern die gängige Praxis im normalem Journalismus und so ziemlich das erste was einem beigebracht wird sowohl auf der Uni als auch in der normalen Ausbildung.

      Zu 2.
      Der Grund warum ich alle meine Aussagen mit Quellen belege ist die Erfahrung, dass meine Behauptungen sonst als freuenfeindliche transfeindliche nazi Hetze abgetan wird. Sobald jemand öffentlich als Bösewicht abgestempelt wird können Leute alles ignorieren was er von sich gibt. Eine sehr praktische Mechanik die von Journalisten gerne benutzt wird um Kritiker ruhig zu stellen. Meine Identität wird bedeutungslos wenn ich alles was ich sage mit Quellen belegen kann.

      Übrigens haben Sie keine Ahnung welche Teile dieser "Linksammlung" von mir stammen oder von jemand anderem. Und das ist gewollt. Die Authentizität von Fakten hat nichts damit zu tun wer sie von sich gibt.

      Der Grund warum GamerGate in Deutschland nicht aktiv ist, ist mangelndes Interesse von deutschen Konsumenten. Die Kraft des deutschen GamerGate Arms beschränkt sich auf Diskussionen in Kommentar Sektionen wie dieser hier. Ich bin aber natürlich sehr berührt über die Tatsache, dass Sie sich mehr GamerGate Aktivität im deutschen Raum wünschen…

      Nein die Gefahr jemandem auf den Schlips zu treten fällt weg wenn man öffentlich als der neue KKK oder ISIS gehandelt wird, es liegt schlicht an fehlenden Ressourcen. Sie können natürlich Nachforschungen anstellen über die deutsche Spielepresse, jede Hilfe ist willkommen.

    • August 4, 2015 um 5:34 pm
      Permalink

      @Anon – Ebenfalls an der Wahrheit interessiert

      Lieber Anon über mir.

      Ich verwette 50 Euro dass wenn eine Frau in ihrem Blog darüber geschrieben hätte wie ihre Beziehung mit einem potenziellen Soziopathen sie völlig fertig gemacht hat und sie nun in ihrem Blog schildert wie dieser Mann sie seelisch und geistig niedergemacht hat, würdest du in aller Wahrscheinlichkeit der Erste sein der darüber jubelt und das Frauenpower halten.
      Natürlich hat das hier ein Mann gemacht also kann er nur der “jilted Ex“ sein wie das Fox News-artige Blättchen Gawker/Kotaku schon geschrieben hat.

      Persönlich würde ich dir mal empfehlen selbst den Zoepost zu lesen und dir deine eigene Meinung zu bilden zu dieser Person denn deine und Valentinas Entrüstung wirken auf mich ein wenig heuchlerisch.

      >>Was ihr verlangt ist ein fast schon roboterhafter Journalismus der keine Empathie hegt und nach einem fast schon religiösen Kodex handelt. <>2. Ihr leiert diese Linksammlungen runter die andere recherchiert haben. In den USA. Warum lese ich keine deutschen Gatertexte über die deutsche Branche? <<

      Wieso stellst Du Fragen wenn Du sie dir selbst beantwortest?
      Warum liegt hier Stroh?
      Und warum habe Ich eine Maske auf?

      Rollen wir mal dein ganzes Argumentgebilde auf um es besser zu verstehen: Du beschwerst dich dass du keine deutschen Beiträge deutscher Gamergate liest zu einer Sache die in Amerika passiert ist und dann auch nur in einer Hobbynische mit der Normalos auch gar nichts am Hut haben.

      Ich verstehe also dass Du auch überrascht bist wenn in Südafrika keine Zeitung darüber schreibt wie die Tomatenernte in Spanien aussieht dieses Jahr, richtig?

  • August 3, 2015 um 11:00 pm
    Permalink

    Was ich nach wie vor nicht verstehe, ist, welchen Mehrwert sich Leute davon versprechen, dass Menschen ihre „Freundschaft offenlegen.“ Weil mir sagt das mal spontan gar nichts. Heißt das, dass die auf Facebook befreundet sind, aber eigentlich nie miteinander reden?

    Dass sie zusammen auf der Schule waren, aber sich mittlerweile nicht mehr leiden können?

    Dass sie eine gemeinsam Freund_in haben und deshalb mal gezwungen waren Small Talk zu führen um das peinliche Schweigen zu überdecken während jene Freund_in kurz auf dem Klo war?

    Dass die eine Person die andere total super findet, die andere aber eigentlich nur höflicherweise mit ihr geplaudert hat?

    Dass die eine Person die andere eigentlich irgendwie nervig findet, aber nach außen hin trotzdem freundlich bleibt, weil sie deswegen bei den paar Gelegenheiten wo sie sich über den Weg laufen keinen Streit anfangen will?

    Dass sich beide voll super finden, aber trotzdem auf distanziert machen, weil sie sich nicht sicher sind ob der/die andere das auch so sieht?

    Dass sie sich abwechselnd total mögen und dann total in die Haare kriegen?

    Dass sie sich total mögen, aber nie sehen, und dann immer denken: „Ich hab vergessen wie sehr ich diese Person mag“?

    Dass sie sich so sehr mögen, dass sie sich ständig sehen?

    Dass sie gern zusammen arbeiten?

    Dass sie gern zusammen wohnen?

    Oder doch nur dass sie manchmal gern zusammen was trinken?

    Es gibt kein objektives Kriterium dafür welche soziale Bindung erwähnenswert ist und welche nicht (zumal was wir von denen wahrnehmen nicht immer mit den tatsächlichen Gefühlen derjenigen zusammenhängt) und bei jeder einzelnen Person die im Text erwähnt wird dazuzuschreiben, ob ich die mag oder doch total blöd finde (und ob das auf Gegenseitigkeit beruht) ist ja wohl unzumutbar, für die Leser_in wie für die Schreiber_in.

    Das ist wieder so eine Forderung wo Gater mit der Energie trotziger Kleinkinder für etwas eintreten, das sie weder verstehen noch wirklich haben wollen, hauptsache ABERABERABERABER.

    Antworten
  • August 4, 2015 um 9:32 am
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    @Anon – Ebenfalls an der Wahrheit interessiert
    „Es hat nun mal einen üblen Beigeschmack, dass es eine persönliche Diffamierung durch ihren Ex-Freund gebraucht hat, sie zuerst als Privatperson in den Dreck zu ziehen und daraufhin auch beruflich. Ihr seid nicht dumm – das werdet ihr auch nachvollziehen können.“
    Es ist der sogenannte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Nicht mehr und nicht weniger.

    „Was ihr verlangt ist ein fast schon roboterhafter Journalismus der keine Empathie hegt und nach einem fast schon religiösen Kodex handelt.“
    Es geht nicht um roboterhaften Journalismus, sondern seinen eigenen Bias offenzulegen, sodass der Leser entscheiden kann wie stark der Autor von diesem Bias beeinflusst wurde. Es geht um Transparenz und Kontext.
    Der SPJ Code of Ethics formuliert es wie folgt: „Avoid conflicts of interest, real or perceived. Disclose unavoidable conflicts.“
    Hier ein Auszug des Pressekodex des deutschen Presserats:
    „[…]Sie nehmen ihre publizistische Aufgabe fair, nach bestem Wissen und Gewissen, unbeeinflusst von persönlichen Interessen und sachfremden Beweggründen wahr.“

    „Gamergate kein einziges News-Outlet selbsternannter Kämpfer für diese Form des Journalismus entstanden ist“
    Das ist falsch, mir fällt zumindest http://powergamer.co/ ein (wobei der letzte Artikel dort 4 Wochen alt ist…). Zudem haben eine Vielzahl an bereits bestehender Publikationen ihre Ethikrichtlinien entsprechend angepasst, sodass es nicht zwingend notwendig ist neue Publikationen zu gründen.

    “ Aber warum bleibt an dieser Stelle euer Eifer so still? Sind da etwas gefeierte Helden eurer Lieblingsmagazine dabei? Entwickler die euch am Herzen liegen? Habt ihr Schiss jemandem auf den Schlips zu treten der eventuell später über euer Schicksal entscheidet wenn ihr in der Bewerbung zum Gamesredakteur sitzt?“
    Ich kann hier nur spekulieren und aus persönlicher Erfahrung sprechen:
    1. Ich habe persönlich kein Interesse an den deutschen Publikationen und erkundige mich ausschließlich im englischsprachigen Raum
    2. Es hat sich für den deutschsprachigen Raum (noch) keine wirkliche Bewegung gebildet
    3. Warum müssen „wir“ für alles zuständig sein? Wenn du von „deinen“ Publikationen ethisches Verhalten möchtest, dann kümmer dich drum. Das ist und war schon immer das „GamerGate-Prinzip“. Jeder kann sich selber Ziele suchen und mit etwas Glück gibt es genügend andere Menschen, die dein Ziel ebenfalls unterstützen und dir helfen möchten.

    ===============================
    @Joe Köller

    „Was ich nach wie vor nicht verstehe, ist, welchen Mehrwert sich Leute davon versprechen, dass Menschen ihre „Freundschaft offenlegen.“ Weil mir sagt das mal spontan gar nichts. Heißt das, dass die auf Facebook befreundet sind, aber eigentlich nie miteinander reden?“
    Wie bereits vorher erwähnt:
    Es geht nicht um roboterhaften Journalismus, sondern seinen eigenen Bias offenzulegen, sodass der Leser entscheiden kann wie stark der Autor von diesem Bias beeinflusst wurde. Es geht um Transparenz und Kontext.
    Der SPJ Code of Ethics formuliert es wie folgt: „Avoid conflicts of interest, real or perceived. Disclose unavoidable conflicts.“
    Hier ein Auszug des Pressekodex des deutschen Presserats:
    „[…]Sie nehmen ihre publizistische Aufgabe fair, nach bestem Wissen und Gewissen, unbeeinflusst von persönlichen Interessen und sachfremden Beweggründen wahr.“

    „Es gibt kein objektives Kriterium dafür welche soziale Bindung erwähnenswert ist […]“
    Das ist korrekt, es gibt kein objektives Kriterium mit dem entschieden werden kann wann eine Person von einer persönlichen Beziehung beeinflusst wird. Aus diesem Grund rät der SPJ Code of Ethics jegliche möglichen Interessenskonflikte („real or perceived“) zu meiden und unvermeidliche Konflikte zu benennen. Der deutsche Presserat spricht von bestem Wissen und Gewissen.
    Nur weil es kein objektives Kriterium gibt, bedeutet es noch lange nicht, dass einen dies von jeglichen Pflichten entbindet und das Streben nach einem Ideal außer Kraft setzt.

    Effektiv handelte es sich bei den Verstößen in den amerikanischen Medien jedoch um ziemlich eindeutige Interessenskonflikte, darunter:
    – Autor schreibt über Mitbewohner(Entwickler)
    – Autor schreibt über Freund(Entwickler)(Freundschaft ist eindeutig an Interaktionen online erkennbar)
    – Autor schreibt über Person, die er persönlich finanziell unterstützt
    – Autor schreibt über Spiel, wobei Freundin des Autors dem PR-Team des Spiels angehört

    „Das ist wieder so eine Forderung wo Gater mit der Energie trotziger Kleinkinder für etwas eintreten, das sie weder verstehen noch wirklich haben wollen, hauptsache ABERABERABERABER.“
    Und wie immer dürfen dein herablassender Ton und deine persönlichen Angriffe nicht fehlen 😉
    Ich kann erkennen wer hier nicht in der Lage ist sich wie ein Erwachsener zu unterhalten.

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  • August 4, 2015 um 2:05 pm
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    Und wie immer machen mir die Kommentare die meiste Hoffnung, dass nicht blind alles konsumiert wird was die Medien produzieren. Journalisten sind auch nur Menschen und die machen Fehler. Spätestens seit #GamerGate ist vielen diese bittere Wahrheit bewusst.

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    • August 6, 2015 um 12:28 pm
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      Die Frage is nur, wollen Journalisten diese Fehler eingestehen? Oder wollten die lieber weiter ignorant bleiben und propaganda verbreiten? Die ZDF war schon immer voreingenommen videospielen gegenüber. Ich erriner mich an eine reportage über ein Schulmassaker ungefähr vor 10 Jahren wo ZDF WoW und Final Fantasy: Advent Children als „Killerspiele“ dargestellt hat.

      Unwissend, korrupt und nur interessiert and sensations Journalismus. Das ist ZDF.

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  • August 23, 2015 um 3:42 pm
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    Leute, ich wollte an dieser Stelle mal ganz allgemein 3 Punkte ergänzen:

    1. Selbstverständlich ist es legitim, sich für generell dafür einzusetzen, dass der hierzulande vereinbarte Pressekodex eingehalten wird – der gilt ja für ALLE Themen, nicht nur für Games. Kann man gerne googlen. Ich halte aber den erwähnten „Fall“ nicht für den richtigen, um ihn zum Kronzeugen zu machen. Zu klein, zu marginal, zu wenig Industrie. Da sollte man sich eher mal die ganz großen Publisher und ihre (Markt-)Macht genauer ansehen.

    2. Ich würde aber jedem, der über das Thema Games-Journalismus ernsthaft, konstruktiv, meinungsstark und engagiert sprechen/bloggen/diskutieren/informieren möchte, raten, es NICHT unter dem Begriff „GamerGate“ zu tun. Dieser Begriff ist vergiftet und versammelt zu viele Menschen echt ekliger ideologischer Gesinnung. Von denen sich viele noch nicht mal wirklich für Spiele interessieren, sonder meist offenbar nur dafür, Menschen aufzuhetzen. Das könnt ihr, die ihr da kommentiert, egal welcher Seite ihr zustimmt, nicht wirklich wollen.

    2. Gawker & Kotaku waren von den Vorwürfen direkt betroffen und haben sich dazu auch geäussert. Man muss ihnen nicht glauben (viele scheinen das auch gar nicht zu wollen), aber es wäre skurril, sie nicht zu zitieren. Um sie geht es ja; sie sind die Ursprungsquelle. Ich habe alle möglichen Artikel & Kommentare zum Thema gelesen: Die meisten sind bereits in irgendeinem Schützengraben, oder erkennbar fremd in der Games-Thematik. Es macht aus meiner Sicht wenig Sinn, sie alle aufzuzählen. Ja, das hier ist meine Meinung und man muss sie nicht teilen. Aber wie ein Kommentator schrieb: Seelenloser Roboterjournalismus kann in niemandes Sinne sein. Haltung und Meinung gehören auch dazu. Davon gibt es viele unterschiedliche und das ist auch gut so.

    Und abschließend: Obwohl ich nicht jede Meinung aus den Kommentaren teile, bin ich froh, das wir geredet haben. Das ist nie verkehrt 🙂

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Und jetzt ihr!