Ich wollte ja eigentlich an dieser Stelle nicht unbedingt einen Artikel zum iPad schreiben. Fürs iPhone habe ich das auch nicht getan und außerdem nerven mich schon die Diskussionen über das iPad in der Redaktion. Aber gerade las ich noch einen interessanten Standpunkt dazu. Und das ausgerechnet von (ich zitiere einen Radiokollegen) “diesem älteren Feuilleton-Redakteur, der mit dem Internet überfordert ist”. Genau, Frank Schirrmacher. Der bringt darin einige schlaue Gedanken zu Papier. Und vor allem hat er erreicht, dass ich hier nun doch einige Gedanken zu Blog bringe:
Dank Buffed bin ich auf diesen Foren-Eintrag eines Blizzard-Mitarbeiters gestoßen, der sich mit dem Einsatz von Kriegern beschäftigt. In Teil 77 meines WoW-Tagebuchs habe ich das ganze Problem in etwas anderen Worten niedergeschrieben.
Tanken ist ein ganz mieser Job. Tanks sind immer schuld. Die Ausrüstung ist alles.
Ich kann aber über das Dungeon-Tool nicht in die Instanzen für das bessere Equipment, weil ich eine zu schlechte Ausrüstung habe. Das jedenfalls teilt mir selbiges Gruppen-Such-Tool mit dem Charme eines Steuermahnbescheids regelmäßig mit. Es ist ein bisschen wie: Keine Wohnung, kein Job. Kein Job, keine Wohnung. Es ist natürlich auch über die alte, umständliche Art der Gruppesuche möglich. Man ruft quasi in die Runde der anwesenden Spieler, welche Narren, äh, Wagemutige sich mit mir z. B. in die Prüfung des Champions stürzen würden. Stunden später ist es dann vielleicht soweit.
Als ich angefangen habe WoW zu spielen, habe ich auf Krieger gesetzt, weil das für mich ein Charakter zu sein schien, bei dem klar war, was er zu tun hat. Bei Magiern, Hexern, Druiden oder Schamanen war mir schlicht nicht klar, was ich mit den vielen bunten Icons Schrägstrich Fähigkeiten tun sollte. Ein Krieger hat ein Schwert in der Hand und das er damit nicht Feuerholz schnippelt, ist völlig klar. Klassische, weitgehend auf D&D basierende Rollenspiele habe ich höchstens mal angespielt. Die typische Entwicklung des Charakters, die in der Punkteverteilung in (gefühlt) hunderte seltsame Fähigkeiten gipfelt, hat mich regelmäßig aussteigen lassen. Irgendwann wurde mir das immer zu kompliziert.
Das hat erst WoW geändert, weil Blizzard es bekanntlich verstanden hat, ihr Spiel unglaublich einsteigerfreundlich zu gestalten. Meist merkt man gar nicht, wie geschickt man an die Hand genommen wird. In den ersten Level muss man überhaupt keine Fähigkeitspunkte verteilen und wenn man es dann tun muss, klappt das fast nebenbei. Und selbst, wenn man sich dabei zu Beginn nicht sonderlich geschickt anstellt, fällt das eine Weile lang nicht ins Gewicht. Selbst das für typische Singleplayer-Spieler ungewohnte Spielen in Gruppen wird einem ganz nebenbei beigebracht.
Und als Def-Tank in Dungeons habe ich nicht durchgehend eine so jämmerliche Figur abgegeben. Höchstens halb so jämmerlich… Aber vielleicht wird das in Zukunft tatsächlich etwas entspannter. Wir werden sehen. Bis dahin gilt: Nehmt mich mit; mit mir geht ihr unter, aber ihr habt viel Spaß dabei. Wagemut VOR Ausrüstung!
Sikanda, Franziska, Löwenzahn, Grinzold, Schlangenhauch… Was haben diese Namen gemeinsam? Jawoll: Bis auf Franziska (eine Axt) handelt sich um Schwerter. In Fantasy-Geschichten von Helden und Abenteurer haben die Schwerter selbiger immer wohlklingende Namen. Meines Wissens nach sehr selten anderes Kampfwerkzeug wie Wurfmesser, Bögen, Speere, Lanzen, magische Brieföffner, Kanonen oder Wummen. Nein, vor allem Schwerter verdienen offensichtlich Namen. Grundsätzlich. Es scheint zu helfen, wenn man sein Schlachtwerkzeug mit Namen anreden kann.
Magierin Nusspli zu spielen ist einigermaßen bequem: Hinter den Dicken und Großen verstecken und Frostfeuer marsch. Schurkin Schlompf hält sich in Massenschlägereien auch ganz gut – im Notfall geht außerdem meistens noch dünne machen.
Kriegerin Valli dagegen… Ist immerhin Level 80! Hat immerhin einen Murloc Space Marine mit Mini-Wumme an ihrer Seite! Das wars so in Etwa. Irgendwie habe ich es geschafft, Level 80 zu werden ohne ordentliche Quest-Belohnungen oder Beute in Dungeons zu bekommen. Keine Ahnung, wie das passieren konnte. Bisher kam ich auch so prima zurecht. Man darf nur nicht den falschen Knopf drücken, wenn es um “Helden-für-Dungeons-Gesucht” geht.
Neben meinen beiden Teilzeit-Helden, der Magierin Nusspli und Kriegerin Valli, arbeitet sich gerade Schurkin Schlompf an die Spitze des Universums. Kaum zu glauben, aber wahr: Schlompf hat es vor kurzem zur Scherbenwelt-Tauglichkeit gebracht. Mit fiesen Tricks und gewetzten Dolchen habe ich mich auf Level 58 gemeuchelt und bin entsprechend stolz Richtung Dunkles Portal gereist. Ich erinnerte mich noch, dass hier notorisch schlechtes Wetter war: Ständig donnergrummelt es hier. Wesentlich mehr hatte ich nicht mehr im Kopf, schließlich sind Valli und Nusspli hier vor Äonen bereits durch. Vielleicht hätte ich in dem ein oder anderen Tagebuch-Eintrag nachlesen sollen…